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Japanische Rüstungsexporte : Bierdosen statt Reiskocher?

Das Soryu-U-Boot gibt’s auch bestimmt mit australischen Farben. Bild: AP

Japans Rüstungsindustrie plant den ersten U-Boot-Export. Um sich einen Auftrag von Australien zu sichern, bietet sie dem Land allerhand Extras. Dabei könnten auch Toiletten eine entscheidende Rolle spielen.

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          In Deutschland ist Rosenmontag, im chinesischen Asien wird Neujahr gefeiert. Heute also ist Zeit für eine leichte Meldung. Nicht der Raketenstart in Nordkorea, nicht die Katastrophe in Taiwan sollen uns beschäftigen, sondern die Fortschritte der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt. Japan ist im Industriekosmos höchst angesehen, beschenkte die Unternehmenswelt mit Kaizen und 5S, erfand das Hybrid-Auto früher als Daimler & Co. Keine Frage, von Japans Unternehmen lernen, heißt siegen lernen.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Nun setzen sie zu neuem Höhenflug an – oder ist es ein Tiefflug? Immerhin geht es um Unterseeboote. Die wollen die Japaner den Australiern verkaufen, und damit über deren Lebenszyklus rund 50 Milliarden Australische Dollar (32,4 Milliarden Euro) einnehmen. Vieles spricht dafür, dass die Japaner den Auftrag holen werden, um den sich auch die französische DCNS und Thyssen-Krupp bewerben. Denn sie lassen nichts unbeachtet. Vor Wochen baten sie die australischen Politiker, das Abschlachten der Wale durch japanische Jäger – das die Australier hassen – bei der Beurteilung der U-Boot-Offerte doch bitte gänzlich außen vor zu lassen.

          Bierdosen statt Reiskocher?

          Am heutigen Montag legten Mitsubishi und Kawasaki noch einmal richtig nach. Sicher, ihr U-Boot ist größer als alle anderen, kann sich unsichtbar machen und wird mit amerikanischer Technik ausgerüstet. Das ist bekannt. Aber längst nicht alles. Die Industrienation Japan ist nämlich auch bereit, die australischen U-Boote mit längeren Kojen für die „langen Kerls“ aus Australien auszustatten.

          Damit nicht genug. Allen Ernstes lässt der japanische Staatsminister für Verteidigung, Kenji Wakamiya, seine Ingenieure erklären, man sei auch bereit, getrennte Kojen für weibliche und männliche Mannschaftsmitglieder in die Soryu-Klasse einzubauen – das ist wichtig, denn in Japan kämpfen nur die Männer. Dann aber packt er die japanische Geheimwaffe aus: „Der massive Reiskocher in der Kombüse würde ersetzt durch etwas, was den Geschmack der australischen Mannschaft träfe“, zitiert die Zeitung ´The Australian´ die Japaner.

          Wir fragen uns: Was mag das sein? Eine Fish-n-Chips-Bude? Ein Burger-Brat-Grill? Wir wissen es nicht. Dafür aber wissen wir etwas anderes: Wenn die japanischen U-Boot-Fahrer ihr Geschäft erledigen, geht das stilvoll vor sich. Denn sie sitzen tief unter dem Meeresspiegel auf Klos, die warmes Wasser zur Reinigung ihres Allerwertesten einsetzen. So wird die japanische Kampfmoral hochgetrieben.

          Natürlich können die Australier die gleichen Luxusklos in ihre Boote eingebaut bekommen wie die Japaner. Allerdings schweigen sich Mitsubishi, Kawasaki und der Minister darüber aus, um welchen Betrag diese Ausführung den Angebotspreis erhöhte. Die Alternative für Canberra wären schlichte Plumpsklos für ganz harte Jungs aus „down-under“. Vielleicht bleibt dann ja Geld übrig für einen XL-Eisschrank für Bierdosen? Wetten, dass Mitsubishi und Kawasaki auch sowas in U-Boote einbauen könnten?

          Wer übrigens auch am Rosenmontag wissen will, womit die drei Kontrahenten um den Riesenauftrag wirklich kämpfen, schaut heute ins E-Paper oder in unsere F.A.Z.-Plus-App.

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