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Ni hao aus Peking: Christian Geinitz : Chinesen fliegen ins All, auf der Erde stürzen die Kurse ab

  • Aktualisiert am

Morgengymnastik in Peking Bild: AFP

Chinas Raketenstart am Dienstag leitet die bisher längste Raumfahrtmission der Asiaten ein. An den heimischen Börsen geht es bergab, in Japan freuen sich die Anleger auf eine Fortsetzung der Konjunkturpolitik.

          In China geht es gleichzeitig ganz hoch hinaus und ganz tief hinab. Gegen 11.30 Uhr deutscher Zeit startet am Dienstag vom Raumfahrtzentrum Jiuquan in der Nordwestprovinz Gansu der bisher längste Flug der Asiaten ins All. Gleichzeitig fallen die Aktienkurse in Hongkong immer weiter - was zur längsten Verluststrecke seit 17 Jahren führen könnte.

          Wie die Nachrichtenagentur Xinhua meldet, wird der Raumgleiter „Shenzhou 10“ (Magisches Schiff) 15 Tage lang unterwegs sein, an Bord zwei Mann und - zum zweiten Mal in der Geschichte - auch eine Frau. Die Besatzung dockt an das Raummodul „Tiangong 1“ (Himmelspalast) an, wo sie sich 12 Tage lang aufhalten soll. Bis 2020 planen die Chinesen den Bau einer eigenen Raumstation.

          Nicht schwerelos, im freien Fall

          Es sind aber auch weniger anspruchsvolle Aktionen vorgesehen. So soll die 33 Jahre alte Astronautin Wang Yaping, eine Luftwaffenpilotin der Volksbefreiungsarmee, über eine Video-Satellitenschaltung Grund- und Mittelschüler auf der Erde unterrichten. Geplant sind Physikstunden zum Phänomen der Schwerelosigkeit und der Oberflächenspannung.

          Nicht schwerelos, sondern im freien Fall befinden sich die Aktienkurse in China. Die Festlandsbörsen in Schanghai und Shenzhen bleiben wegen des Feiertags des Drachenbootfests am Mittwoch geschlossen. In Hongkong aber, das sich gestern nur zwischenzeitlich berappelt hatte, gehen die Verluste weiter.

          Nicht nur der Hang-Seng-Index gibt nach, sondern vor allem auch der HSCEI, der nur die in Hongkong börsennotierten Festlandtitel misst. Er verliert am zehnten Tag hintereinander an Wert und steht vor der längsten Verluststrecke seit November 1995. Der Grund dafür sind die schwachen Wirtschaftsdaten in China. Der Außenhandel stagniert, das Wachstum der Anlageninvestitionen und der Industrieproduktion bleibt verhalten.

          Auch anderswo im Asien-Pazifik-Raum geht es an den Börsen bergab, etwa in Südkorea und Neuseeland. Besser sieht es in Australien und Japan aus, wo der Topix-Index weiter zulegt. Schon gestern hatte er die höchste Steigerung seit zwei Jahren hingelegt.

          Der überwölbende Regionen-Index MSCI Asia Pacific klettert ebenfalls. Der Grund für die gute Laune dürfte die bevorstehende Sitzung der Zentralbank in Tokio sein. Dort könnte heute eine Fortsetzung der expansiven Geldpolitik beschlossen werden. Gestern hatten Meldungen die Kurse angetrieben, dass Japans Wirtschaft im ersten Quartal überraschend stärker gewachsen ist als erwartet.

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