https://www.faz.net/-gqe-7notc

Fukushima : Tepco darf bald Grundwasser in den Pazifik leiten

  • Aktualisiert am

Das Gelände des Atomkraftwerks Fukushima im August 2013 Bild: AP

430.000 Tonnen radioaktiv belasteten Wassers lagern auf dem Gelände des Atomkraftwerks von Fukushima. Bald soll es in den Pazifik fließen - unter der Bedingung, das Tepco das radioaktive Wasser zuvor reinigt.

          Die regionale Vereinigung der Fischer von Fukushima hat ihren Widerstand dagegen aufgegeben, dass die Betreibergesellschaft der havarierten Atomreaktoren im Kraftwerk Fukushima Daiichi, Tepco, Grundwasser vom Gelände des Atomkraftwerks direkt in den Pazifik leitet. Die Fischer beschlossen am Dienstag, dass sie Tepcos Plänen unter der Bedingung zustimmen, dass das Wasser sauber genug und nicht radioaktiv belastet sei.

          Für das Energieunternehmen ist die Zustimmung der Fischer ein erster, wichtiger Schritt, die angespannte Lage mit radioaktiv kontaminiertem Wasser in den Griff zu bekommen. Tepco sicherte den Fischern zu, dass zum Beispiel die Belastung mit Tritium nur rund ein Vierzigstel der zulässigen Grenzwerte ausmache. Die Vereinigung der Fischereigenossenschaften in Fukushima überreichte eine Petition an Tepco und an die Regierung, dass sichergestellt werden müsse, dass die radioaktive Belastung des in den Ozean geleiteten Wassers unter allen zulässigen Grenzwerten liegen müsse.

          430.000 Tonnen radioaktiv belasteten Wassers lagern auf dem Gelände des Atomkraftwerks

          Von den nahen Hügeln um die havarierten Atomreaktoren fließen täglich rund 400 Tonnen Grundwasser in die Untergeschosse der im März 2011 durch das Erdbeben zerstörten Reaktorgebäude. Sie mischen sich dort mit den rund 300 Tonnen hoch radioaktiv belasteten Kühlwasser, die Tepco täglich benötigt, um die Reaktoren zu kühlen, in denen es damals zur Kernschmelze gekommen ist. Die rund 700 Tonnen radioaktiv belasteten Wassers, die damit jeden Tag anfallen, sind derzeit eines der größten Probleme bei dem Versuch, die Lage in den havarierten Reaktoren unter Kontrolle zu bekommen.

          Mehr als 430.000 Tonnen Wasser, das radioaktiv belastetet ist, lagern derzeit in großen 1000-Tonnen-Tanks auf dem Gelände des Atomkraftwerks. Tepco hat ein Sperrsystem errichtet, dass das Grundwasser teilweise um die Reaktorgebäude umleiten soll. Rund 100 Tonnen Grundwasser könnten so direkt vom Gelände des Atomkraftwerks in den Pazifik geleitet werden. Statt täglich 700 Tonnen müsste Tepco nur rund 600 Tonnen neu lagern. Wegen des Widerstands der Fischer durfte das Energieunternehmen auch dieses Grundwasser bislang aber nicht ableiten. Wegen der radioaktiven Belastung ist die Fischerei in den Gewässern vor der Küste derzeit ohnehin nur eingeschränkt möglich.

          Wieder Pannen bei der Dekontaminierung des Wassers

          Tepcos Pläne sehen vor, das auf dem Gelände gelagerte Wasser zu säubern und in Zukunft in den Pazifik zu leiten. Erst am Montag musste das Unternehmen aber wieder technische Pannen bei der Dekontaminierung des Wassers einräumen. So musste die Anlage, mit denen das Wasser gesäubert werden soll, abgeschaltet werden, weil die radioaktiven Substanzen nicht ausreichend entfernt wurden.

          Von 21 Wassertanks, in denen gefiltertes Wasser lagert, hätten Messungen in 9 Tanks deutlich höhere Werte ergeben, hieß es. Mit dem Filtersystem, das derzeit im Probebetrieb läuft, hofft Tepco, mittelfristig das Problem mit dem radioaktiv belasteten Kühlwasser in den Griff zu bekommen.

          Weitere Themen

          Bedeutet der Uploadfilter das Ende des freien Internets? Video-Seite öffnen

          Reform des Urheberrechts : Bedeutet der Uploadfilter das Ende des freien Internets?

          Internet-Plattformen sollen dazu gezwungen werden, keine Inhalte auf ihren Seiten zuzulassen, für die die Urheber keine Lizenz erteilt haben. Dabei könnten so genannte Uploadfilter zum Einsatz kommen. Sie erkennen urheberrechtlich geschützte Texte, Bilder oder Audiodateien automatisch und blockieren ein Hochladen.

          Droht ein Endlos-Stau? Video-Seite öffnen

          Speditionen fürchten Brexit : Droht ein Endlos-Stau?

          Ein ungeregelter Brexit könnte Logistiker vor ungeahnte Probleme stellen. Es könne helfen, sich so gut es geht auf die verschiedenen Szenarien vorzubereiten. Doch dazu bleibt kaum noch Zeit.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.