https://www.faz.net/-gqe-8j5cj

Klarer Standpunkt : Obamas Chefökonom gegen bedingungsloses Grundeinkommen

  • -Aktualisiert am

Hat einen klaren Standpunkt zu einem amerikanischen Grundeinkommen: Obamas Chefökonom Jason Furman. Bild: AFP

Roboter killen die meisten Arbeitsplätze. Mit diesem Argument wird für das Grundeinkommen geworben. Doch der Chefökonom des Weißen Hauses glaubt nicht dran.

          1 Min.

          Die Idee eines Basiseinkommens für alle, ob sie arbeiten oder nicht, hat in den Vereinigten Staaten Aufwind  bekommen. Unternehmer im Silicon Valley und ihre Wagniskapital-Investoren sind dafür, linksprogressive Politiker aber auch Persönlichkeiten des konservativen Lagers, wie Charles Murray, einer der Vordenker des American Enterprise Instituts werben für die Idee.

          Jetzt hat der Chefökonom des Weißen Hauses, Jason Furman, in die inzwischen in vielen Industrieländern geführte Debatte eingegriffen in einer Rede an der New York University. Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens wird in den Vereinigten Staaten vor allem unter der Prämisse geführt, dass die ungefesselten Kräfte der Automation und der Künstlichen Intelligenz zwangsläufig Arbeitsplätze in großem Stil vernichten.

          Für Furman stellt sich das Problem aber anders da. Das Thema sei nicht, dass Automatisierung große Teile der Bevölkerung arbeitsunfähig mache. Vielmehr stelle sich das Problem, dass Arbeiter die Fähigkeiten und Kenntnisse missen lassen, um erfolgreich die guten, hochbezahlten Arbeitsplätze auszufüllen, die durch künstliche Intelligenz geschaffen würden.

          Er sieht nicht, dass die Roboter ein Problem neuer Art erzeugen. Das heißt aber nicht, dass die Anpassung nicht trotzdem schwierig ist. Er präsentierte in seiner Rede eine Statistik, derzufolge 83 Prozent aller Jobs mit einem Stundenlohn unter 20 Dollar durch Automatisierung bedroht sein, räumte aber zugleich ein, dass die Methodologie dieser Statistik umstritten sei. Die OECD kommt zu deutlich geringeren Werten.

          „Wir sollten keine Politik verfolgen, die die Möglichkeit aufgibt, dass Leute beschäftigt bleiben“, sagte Furman.  Die Herausforderung sei viel mehr, die Leute für die neuen Beschäftigungen zu trainieren. Obamas Chefökonom sieht noch ein weiteres Problem: Das bedingungslose Basiseinkommen würde in jeder realistischen Spielart die Ungleichheit noch verschärfen, sollte es die klassische Sozialpolitik zur Bekämpfung der Armut ersetzen. Wenn alle das gleiche Geld kriegen, würden Arme nicht überproportional profitieren.    

          Weitere Themen

          King of Wall Street

          Hanks Welt : King of Wall Street

          BlackRock-Gründer Larry Fink hat die Finanzbranche revolutioniert. Sein Le­ben beweist, dass sich Erfolg nicht planen lässt, dass aber ein paar Dinge den Er­­folg wahrscheinlicher machen.

          Wirtschaftsforscher senken Konjunkturprognose deutlich Video-Seite öffnen

          Anstieg von nur 2,4 Prozent : Wirtschaftsforscher senken Konjunkturprognose deutlich

          Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognose für das Wachstum der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr noch einmal deutlich abgesenkt. In ihrem Herbstgutachten gehen die Expertinnen und Experten nun von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,4 Prozent in diesem Jahr aus – nach prognostizierten 3,7 Prozent im Frühjahr.

          Salat ist das neue Fastfood

          Essen zuhause und im Büro : Salat ist das neue Fastfood

          Gerichte mit Edamame und Süßkartoffelspiralen statt Pizza und Burger: Die Lieferung von gesundem Essen liegt im Trend. Davon profitieren drei junge Unternehmen.

          Topmeldungen

          Hauptsache auffallen: 2010 posierte Sebastian Kurz im Wahlkampf für den Gemeinderat im Kampagnenvideo „Schwarz macht geil“ – auf einem schwarzen Hummer vor dem Nachtclub Moulin Rouge in Wien.

          Sebastian Kurz : Im Geilomobil zur Macht

          Seinen rasanten Aufstieg hatte Sebastian Kurz immer auch seinem Netzwerk zu verdanken. Die jungen Männer halfen ihm seit Jahren, auch bei vielen Intrigen.

          CDU sucht neuen Chef : Ein Mann für alle

          Die CDU diskutiert darüber, wer ihr neuer Vorsitzender werden könnte. Doch davor stellt sich die Frage: Wie bestimmt man das überhaupt?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.