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Territorialstreit im Südchinesischen Meer : China errichtet künstliche Inseln vor den Philippinen

Chinesische Landnahme Bild: AP

Während der Konflikt mit Vietnam um eine chinesische Bohrinsel nicht zur Ruhe kommt, schafft Peking gegenüber Manila offenbar Fakten. Die Landgewinnung nahe der Spratly-Inseln erinnert an die Inseln vor Dubai.

          2 Min.

          China errichtet angeblich künstliche Inseln im Südchinesischen Meer, weil die nationale Zugehörigkeit der vorhandenen Eilande umstritten ist. Schiffe aus der Volksrepublik schafften unablässig Sand, Zement, Holz und Stahl herbei, um in der Nähe der Spratly-Inseln Land zu gewinnen, berichtet die Finanzagentur Bloomberg mit Verweis auf philippinische Quellen.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Nicht weniger als sechs Staaten beanspruchen das Archipel, darunter die Regierungen in Peking und Manila. Die mehr als 100 Inseln, Atolle und Riffe liegen in einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, außerdem werden hier Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet.

          „Sie erschaffen auf künstliche Weise Inseln, die es seit Beginn der Welt nicht gegeben hat, so wie die in Dubai“, sagte Eugenio Bito-onon gegenüber der Agentur. Er ist der Bürgermeister eines dünnbesiedelten Abschnitts der Spratlys namens Kalayaan (Freiheit), den die Philippinen besetzt halten.

          Territorialkonflikte spitzen sich zu

          Der Vergleich bezieht sich auf die Ferienanlage „Palms Islands“, palmenförmige Aufschüttungen vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate. Wären die chinesischen Anstrengungen erfolgreich, „würde das zur völligen Kontrolle des Südchinesischen Meeres führen“, warnte Bito-onon.

          Chinas Territorialkonflikte im Ostchinesischen Meer mit Japan und im Südchinesischen Meer mit zahlreichen anderen Ländern spitzen sich immer mehr zu. 2012 trotzte die Volkrepublik den Philippinen das Scarborough-Riff in einem militärischen Scharmützel ab. Im  selben Jahr kam es in Peking und anderen Städten wegen des Streits um die Senkaku-Inseln zu antijapanischen Protesten, zu gewalttätigen Übergriffen und zum Boykott von Waren aus dem Nachbarland.

          Seit einigen Wochen geraten Vietnam und China immer handfester aneinander, weil Peking eine Ölplattform vor den Paracel-Inseln in Betrieb genommen hat, die Hanoi beansprucht. Schiffe beider Seiten rammten sich gegenseitig, man schoss mit Wasserkanonen aufeinander, in Vietnam kam es zu Ausschreitungen, denen vier Chinesen zum Opfer fielen.

          Noch ist das Undenkbare undenkbar

          Die Lage wird also nicht gerade gemütlicher in der Region, im Gegenteil. Das gilt auch wieder für die asiatischen Aktienmärkte. Nachdem der Regionalindex MSCI Asia Pacific ohne Japan gestern auf den höchsten Stand seit drei Jahren geklettert war, verliert er heute 0,1 Prozent an Wert.

          Erklärt werden die Einbußen mit den verhaltenen Aussichten der Weltbank für die internationale Wirtschaft. Die Organisation hat ihre Wachstumserwartung verringert, weil die Lage in vielen wichtigen Ländern weiterhin schwierig sei. Namentlich für die Vereinigten Staaten, für China, Russland, Indien und Brasilien wurden die Prognosen zurückgenommen.

          Diese wirtschaftliche Unsicherheit gilt schon in friedlichen Zeiten. Nicht auszudenken, welche Turbulenzen es gäbe, falls die Territorialdispute eskalierten.

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