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Ni hao aus Peking: Christian Geinitz : Wie man in einem Monat 1100 Milliarden Dollar verliert

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Morgengymnastik in Peking Bild: AFP

Die Unsicherheit über die Lage in Amerika, der EU und China treibt die Kurse in Asien in den Keller. Am Freitag geht es wieder bergauf, aber die früheren Höchststände sind weit entfernt.

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          Wie macht man über Nacht ein kleines Vermögen? Aus einem großen! Das alte Bonmot bestätigt sich gerade in Asien. Seit seinem Jahreshöchststand vom 20. Mai hat der Regionen-Index MSCI Asia Pacific mehr als 10 Prozent verloren. Dadurch wurde ein Aktienwert von 1100 Milliarden Dollar vernichtet. Das entspricht der gesamten Jahreswirtschaftsleistung (BIP) der Türkei.

          Der Kursverlust entspricht dem BIP der Türkei

          Schuld an dem Fiasko sind die drei größten Wirtschaftsmächte, von denen zwei gar nicht in Asien liegen. Die EU als Hauptexportmarkt für viele Asiaten ist in die Rezession gerutscht. Die Vereinigten Staaten auf Rang zwei der führenden Volkswirtschaften oszillieren zwischen Erholung und Überschuldung, der geldpolitische Kurs ist unklar. China als Drittplatzierter kämpft an doppelter Front, um sich gegen die globalen Verwerfungen zu schützen und gleichzeitig sein Wirtschaftsmodell zu modernisieren.

          Die Schwächen der interdependenten  Mächte potenzieren sich noch untereinander, so dass die ganze Welt Schaden nimmt. Am Donnerstag hat die Weltbank ihre Wachstumsprognose gesenkt, daraufhin hat sich der Ausverkauf an den Börsen beschleunigt.

          Trotz der Erholung ist die Woche ein Verlustgeschäft

          Nach dem Schock vom Donnerstag geht es am Freitag wieder bergauf. Und wieder liegt es an Amerika, diesmal an vergleichsweise guten Zahlen zum Arbeitsmarkt und zum Umsatz im Einzelhandel. Der MSCI legt 1,4 Prozent zu, der Nikkei in Tokio 2,8 Prozent, der Kospi in Seoul 0,4 Prozent, der Hang-Seng in Hongkong 1,1 Prozent. Das klingt gut, doch dürfte die Woche insgesamt ein Verlustgeschäft werden.

          Man darf nie vergessen, dass ein Aufstieg mehr Kraft erfordert als ein Abstieg: Um einen Kursverlust von 50 Prozent aufzuholen, muss eine Aktie um 100 Prozent steigen. Aus einem kleinen ein großes Vermögen zu machen, ist also mindestens doppelt so schwierig wie andersherum.

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