https://www.faz.net/-gqe-84n53

Weitere Nachrichten : Minijob-Zentrale vermutet Mindestlohn als Ursache für Minijob-Abbau

  • Aktualisiert am

Nagt der Mindestlohn am Minijob? Bild: dpa

Die Metro-Tochter Real steigt aus dem Tarifvertrag aus. Die ehemalige Hypo Alpe Adria hat eine Kapitallücke von 7 Milliarden Euro. Bilfinger spaltet sich auf.

          7 Min.

          Der starke Abbau von Minijobs im ersten Quartal 2015 ist nach Einschätzung der Minijob-Zentrale in Bochum wahrscheinlich auch eine Folge des neuen Mindestlohns. Zwar habe die Minijob-Zentrale keine genauen Daten darüber. Auch wenn die Zahlen in der Vergangenheit immer geschwankt hätten, sei der Rückgang der Minijobs in diesem Umfang aber schon "ungewöhnlich", sagte Behördensprecher Wolfgang Buschfort der Deutschen Presse-Agentur. "Eine gewisse Wahrscheinlichkeit ist sicher da, dass das etwas mit dem Mindestlohn zu tun hat. Andere Gründe fallen uns jedenfalls nicht ein", fügte der Sprecher hinzu.

          Nach seinen Angaben sank die Zahl der Minijobber im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent oder knapp 190.000 auf 6,6 Millionen. Im Vergleich zum Vorquartal ging die Zahl der Minijobber sogar um 3,5 Prozent oder 237.000 zurück, berichtete Buschfort. Ob diese Minijobs ganz weggefallen oder in reguläre Arbeitsplätze mit Versicherungspflicht umgewandelt wurden, wisse man bei der Minjob-Zentrale nicht.

          Gemessen am bisherigen Durchschnittsverdienst der Minijobber müssten sich die Auswirkungen des Mindestlohns eigentlich in Grenzen halten, sagte der Sprecher. Bereits 2010 habe der durchschnittliche Minijob-Stundenlohn bei 8,19 Euro gelegen. Inzwischen schätzt ihn Buschfort auf 8,30 Euro. Allerdings schwankten die Minijob-Löhne je nach Branche stark. (dpa-AFX)

          Metro-Tochter Real kündigt Aus für Tarifbindung an

          Die Metro-Tochter Real will aus der Tarifbindung aussteigen und bietet der Gewerkschaft Verdi Verhandlungen über einen Haustarifvertrag an. Hintergrund der Entscheidung sei die wettbewerbsverzerrende Umsetzung des Flächentarifvertrags durch einzelne Handelsunternehmen, teilte Real am Mittwoch mit. Unternehmen ohne Tarifvertrag hätten deutlich bessere Kostenstrukturen als tarifgebundene Betriebe im deutschen Handel. Real betreibt rund 300 Warenhäuser und beschäftigt rund 38 000 Mitarbeiter.

          Die Gewerkschaft Verdi warf dem Unternehmen vor, dem "Lohndumping" in der Branche weiter Vorschub zu leisten. "Nach dem Verkauf der Kaufhof Warenhäuser plant die Metro offenbar den nächsten Schritt, den Konzern radikal umzustellen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger einer Mitteilung zufolge. (dpa-AFX)

          Ehemalige Hypo Alpe Adria hat Kapitallücke von 7 Milliarden Euro

          Die staatliche österreichische Bad Bank Heta, die bis Ende Oktober 2014 als Hypo Alpe Adria International bekannt war, hat sieben Milliarden Euro zu wenig, um alle ihre Schulden zu zahlen. Verbindlichkeiten von 16,6 Milliarden stehen Vermögen von 9,6 Milliarden Euro gegenüber, ergab die Bilanz für 2014. Die Überprüfung der Werte (Kredite und Immobilien) ergab ein Loch von 3,3 Milliarden Euro, aber auch auf die Balkan- und Italientöchter sind Milliardenabschreibungen nötig.

          Die Überschuldung der Heta liegt damit im oberen Bereich der erwarteten Bandbreite (4 bis 7,6 Milliarden Euro) und weit über dem Maximalwert, den die EU-Kommission als Zuschuss des Staates noch erlaubt hatte (2,9 Milliarden Euro). Da sich dies bereits abgezeichnet hatte, hatte das Finanzministerium bereits Anfang März bekannt gegeben, dass der Heta kein weiteres Steuergeld zugeschossen wird.

          Weitere Themen

          Delivery Hero mit Kursfeuerwerk

          Essenslieferdienst : Delivery Hero mit Kursfeuerwerk

          Delivery Hero peilt die Verdopplung des Umsatzes an. Auch an der Börse kam die Zuversicht an: Die im Dax notierte Aktie legte zuletzt deutlich zu. Trotzdem wird die Gewinnschwelle nicht überschritten. Doch Konzernchef Niklas Östberg hat andere Ziele im Blick.

          Topmeldungen

          Der britische Premierminister Boris Johnson in Hartlepool. In der früheren Labour-Hochburg gewannen die Konservativen eine Nachwahl für das Parlament.

          Britische Regierungspläne : „Stop the brain drain“

          Boris Johnson will, dass die Bürger für die Arbeitssuche nicht mehr in die Metropolen ziehen müssen. Die Times spricht von einer „historischen Abkehr“ von der Thatcher-Zeit.
          Die Runde von „hart aber fair“: Hubertus Heil, Julia Friedrichs, Lencke Wischhusen, Arndt Kirchhoff, Djamila Kordus und Frank Plasberg (von links).

          TV-Kritik: Hart aber fair : Fünf Häuptlinge und eine „Indianerin“

          Was bedeutet das Versprechen des sozialen Aufstiegs? Früher hieß es, die Bürger sollten mitbestimmen. Das „Wirtschaftswunder“ zielte auf sozialen Ausgleich. Wie es um den bestellt ist, zeigt „hart aber fair“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.