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Bürger blechen für Tank&Rast : Raststätte will für Kläranlage nicht zahlen

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Das Geld der Autofahrer nehmen wir gerne. Für Kläranlagenbauten zahlen wir aber nicht. Bild: dpa

2000 Einwohner hat Hausen. Umgerechnet 1800 die Raststätte Riedener Wald. Doch für die notwendige neue Kläranlage will der Monopolist Tank & Rast nicht zahlen.

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          Wegen eines Streits mit einer Autobahn-Raststätte müssen die Menschen in einer kleinen Gemeinde in Unterfranken eine der höchsten Abwassergebühren Bayerns zahlen. Die Bewohner von Hausen (Landkreis Würzburg) zahlen 3,38 Euro pro Kubikmeter Abwasser, wie aus dem Protokoll der jüngste Gemeinderatssitzung hervorgeht.

          Nach Angaben einer lokalen Bürgerinitiative liegt der bayernweite Durchschnitt bei rund zwei Euro. Grund für den hohen Preis in Hausen sei die Raststätte Riedener Wald an der Autobahn 7.

          Die Gemeinde hat 2013 eine neue Kläranlage für 3800 Einwohner in Betrieb genommen. Allein 1800 Einwohnerwerte davon entfallen der Gemeinde zufolge auf die Raststätte. Dennoch weigere sich der Betreiber Tank & Rast, sich an den Baukosten für die Kläranlage zu beteiligen, sagte ein Sprecher. Hausen hatte dem Unternehmen einen Anteil von 2,2 Millionen Euro in Rechnung gestellt.

          Tank & Rast verweist darauf, dass es keinen Vertrag gebe, nach dem sich das Unternehmen an den Baukosten für eine neue Kläranlage beteiligen müsse. Man sei bereit, für die Abwässer der Raststätte Gebühren zu bezahlen, der Bau aber sei Sache der Gemeinde, heißt es in einer Stellungnahme.

          Das Verwaltungsgericht Würzburg hat diese Ansicht 2014 bestätigt. Die Gemeinde ging daraufhin in Berufung. Der Verwaltungsgerichtshof in München muss nun entscheiden, ob er die Berufung annimmt.

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