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Angebot steigt weiter : Weltmarktführer BHP Billiton warnt vor fallenden Preisen

BHB Billiton baut im Westen Australiens Eisenerz ab. Bild: AFP

Die Preise für Bodenschätze sind in den vergangenen Wochen stark gestiegen. So wird es nicht bleiben, warnt Andrew Mackenzie, der Vorstandschef des Rohstoffriesen. Und räumt ein, sich verrechnet zu haben.

          Der weltgrößte Bodenschatzkonzern bleibt skeptisch und vorsichtig. Der Vorstandsvorsitzende der australischen BHP Billiton sagte am Mittwoch, er rechne nicht mit steigenden Preisen. „Wir sind eher auf der Seite der Bären. Vor allem mit Blick auf den Erzpreis“, sagte Andrew Mackenzie am Mittwoch in Melbourne auf dem Unternehmensgipfel des Australian Financial Review. Er sprach von einer „längeren Phase niedrigerer Preise“. Und fügte an: „Der harte Abschwung hat uns eines gelehrt: Es gibt keine Sicherheiten im 21. Jahrhundert. Dies zeigt auch der Zustand der Weltwirtschaft.”

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Mackenzie beschrieb die Überraschung angesichts der einbrechenden Preise, die im Jahr 2011 von rund 40 Dollar auf fast 200 Dollar je Tonne Erz stiegen, nur um in den vergangenen zwei Jahren auf unter 30 Dollar wegzuschmelzen. Seit Jahresbeginn haben sie allerdings wieder 30 Prozent gewonnen. „Viele, auch BHP Billiton, waren nicht auf den größten Rohstoffboom unsere Zeit vorbereitet. Und obwohl wir Signale für ein Ende des Booms wahrnahmen, hatten wir weder dessen Wucht noch die Geschwindigkeit erwartet.“ Der Vorstandschef warnte vor weiter fallenden Preisen: „Es wird immer mehr gefördert werden. Es wird einen Angebotsüberhang geben und das wird die Preise unter den heutigen Stand drücken.“

          Australien im Tief

          Während der Vorstandschef des Weltmarktführers warnte, erklärte der Chefvolkswirt der Commonwealth Bank of Australia, es sei „Licht am Ende des Tunnels“ zu erkennen. Australien habe gut 90 Prozent der Folgen des Preissturzes bei Rohstoffe abgearbeitet, sagte Michael Blythe. Auch 55 Prozent der damit verbundenen Arbeitsplatzverluste seien inzwischen durchlitten. Die Wachstumsrate Australiens von 3 Prozent Ende vergangenen Jahres sei dafür hoch, denn die Investitionsscheu der Bodenschatzkonzerne in der Krise habe sie 1,8 Prozentpunkte gekostet.

          Mackenzie sagte, BHP Billiton werde auch angesichts wohl wieder fallender Preise selbst mit Eisenerz gutes Geld verdienen, weil das Management den Konzern drastisch verschlankt und restrukturiert habe. Nur indirekt streifte er die Vorwürfe aus der Branche gegen die großen drei Erzförderer BHP Billiton, Rio Tinto und Vale, sie würden die Preise bewusst und vielleicht abgesprochen drücken, um sich so Marktanteile zu sichern. „Früher oder später würden die Bedingungen des Marktes die Preise nach unten ziehen. Wir alle wissen das. Preiskartelle sind unfair und nicht nachhaltig, auch weil sie Unsicherheiten schaffen.“

          Der Abschwung werde zu weiteren Firmenzusammenbrüchen führen. Zukäufen aber steht er eher kritisch gegenüber. „Es könnte zu Kaufgelegenheiten kommen. Aber wir sind nur an etwas interessiert, das unseren wirklich hohen Erwartungen entspricht. Wenn es soweit kommt, besitzen wir die Finanzkraft zuzugreifen.“ Allerdings stehe im Vordergrund, die Produktivität und die Technologie des Konzerns weiter auszubauen, in die er „stark investieren“ wolle. Nach einem Verlust von 5,67 Milliarden Dollar in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres hat BHP Billiton gerade erstmals die Dividende gekürzt. Mackenzie sagte, natürlich berühre ihn der niedrige Kurs der Aktie des Unternehmens. Er habe aber gelernt, sich davon nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. „Ich schaue nur noch vielleicht einmal die Woche auf die Kursentwicklung.“

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