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Neue Verkaufszahlen : Tesla macht wieder Verlust

Mit dem Model 3 will Tesla in eine erfolgreiche Zukunft schreiten. Bild: Reuters

Der Hersteller von Elektroautos schafft kein zweites profitables Quartal in Folge. Die Börse zeigt sich davon derweil unbeeindruckt. Aber Tesla hatte auch gute Nachrichten zu verkünden.

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          Vor drei Monaten hat der Elektroautohersteller Tesla zum ersten Mal seit mehreren Jahren wieder einen Gewinn gemeldet. Aber mit der Profitabilität war es schnell wieder vorbei. In seinem am Mittwoch nach Börsenschluss vorgelegten Quartalsbericht meldete das Unternehmen wieder einen stattlichen Verlust. Die Börse schien das allerdings nicht allzu sehr zu stören, denn der Aktienkurs von Tesla stieg im nachbörslichen Handel zeitweise um 3 Prozent. Die Tesla-Aktie hat seit Jahresbeginn schon fast 30 Prozent an Wert gewonnen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Womöglich war es der Wall Street wichtiger, dass es jenseits des höher als erwarteten Verlustes einige gute Nachrichten gab. Der Umsatz von Tesla übertraf die Erwartungen. Außerdem sieht sich das Unternehmen mit seinem kommenden „Model 3“ im Plan.

          Tesla hat nach eigener Aussage Anfang dieses Monats mit der Produktion von Prototypen des Modells begonnen. Im Juli soll dann eine „limitierte Produktion“ starten, und im vierten Quartal will das Unternehmen auf eine Produktionsrate von 5000 Autos in der Woche kommen.

          In die Zukunft mit dem Model 3

          Das Model 3 ist für Tesla von enormer strategischer Bedeutung, denn damit hofft das Unternehmen, einen breiteren Markt zu erschließen. Bislang verkauft Tesla nur zwei Premiummodelle.

          Die Limousine „Model S“ hat in Deutschland einen Startpreis von mehr als 80.000 Euro, der sportliche Geländewagen „Model X“ ist nicht unter 100.000 Euro zu haben. Das Model 3 soll in Amerika um die 35.000 Dollar kosten, das wären umgerechnet etwa 33.000 Euro. Tesla hat nach eigenen Angaben mehrere hunderttausend Vorbestellungen für das Auto.

          TESLA INC. DL -,001

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          Ob das Unternehmen seine Pläne für das Model 3 aufrechterhalten kann, muss sich freilich noch zeigen. Tesla hatte auch mit seinen bisherigen Modellen regelmäßig Schwierigkeiten in der Produktion, die dazu führten, dass das Unternehmen seine Absatzvorgaben verfehlte. Auch im vergangenen Jahr blieb Tesla etwas hinter seinen Ambitionen zurück. Das Unternehmen wollte 80.000 Autos ausliefern, am Ende waren es etwas mehr als 76.000.

          Produktionspalette geht über Autos hinaus

          Das vergangene Jahr war ereignisreich für Tesla. Ein tödlicher Unfall mit einem seiner Modelle hat das Unternehmen in Erklärungsnot gebracht und Zweifel seinem Autopilot-System geweckt, das selbständiges Steuern von Fahrzeugen ermöglicht.

          Vor wenigen Wochen hat allerdings die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA ihre Ermittlungen in dem Fall eingestellt, ohne von Tesla einen Rückruf zu verlangen. Die Behörde sagte sogar, dass die Tesla-Technologie insgesamt helfen könne, Unfälle zu vermeiden.

          Im November zahlte Tesla einen Milliardenbetrag für den Solarspezialisten Solar City und hat damit seine Produktpalette jenseits von Autos weiter ausgeweitet. Tesla verkauft daneben auch Batteriespeicher für Haushalte und Unternehmen. Kürzlich hat sich das Unternehmen von Tesla Motors in Tesla umbenannt, um zu verdeutlichen, dass die Produktionspalette über Autos hinausgeht. Vor wenigen Wochen vollzog Tesla außerdem den Kauf des deutschen Unternehmens Grohmann Engineering, einem auf automatisierte Produktionstechniken spezialisierten Anlagenbauer aus der Eifel.

          Vorstand verspricht bessere Zahlen im ersten Quartal

          Insgesamt hat Tesla für das vierte Quartal einen Umsatz von 2,3 Milliarden Dollar gemeldet, etwas mehr als erwartet und ein Zuwachs von fast 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoverlust betrug 121 Millionen Dollar, vor einem Jahr waren es 320 Millionen Dollar. Der Verlust je Aktie vor Sonderposten von 69 Cent fiel höher als erwartet aus.

          Im dritten Quartal hatte Tesla noch einen Gewinn von 22 Millionen Dollar erwirtschaftet. Das hatte allerdings auch mit dem Verkauf sogenannter „Zero-Emission Vehicle Credits“ zu tun. Solche Emissionspunkte bekommen Hersteller wie Tesla in Kalifornien für die Produktion von Elektroautos.

          Tesla kann die Punkte an andere Hersteller weiterverkaufen, die sich damit der Pflicht entledigen können, emissionsarme Fahrzeuge herzustellen. Dieser Handel ist mit hohen Gewinnmargen verbunden. Allerdings spielte er für Tesla im abgelaufenen Quartal nur noch eine recht kleine Rolle und brachte einen Umsatz von rund 20 Millionen Dollar ein. Im vorherigen profitablen Quartal waren es noch 139 Millionen Dollar.

          Für das Gesamtjahr 2016 wies einen Umsatz von 7,0 Milliarden Dollar und einen Nettoverlust von 675 Millionen Dollar aus. In einem Brief an die Aktionäre versprach Vorstandsvorsitzender Elon Musk, dass sich die Gewinnmargen im ersten Quartal wieder erholen.

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