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Super Mario auf dem iPhone : Nintendo beißt in einen Apfel

Super Mario (r) und sein Schöpfer Shigeru Miyamoto Bild: Reuters

Japans Spielespezialist Nintendo bringt die beliebte Figur Super Mario auf das iPhone. Der Aktienkurs in Tokio steigt zeitweise um 18 Prozent.

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          Eines der wichtigsten Ereignisse der japanischen Wirtschaft spielte am Donnerstag nicht in Japan, sondern zu nachtschlafender Tokio-Zeit in den frühen Stunden des Tages jenseits des Pazifiks – in San Francisco. Dort betrat während der Produktpräsentation des Elektronikunternehmens Apple Shigeru Miyamoto die Bühne und verkündete unter Applaus der Anwesenden, dass der japanische Spielehersteller Nintendo im Dezember seine bekannteste Spielefigur, den Klempner Super Mario, auf das iPhone bringen werde.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Miyamoto ist der legendäre Spieledesigner von Nintendo, der vor mehr als 30 Jahren die Spielefigur Mario erfand. Sein Auftritt auf dem Apple-Ereignis symbolisiert, wie wichtig Nintendo den Strategieschwenk nimmt, auch auf mobilen Geräten anderer Hersteller mit seinen Spielen präsent zu sein. „Sie können das Spiel mit einer Hand spielen, während sie sich in der U-Bahn festhalten, einen Burger essen“, sagt Miyamoto und fügte lachend hinzu: „Oder wenn sie in einen Apfel beißen.“

          An der Börse in Tokio wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Der Aktienkurs von Nintendo stieg zeitweise um 18 Prozent und lag später etwa 13 Prozent im Plus.

          NINTENDO CO. LTD

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          Welches Potential die mobile Spielleidenschaft von Smartphone-Nutzern bietet, hatte Nintendo erst im Juli erfahren. Damals kam das Kultspiel Pokémon Go auf das iPhone und der Aktienkurs von Nintendo stieg zeitweise auf mehr als das Doppelte. Dabei profitierte Nintendo von der Aufregung um das Pokémon-Spiel, das vom amerikanischen Unternehmen Niantic veröffentlicht wurde, nur indirekt über Lizenzeinnahmen und über mehr Interesse an seinen originären Pokémon-Produkten.

          Das Super-Mario-Spiel aber entwickelt Nintendo in Zusammenarbeit mit dem japanischen Spezialisten Dena selbst. Auch nach den ersten Übertreibungen des Pokémon-Go-Trubels ist im Aktienkurs von Nintendo dennoch einiges hängen geblieben. Der Wert der Aktie hatte sich Anfang Juli um mehr als die Hälfte verbessert.

          SONY

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          „Super Mario Go“ ist eines von in den Worten Miyamoto vier Spielen, die Nintendo bis zum Ende des Geschäftsjahres im März 2017 auf dem iPhone anbieten will. Ursprünglich hatte Nintendo bis dahin fünf Spiele angekündigt. Der 63 Jahre alte Miyamoto zeigte sich nach seinem Auftritt auf dem Apple-Ereignis geschockt. Er habe nicht gewusst, dass Apple-Chef Tim Cook jünger sei, sagte er zu Journalisten. Doch dann habe Cook erwähnt, dass er während des Studiums Miyamotos Spiele gespielt habe.

          Im Schatten der Nintendo-Begeisterung hatten Japans Anleger am Donnerstag für einen anderen japanischen Spielespezialisten weniger Interesse. Der Aktienkurs von Sony fiel am Donnerstag um 0,8 Prozent. Sony hatte am Vorabend in New York neue Versionen der Spielekonsole Playstation 4 vorgestellt, mit denen das Unternehmen die Nutzer auf höher auflösendes 4K-Video und virtuelle Realität vorbereitet.

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