https://www.faz.net/-gqe-8xonm

Neues Geld für altes Anwesen : Software-Milliardär zahlt Rekordpreis für Sydney-Villa

Das Landgut Elaine mit einem Rasen hinab zur Bucht von Sydney hat einen neuen Besitzer: Scott Farquhar, Mitgründer der Software-Schmiede Atlassian Bild: AFP

Der Mitgründer der Software-Schmiede Atlassian Scott Farquhar hat die Villa der Zeitungszaren Fairfax gekauft. Er will den alten Familiensitz erhalten.

          Das ganz neue und das ganz alte Geld mischen sich in Australien. Für geschätzte 75 Millionen Australische Dollar (50,6 Millionen Euro) hat Scott Farquhar das Anwesen der Verlegerfamilie Fairfax in Sydney übernommen. Scott wer? Farquhar hat gemeinsam mit Mike Cannon-Brookes Atlassian gegründet, den Hersteller von Teamsoftware. Nach dem spektakulären Börsengang in New York im Dezember 2015 sind die beiden Multimilliardäre. Und die Aushängeschilder Australiens für eine innovative Digitalwirtschaft.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Ganz anders die Fairfax-Familie. Sie repräsentiert – neben den Murdochs und den Packers – den Zeitungsadel Australiens. Längst haben sie ihre Titel verkauft, doch haben so angesehene Blätter wie der Australian Financial Review, The Age und The Sydney Morning Herald die Familie einst über Generationen reich gemacht. Das damalige Landgut Elaine mit einem Rasen hinab zur Bucht von Sydney war 1863 gebaut worden und gehört den Fairfax seit 1891. Das Anwesen von 6900 Quadratmetern hat sieben Schlafräume mit Badezimmern, einen Tennisplatz, einen Tanzsaal und Ställe, vor allem aber einen direkten Zugang zum Wasser.

          Der frischgebackene Milliardär Cannon-Brookes, der sich mit seiner Frau im vergangenen Jahr eine Villa gekauft hatte, sagte gerade im Gespräch mit der F.A.Z.: „Einer der bewegenden Momente in meinem Leben war es, als ich 2008 die Hypothek auf meine erste kleine Wohnung auf einen Schlag ablösen konnte – andere arbeiten ein ganzes Leben daran.“ Elaine stand seit Jahren leer und die Familie hatte wohl höhere Angebote von Immobilienentwicklern, die auf dem Luxusgrundstück ebensolche Appartements gebaut hätten. Aber sie wollte den einstigen Familiensitz erhalten – was Farquhar zusagte. Dafür zahlte er weniger, als andere geboten hatten, aber gleichwohl einen Rekord. Auch den bisherigen hielt der Sprössling einer Medienfamilie: James und Erica Packer hatten ihre Villa in Sydney 2015 für 70 Millionen Dollar an den chinesisch-australischen Geschäftsmann Chau Chak Wing verkauft.

          Die Sprache hat es den beiden neureichen 37-jährigen nicht verschlagen. Farquhar und Cannon-Brookes legen sich immer wieder mit der australischen Regierung an, obwohl diese sie gerne als Aushängeschilder präsentiert. So kritisierte Farquhar gerade deren Verschärfung der Einwanderungsregeln: „Hätte ich etwas zu sagen, würden wir die Einwanderungsquote erhöhen, statt sie zu verringern. Denn wenn man nach Silicon Valley blickt, erkennt man, dass ein hoher Prozentsatz der besten Unternehmen, die viel Wachstum und Arbeitsplätze erzeugt haben, von Immigranten gegründet wurden.“ Die australische Regierung hatte vor zwei Wochen die Visa für ausländische Arbeitskräfte zusammengestrichen. Leisten kann sich das Duo derzeit jede Kritik. Aus dem Börsengang ihres Unternehmens kamen die beiden mit jeweils mehr als zwei Milliarden Dollar heraus. Die Aktie von Atlassian aber legt nun seit Wochen schier unaufhaltsam zu: Seit Mitte Dezember hat sich ihr Wert nahezu verdoppelt. Geld genug für Farquhar und Cannon-Brookes, sich ein Haus zu kaufen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wenn das Regierungsbündnis aus Linken., SPD und Grünen einen staatlichen Mietendeckel mit Nachdruck verfolgt, könnte es nur in dieser Legistlaturperiode Wirklichkeit werden.

          Staatlicher Mietendeckel : SPD will Höchstpreis für Mieten in Berlin

          Wirkungsvoller als die bundesweite Mietpreisbremse, welche nur Bestandsbauten betrifft, soll ein staatlicher Mietendeckel sein: Ein Quadratmeter soll damit maximal 6 bis 7 Euro kosten, fordern Berliner Sozialdemokraten. Die CDU hält das für „Sozialismus“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.