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Ertragswende : Samsung erzielt trotz Handy-Debakels kräftigen Gewinnsprung

Das Jahr 2016 war ein sehr bewegtes für Samsung. Bild: dpa

Samsung Electronics macht wieder positive Schlagzeilen. Im vergangenen Jahr stieg der Gewinn kräftig. Das gute Geschäft mit elektronischen Bauteilen hilft über die Einbußen durch das Handy-Debakel hinweg.

          Trotz des schlagzeilenträchtigen Debakels um das brandgefährliche Handy Galaxy Note 7 hat das südkoreanische Vorzeigeunternehmen Samsung Electronics das vergangene Geschäftsjahr mit einem kräftigen Gewinnsprung abgeschlossen. Der Überschuss stieg um 19 Prozent auf 22,73 Billionen Won (17,4 Milliarden Euro).

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Nach zwei Jahren des Gewinnrückgangs hat Samsung damit eine Wende erreicht. Der operative Gewinn im Geschäft mit Handys hat sich bei einem abermals schrumpfenden Umsatz stabilisiert. In den anderen Geschäftsbereichen stiegen die Betriebsgewinne.

          Samsung meldete für das Gesamtjahr ein leichtes Umsatzwachstum von 0,6 Prozent auf 201,87 Billionen Won (154,4 Milliarden Euro). Der Betriebsgewinn stieg um 10,7 Prozent auf 29,24 Billionen Won. Dabei verbesserte Samsung die Wirtschaftlichkeit sehr, die operative Gewinnmarge stieg von 13,2 auf 14,5 Prozent.

          Auch der Wechselkurs nutzt

          Die Erholung wurde vor allem vom starken Wachstum im Geschäft mit Bauteilen wie Halbleitern und Displays getrieben. Dieser Bereich trug im vergangenen Jahr 54 Prozent zum operativen Ergebnis bei. Der Bereich mobile Geräte, der von Handys und Smartphones dominiert wird, macht nur 37 Prozent aus. Das ist weit weniger als noch 2014 mit 58 Prozent des Betriebsgewinns. Im Vergleich zum Jahr 2015, in dem ein stark aufwertender Won das Ergebnis belastete, nutzten Samsung in diesem Jahr auch die vergleichsweise geringen Wechselkursschwankungen.

          Samsung Electronics ist in den vergangenen Monaten eher durch negative Schlagzeilen aufgefallen. Die Reputation des Elektronikgiganten erlitt im vergangenen Jahr einen kräftigen Schlag, als Samsung das Smartphone-Spitzenmodell Galaxy Note 7 vom Markt nehmen musste. Zuletzt erregte Samsung Aufsehen, weil es in einen Korruptionsskandal um Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye verwickelt ist.

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Samsung hatte am Montag nach monatelangen Untersuchungen erklärt, dass für die Selbstentzündungen des Note 7 im vergangenen Jahr defekte Batterien verantwortlich gewesen seien. Der Konzern hatte das Smartphone, mit dem sich große Hoffnungen verbanden, nach nur wenigen Wochen komplett vom Markt genommen, weil Dutzende der Handys in Brand geraten waren. Das Unternehmen schätzte die Kosten für das Debakel auf mehr als 6 Billionen Won (5 Milliarden Euro).

          Samsung Electronics kündigte zugleich an, in diesem Jahr Aktien im Wert von 9,3 Billionen Won (7.4 Milliarden Euro) aufzukaufen und einzuziehen. Die Jahresenddividende wird 27.500 Won (knapp 22 Euro) betragen. Der Aktienkurs lag am Dienstag am frühen Nachmittag Ortszeit mit 1,905 Millionen Won (151.000 Euro) leicht im Plus.

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