https://www.faz.net/-gqe-7l9qe

Quartalssaison : Wall Street wird nervöser

  • -Aktualisiert am

Bild: AP

Kurz vor wichtigen Quartalszahlen gehen die amerikanischen Aktienkurse in die Knie. Die schwach ausgefallenen Arbeitsmarktdaten für Dezember hallen nach.

          1 Min.

          Die Anzeichen für eine bevorstehende Korrektur an den amerikanischen Börsen nehmen zu. Einen Tag vor der Veröffentlichung wichtiger Quartalszahlen fiel der breitgefasste Aktienindex S&P 500 am Montag um 1,3 Prozent auf 1819 Punkte zurück. Das war der stärkste Rückschlag seit zwei Monaten. Der Dow-Jones-Index gab um 1,1 Prozent auf 16.258 Punkte nach. Für das Standardwertebarometer war es der stärkste Tagesverlust seit September. Die Kurse konjunktursensibler Titel wie die des Softwareherstellers Microsoft, des Sportartikelanbieter Nike und des Unterhaltungskonzern Walt Disney sackten um jeweils mehr als 2 Prozent ab.  Der „Angstindex“ VIX, eine wichtige Messlatte für die Stimmung von Investoren, kletterte am Monat auf den höchsten Stand seit einem Monat. Im historischen Vergleich befindet sich der Index allerdings immer noch auf einem niedrigen Niveau. Der Vix, der Volatilitätsindex der Chicagoer Optionsbörse CBOE, bildet die Preise für Optionskontrakte ab, mit denen sich Investoren gegen Kursverluste wegen unerwarteter Schwankungen im S&P 500 absichern können.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Die wachsende Nervosität scheint eine Folge der deutlich schwächer als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten für Dezember zu sein. Die Aktienkurse hatten zuletzt von der Hoffnung auf ein robustes Wirtschaftswachstum profitiert. Das amerikanische Arbeitsministerium hatte am Freitag für den Dezember aber nur 74.000 neu geschaffene Stellen außerhalb der Landwirtschaft gemeldet. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit 197.000 neuen Arbeitsplätzen kalkuliert. Einige Ökonomen gaben sich ob des Ausrutschers allerdings nicht sonderlich überrascht. „Wir führen das auf das Wetter zurück“, sagte Vincent Reinhart, Amerika-Chefökonom der Investmentbank Morgan Stanley, am Montag vor internationalen Journalisten. Im Dezember war es so kalt gewesen wie seit vier Jahren nicht mehr, was das Geschäft in der Bauindustrie und der Freizeitbranche beeinträchtigte. „Insgesamt war das vierte Quartal sehr stark“, resümierte Reinhart. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen für November war um 38.000 auf 241.000 Stellen angehoben worden.

          Am Dienstag legen JP Morgan Chase und Wells Fargo als erste einer Reihe von Großbanken ihre Ergebnisse für das vergangene Quartal vor. Börsianer scheinen sich auf böse Überraschungen gefasst zu machen. Das Branchenbarometer KBW Bank Index fiel am Montag um 1,3 Prozent.

          Weitere Themen

          Spotify startet in 13 neuen Ländern

          Russland, Ukraine, Balkan : Spotify startet in 13 neuen Ländern

          Die Spotify-Aktie steht auch wegen der teuren Podcast-Offensive derzeit gut da. Jetzt wagt der Musikstreaming-Marktführer seit mehr als einem Jahr wieder eine große Expansion. In den neuen Ländern ist er aber nicht allein.

          Apple vor Gericht in Europa

          Wegen Steuerzahlungen : Apple vor Gericht in Europa

          Die EU-Kommission hat dem Apple-Konzern in Irland Steuerzahlungen in Milliardenhöhe auferlegt. Wird diese richtungsweisende Entscheidung nun gekippt?

          Topmeldungen

          Der Apple-Campus in Cork, Irland

          Wegen Steuerzahlungen : Apple vor Gericht in Europa

          Die EU-Kommission hat dem Apple-Konzern in Irland Steuerzahlungen in Milliardenhöhe auferlegt. Wird diese richtungsweisende Entscheidung nun gekippt?

          Russland, Ukraine, Balkan : Spotify startet in 13 neuen Ländern

          Die Spotify-Aktie steht auch wegen der teuren Podcast-Offensive derzeit gut da. Jetzt wagt der Musikstreaming-Marktführer seit mehr als einem Jahr wieder eine große Expansion. In den neuen Ländern ist er aber nicht allein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.