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Elon Musks Imperium wächst : Tesla will Solar-Firma kaufen

Elon Musk konsolidiert Bild: Reuters

Elon Musk führt den Elektroautohersteller Tesla und das Raumfahrtunternehmen SpaceX. Jetzt soll ein weiteres Unternehmen dazu kommen.

          2 Min.

          Elon Musk tanzt auf vielen Hochzeiten. Der in Südafrika geborene, aber in Amerika lebende Musk ist gleich bei zwei Unternehmen Vorstandsvorsitzender. Er führt den Elektroautohersteller Tesla Motors und das Raumfahrtunternehmen Space X. Daneben ist er auch größter Aktionär und Verwaltungsratsvorsitzender (Chairman) des Solarspezialisten Solar City. Letzteres ist eine Art Familienbetrieb, denn es wurde von Musks beiden Cousins Lyndon und Peter Rive gegründet. Die Mütter von Musk und den Rive-Brüdern sind Zwillinge. Lyndon Rive ist Vorstandsvorsitzender von Solar City, sein Bruder fungiert als Technologievorstand.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Jetzt will Musk Teile seines Imperiums zusammenführen: Tesla kündigte am Dienstag nach Börsenschluss an, Solar City vollständig übernehmen wollen. Der Autohersteller bietet rund 2,8 Milliarden Dollar, die er mit eigenen Aktien bezahlen will. Mit der Akquisition würde er sich auf ein ganz neues, wenn auch verwandtes Geschäftsfeld begeben. Solar City installiert Solaranlagen für Privathaushalte und auch für Unternehmen, Schulen und Behörden. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als den größten Anbieter von Solarenergie in den Vereinigten Staaten.

          Ein „No-Brainer“

          Elon Musk besitzt etwas mehr als 20 Prozent der Aktien an Solar City, einen ähnlichen Anteil hält er auch an Tesla. Das Übernahmevorhaben schafft für ihn einen gewissen Interessenkonflikt, weshalb Tesla mitteilte, er habe sich bei der Abstimmung des Verwaltungsrats über das Angebot seiner Stimme enthalten und wolle dies auch beim Votum des Gremiums von Solar City tun.

          Die Doppelrolle hielt Musk aber nicht davon ab, seinen Plan aggressiv zu vermarkten und in einer Telefonkonferenz von den Vorzügen eines Zusammenschlusses zu schwärmen. Die Kombination von Tesla und Solar City sei ein „no-brainer“, liege also auf der Hand. Mit Solar City würde Tesla zu einem „vertikal integrierten Energieunternehmen.“

          Wer an Elektroautos von Tesla oder an den seit kurzem ebenfalls vom Unternehmen angebotenen „Powerwall“-Batterien für den Haushalt interessiert sei, der habe auch ein „natürliches“ Interesse, auf Solarenergie umzustellen. Das gleiche gelte umgekehrt. Die beiden Unternehmen könnten also Synergien schöpfen.

          Freilich hatte Solar City zuletzt mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Das Unternehmen hat wiederholt mit seinen Quartalsergebnissen enttäuscht und weist regelmäßig Verluste aus. Seit Jahresbeginn ist der Aktienkurs um 58 Prozent gefallen. Am Dienstag vor Bekanntwerden des Übernahmeangebots kostete die Aktie rund 21 Dollar, 2014 waren es zwischenzeitlich noch mehr als 80 Dollar.

          Nachbörslich legte der Aktienkurs von Solar City freilich um 15 Prozent zu. Ganz anders sah es bei Tesla aus: Der Kurs des Autoherstellers stürzte zeitweise um 12 Prozent ab. Offenbar leuchtete es der Wall Street also erst einmal nicht ein, warum diese Übernahme auf der Hand liegen soll.

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