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Südchinesisches Meer : China beendet Ölbohrung in umstrittenen Gewässern

Die Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer Bild: dpa

Durch die Verlegung einer Bohrinsel entspannt sich der Konflikt im Südchinesischen Meer vorerst. Verbesserte Wachstumszahlen in China heben die Stimmung.

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          Die Furcht vor einem militärischen Konflikt in Asien hatte zugenommen, seitdem China im Mai die Ölplattform Haiyang Shiyou 981 (HYSY 981) in Gewässer brachte, auf die sowohl China als auch Vietnam Hoheitsrechte anmelden. Die Beziehungen zwischen den einstigen sozialistischen Bruderländern erreichten einen Tiefpunkt. Wochenlang lieferten sich die Schiffe der beiden Seiten im Südchinesischen Meer ein Katz-und-Maus-Spiel, feuerten mit Wasserkanonen aufeinander und nahmen sogar Zusammenstöße in Kauf. Ein vietnamesisches Fischerboot wurde bei der Kollision mit einem chinesischen Schiff versenkt. Bei einem anti-chinesischen Aufruhr zertrümmerte der Mob in Vietnam Fabriken von Investoren aus China und anderen Ländern und legten Brände. Die chinesische Küstenwache nahm 13 vietnamesische Fischer vorübergehend fest.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Es wurde mit einer möglichen Eskalation des Konflikts gerechnet. Washington hatte die Verankerung der Bohrinsel in den umstrittenen Gewässern deshalb als „provokativ“ und „destabilisierend“ verurteilt. Am Dienstag meldete nun die chinesische Staatsagentur Xinhua, dass die Probebohrungen fertig seien. Dabei seien in zwei Bohrschächten sowohl Vorkommen an Öl als auch an Gas gefunden worden, ließ die China National Petroleum Corporation (CNPC) verlauten. Es sei festgestellt worden, dass die Region Potential zur Ausbeutung besitze. Zunächst müssten aber noch die erhobenen Daten ausgewertet werden. Die Bohrinsel werde an die südchinesische Tropeninsel Hainan verlegt. Ein weiterer Testbetrieb werde aufgrund drohender Taifune derzeit nicht in Angriff genommen.
          Ursprünglich hatte das Unternehmen angekündigt, die Bohrinsel bis August in dem Gebiet zu belassen. Mit ihrer vorzeitigen Verlegung dürfte sich auch die unmittelbare Gefahr eines Militärkonflikts vorerst verringern. Zur Beruhigung der Lage könnte zudem beitragen, dass die vietnamesischen Fischer von den chinesischen Behörden kürzlich freigelassen worden waren. Von einer Verbesserung der Sicherheitslage im Südchinesischen Meer könnten kurzfristig auch die Märkte profitieren. Hinzu kommt, dass Chinas Wirtschaft nach Angaben aus Peking mit 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwas stärker gewachsen ist als erwartet.

          Von einer Beilegung der Gebietsstreitigkeiten ist die Region allerdings noch weit entfernt. Insgesamt reklamiert China fast das gesamte Südchinesische Meer für sich. Dem Xinhua-Bericht nach könnte das Unternehmen in Zukunft die Bohrungen wieder aufnehmen. China streitet sich mit Vietnam um die Hoheit über die Paracel-Inselgruppe sowie einen Teil der Spratly-Inseln. Die Philippinen, Malaysia, Brunei und Taiwan erheben ebenfalls Ansprüche über die Spratlys. Dort hat China nach philippinischen Berichten kürzlich mit der Aufschüttung neuer künstlicher Inseln begonnen. Die Philippinen fürchten, dass sie zu Marinestützpunkten oder Landebahnen für Militärflugzeuge ausgebaut werden könnten.

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