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New Yorker Kultbäckerei geschlossen : Auch Mäuse mögen Cronuts

Cronut - Hoffentlich ohne Köttel Bild: dpa

Das New Yorker Gesundheitsamt hat die Kultbäckerei von Dominique Ansel geschlossen. Ein Kunde hatte eine Maus entdeckt und ein Video davon publik gemacht. Der Bäcker findet das unfair.

          2 Min.

          Vor knapp einem Jahr verkaufte Dominique Ansel in seiner kleinen Bäckerei im New Yorker Stadtteil Soho zum ersten Mal seinen „Cronut“, eine Mischung aus Croissant und Donut. Ansel löste eine Massenhysterie an: Jeden Morgen stellten sich Menschen schon Stunden vor der Ladeneröffnung für die frittierten Gebäckteile in die Schlange. Das tägliche Angebot ist stark limitiert, und jeder Kunde darf höchstens zwei Cronuts kaufen. Etliche andere Bäckereien in New York und anderswo fingen an, ihre eigenen Cronut-Versionen anzubieten. Auch heute, da die Cronuts nicht mehr wirklichen Neuheitscharakter haben, sind die Schlangen noch immer gewaltig.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Am vergangenen Wochenende gab es aber keine Cronut-Schlange, denn am Freitag wurde die Bäckerei vom städtischen Gesundheitsamt geschlossen. „Schwerer Mäusebefall,“ ließ die Behörde als Begründung verlauten. Tags zuvor hatte ein Kunde ein Video in der Bäckerei aufgenommen, in dem eine Maus auf dem Boden herumrennt, während neben ihr ein Mitarbeiter in aller Seelenruhe mit Teig hantiert. Das Video wurde der Internetseite „Gothamist“ zugespielt und war offenbar der Grund, warum das Gesundheitsamt mit drei Inspektoren anrückte. Solche Videos mit Mäusen und Ratten in New Yorker Lokalen tauchen angesichts der hohen Zahl dieser Tiere in der Stadt immer wieder einmal auf.

          Schwerer Kampf um Top-Standard

          Die Bäckerei teilt offenbar nicht die Auffassung der Beamten, dass es bei ihr einen schweren Mäusebefall gibt. Eine Sprecherin sagte dem „Gothamist“, Ansel habe auf seinen Knien nach Mäusen gesucht, und die Mitarbeiter hätten eine siebenstündige Putzaktion absolviert, aber es sei kein weiteres Tier gefunden worden. Sie beklagte sich weiter, wie kleinlich das Gesundheitsamt sei, das schon Löcher von der Größe einer Kugelschreiberspitze in der Wand als Verstoß werte. Das Gesundheitsamt habe nun von der Bäckerei verlangt, den Keller neu zu zementieren. Man hoffe darauf, den Laden am Montag wieder öffnen zu können.

          Bislang hatte Ansel im Gegensatz zu manchen anderen New Yorker Läden und Restaurants keine allzu schlechten Erfahrungen mit dem Gesundheitsamt gemacht. Denn bei den bisherigen Inspektionen bekam er jedes Mal die Bestnote „A“ nach dem städtischen Bewertungssystem. New York hat dieses System vor rund vier Jahren eingeführt und bewertet dabei die hygienischen Zustände in Restaurants. Die Lokale müssen die Noten, die von „A“ bis „C“ reichen, für Kunden gut sichtbar plazieren. Bei der letzten Inspektion im Oktober war es für Ansel indessen schon etwas knapper, und er war nicht allzu weit von „B“ entfernt.

          Schon damals wurde auf Anzeichen für Mäuse hingewiesen. Die neue Inspektion würde Ansel nun sogar die Note „C“ bescheren. Nach Angaben auf der Internetseite des Gesundheitsamtes bekam die Bäckerei 43 Strafpunkte. Eine Bewertung von 28 Punkten und mehr hat die Note „C“ zur Folge, „B“ gibt es zwischen 14 und 27 Punkten und „A“ bei bis zu 13 Punkten. Ein Lokal, das nicht die Bestnote schaffte, wird aber noch einmal geprüft, bevor das Schild gezeigt werden muss. Restaurantbetreiber können die Bewertung auch anfechten.

          Noch mehr als über das Gesundheitsamt scheint sich Ansel über den Kunden zu ärgern, der das Video publik gemacht hat. „Oft sehen Leute nicht die Konsequenzen ihrer Handlungen; wie ein kleines Video mit einer Maus, die drei Sekunden lang über den Bildschirm rennt, ein ehrliches, kleines Geschäft beschädigt, von dem der Lebensunterhalt von Menschen abhängt.“

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