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Ni hao aus Peking : Deutschland und Asien werden immer konkurrenzfähiger

Morgengymnastik in Peking Bild: AFP

Ein neues Ranking zeigt, dass die EU viel besser ist als ihr Ruf. Griechenland aber rangiert auf dem Niveau von Sambia. In Asien schlägt sich Taiwan viel besser als das unfreie China.

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          Gute Nachrichten für Freunde Deutschlands und Asiens: ihre Lieblingsregionen werden immer konkurrenzfähiger! Der neue Bericht des Weltwirtschaftsforums WEF zur Wettbewerbsfähigkeit verzeichnet die Bundesrepublik auf Platz vier hinter Finnland und noch vor den Vereinigten Staaten. Seit dem vergangenen Jahr hat sie zwei Ränge gutgemacht und Schweden sowie die Niederlande überholt.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Bemerkenswert auch: Die oft geprügelte EU bleibt die wettbewerbsfähigste Region der Erde mit fünf der zehn führenden Länder. Einschließlich des absoluten Spitzenreiters Schweiz kann dem Erdteil Europa erst recht niemand das Wasser reichen, selbst das aufstrebende Asien nicht.

          Amerika, Hongkong und Japan als Aufsteiger

          Dieser Kontinent im Osten stellt in der Führungsgruppe drei Erfolgsländer: Singapur auf Platz zwei hinter der Schweiz (gleiche Reihenfolge wie 2012) sowie Hongkong auf Platz 7 und Japan an Stelle Nummer 9. Die beiden Letztgenannten sind seit 2012 die Leiter hinaufgeklettert, das haben sonst nur Deutschland und Amerika geschafft.

          Hier sind die Top Ten des Global Competitive Reports  2013/2014:
          1. Schweiz
          2. Singapur
          3. Finnland
          4. Deutschland
          5. Vereinigte Staaten
          6. Schweden
          7. Hongkong
          8. Niederlande
          9. Japan
          10.  Großbritannien









          Insgesamt berücksichtigt die Liste 148 Volkswirtschaften. Wie ganz oben so finden sich die Vertreter Asiens auch ganz unten, etwa Burma/Myanmar auf Platz 139, Pakistan auf 133, Nepal auf 117 oder Bangladesch auf 110. Unter den Schwellenländern ist nicht etwa China der Anführer, sondern Malaysia auf Position 24. Die Volksrepublik findet sich fünf Plätze darunter unverändert auf Rang 29. Sie ist unter den Brics-Ländern der Platzhirsch und lässt Südafrika (53), Brasilien (56), Indien (60) und Russland (64) weit hinter sich.

          Taiwan schlägt sich viel besser als das unfreie China

          Die Rivalität zu Indien entscheidet China immer mehr für sich. 2006 trennten die beiden mächtigsten Nationalökonomien Asiens nur 8 Positionen, jetzt sind es 31. Das ist allerdings kein Ausweis dafür, dass Rechtsstaatlichkeit und Demokratie für die Wettbewerbsfähigkeit hinderlich sind, im Gegenteil. Die freien Teile Chinas stehen viel besser da als das Mutterland. Hongkong ist die asiatische Nummer 2, Taiwan die Nummer 4 (und Nummer 12 in der Welt).

          Traurig sieht es weiterhin in Afrika aus, das – gemeinsam mit dem Jemen und dem amerikanischen Armenhaus Haiti – am Ende der Aufzählung dahindümpelt. Hier sind die letzten Plätze des Berichts:

          140. Burkina Faso
          141. Mauretanien
          142. Angola
          143. Haiti
          144. Sierra Leone
          145. Jemen
          146. Burundi
          147. Guinea
          148. Tschad







          Zuversichtlich stimmt der afrikanische Aufsteiger Mauritius, der seit 2012 neun Stellen vorgeprescht ist und jetzt Position 45 einnimmt, noch vor dem Vorzeigeland Südafrika (53). Der Inselstaat schlägt sich auch deutlich besser als eine ganze Reihe von EU- und sogar Euro-Ländern: Tschechien (46), Litauen (48), Italien (49), Portugal (51), Bulgarien (57), Zypern (58), Slowenien (62), Ungarn (63), Kroatien (75), Rumänien (76), Slowakei (78). Völlig abgeschlagen zeigt sich Griechenland auf Rang 91, was etwa der Wettbewerbsfähigkeit von Namibia oder Sambia entspricht.

          Die Anleger nehmen Gewinne mit und fürchten den Syrien-Krieg

          Die gute Position Asiens in der Welt schlägt sich heute leider nicht an den Börsen nieder. Das liegt an Gewinnmitnahmen nach den guten Vortagen und daran, dass die Ausweitung des Kriegs in Syrien mit westlicher Beteiligung wohl doch noch nicht vom Tisch ist. Nach vier Gewinntagen fällt der überwölbende Regionalindex MSCI Asia Pacific heute um 0,4 Prozent. In Japan geht es mit ähnlichem Tempo abwärts, am stärksten sind die Verluste auf den Philippinen mit 1,7 Prozent.

          Der Dämpfer wird die Unternehmen und ihre Eigentümer nicht lange verdrießen. Wenn die Region wirklich so dynamisch ist, wie der WEF-Report nahelegt, dann rappelt sie sich ganz schnell wieder auf.

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