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Ni hao aus Peking : Deutschlands Handel mit China läuft besonders mies

Morgengymnastik in Peking Bild: AFP

China exportiert weniger, vor allem nach Europa. Das macht erste zarte Börsengewinne zunichte. Der Rückgang liegt auch daran, dass Deutschland weniger Waren aus Fernost einführt.

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          China exportiert weniger, der Außenhandel der größten Im- und Exportnation der Welt geht schneller zurück als erwartet. Der Ausfuhrwert ist im Juni im Vorjahresvergleich um 3,2 Prozent gefallen; Analysten hatten ein Plus um 3,7 Prozent vorhergesagt. Auch die Einfuhr geht immer schneller zurück. Im Juni betrug der Rückgang 0,7 Prozent nach 0,3 Prozent im Mai. Der Handelsbilanzüberschuss erreichte im Juni 27,1 Milliarden Dollar, auch das war weniger als gedacht.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Im gesamten ersten Halbjahr stieg der Austauschwert von Waren und Dienstleistungen um 8,6 Prozent. Wenn die Talfahrt jedoch weitergeht, wird es für die Regierung schwierig werden, ihr Ziel eines Handelsanstiegs um 8 Prozent für das Gesamtjahr zu erreichen. Schon diese Aussicht war bescheiden, üblicherweise wächst das Volumen in China zweistellig.

          Besonders übel sieht der Handel mit der EU aus und hier vor allem mit Deutschland. Wer hätte das gedacht? Schließlich gilt die Bundesrepublik doch als letzter Garant des Wachstums in Europa. Im ersten Halbjahr nahm der China-Handel der EU um 3,1 Prozent ab. Der Einzelwert für Deutschland – das fast ein Drittel des gesamten EU-Volumens beisteuert – betrug minus 5,6 Prozent! Selbst Italien steht viel besser da. Nur Frankreich schneidet schlechter ab, aber auf einem viel geringeren Niveau; sein Handelsvolumen mit China erreicht nicht einmal ein Drittel des deutschen. Die sinkende Nachfrage aus der Bundesrepublik und deren zurückgehende Lieferungen nach China reißen also den gesamten EU-Handel mit in die Tiefe.

          Da der Export mindestens ein Fünftel der Wirtschaftsleistung der Volksrepublik ausmacht, könnten nicht nur die Handelserwartungen  für dieses Jahr verfehlt werden, sondern auch das angestrebte Ziel eines BIP-Wachstums um 7,5 Prozent. Dann wüchse China, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, 2013 so langsam wie zuletzt 1990 – ein Jahr nach dem Massaker am Platz des Himmlischen Friedens. Die BIP-Zunahme hat sich zuletzt immer mehr abgeschwächt, von 7,9 Prozent im letzten Quartal 2012 auf 7,7 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres. Für das zweite werden 7,5 Prozent prognostiziert.

          Gewinne an den Aktienmärkten schmolzen dahin

          Natürlich haben solche Zahlen auch Auswirkungen auf die Aktienmärkte. Eigentlich waren die chinesischen Börsen mit hübschen Gewinnen in den Mittwoch gestartet, endlich ging es mal wieder aufwärts! Doch nach Veröffentlichung der Zahlen schmolzen viele Gewinne wieder dahin. Seitdem dümpeln die Kurse zwischen Plus und Minus hin und her, sowohl auf dem Festland, also in Schanghai und Shenzhen, als auch in Hongkong. Der Shanghai Composite Index hat im laufenden Jahr schon 13 Prozent eingebüßt.

          Abermals koppelt sich China damit vom Rest der Handelsplätze in der Asien-Pazifik-Region ab. Denn dort ist die Stimmung mehrheitlich gut, wenngleich auch hier die China-Daten Wasser in den Wein gießen. Der überwölbende Regionalindex MSCI Asia Pacific legte zunächst 0,8 Prozent zu. Als die miesen Nachrichten aus Peking kamen, waren es nur noch 0,5 Prozent.

          Die Anleger blicken jetzt nach Tokio und nach Washington. In der japanischen Hauptstadt berät die Notenbank über ihren geldpolitischen Kurs. Allgemein wird erwartet, dass sie das Ausmaß ihrer Anleiherückkäufe nicht verändert, die Geldpolitik also weder strafft noch weiter lockert. In Amerika treffen sich Regierungsvertreter der Vereinigten Staaten und Chinas, um über bilaterale und weltwirtschaftliche Schwierigkeiten zu beraten. Diskussionsstoff gibt es genug. Nachdem sich die Rezession in der EU noch verschärft hat, hängt das Wohl und Wehe der Weltkonjunktur noch mehr an den beiden stärksten Wirtschaftsmächten. Aber auch die entwickeln sich viel verhaltener als gewünscht.

          Soeben hat deshalb der Weltwährungsfonds IWF eine düstere Prognose abgegeben. Das Wachstum der Weltwirtschaft werde 2013 nicht, wie zunächst angenommen, den schwachen Vorjahreswert übertreffen, sondern mit 3,1 Prozent genauso niedrig ausfallen wie damals. Im April hatte der IWF noch ein Plus von 3,3 Prozent in Aussicht gestellt. Die Lage ist also ähnlich grau und verregnet wie das Wetter an diesem Morgen in Peking.

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