https://www.faz.net/-gqe-7k057

Ni hao aus Peking : China greift nach den Sternen

Morgengymnastik in Peking Bild: AFP

Die Volksrepublik beginnt ihre erste Mondmission. Auch die Kurse in Asien streben in die Höhe.

          Erleichterung und Stolz im Reich der Mitte: Zu Wochenbeginn hat die erste Mondmission der Chinesen erfolgreich begonnen. Eine Startrampe in der Westprovinz Sichuan schoss die Trägerrakete mit dem schönen Namen „Langer Marsch 3B“ hinauf in den Weltraum. Wenig später trennte sich die Raumkapsel „Chang’e 3“ von der letzten Stufe, zündete ein eigenes Triebwerk und ist jetzt auf dem Weg zum Mond. Wenn alles gut geht, landet sie am 14. Dezember auf dem Erdtrabanten.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Das wäre der erste erfolgreiche Versuch einer asiatischen Macht in der Geschichte der Weltraumfahrt. Bisher haben es nur die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion auf den Mond geschafft, zuletzt die Russen 1976.

          Ähnlich poetisch wie der Name der Landekapsel Chang’e, der die chinesische Mondfee bezeichnet, ist auch jener für das Fahrzeug, das sie aussetzen wird: Yutu oder Jadehase. Nach der Landung in einer Woche in der so genannten  Regenbogen-Bucht soll das Geländemobil drei Monate lang die Mondoberfläche erkunden, freilich viel langsamer als jeder Hase: mit nur 200 Metern in der Stunde.

          Hingegen sind die Fortschritte der Chinesen in der Weltraumfahrt insgesamt rasant. Wie in vielen anderen Feldern so entwickeln sich auch ihre Aktivitäten im All viel schneller als die der bisherigen Weltmächte. Erst zehn Jahren ist es her, dass es der erste chinesische Astronaut ins All schaffte, aber schon in wenigen Jahren will Peking eine Raumstation bauen.

          Mehr Wachstum in Ostasien

          Nach einigen Rückschlägen hoch hinaus wollen auch Chinas und Asiens Wirtschaft wieder. Neuen Zahlen zufolge haben sich die Lage und die Aussichten im Verarbeitenden Gewerbe weiter gefestigt – und zwar stärker als erwartet. In Peking erreicht der offizielle Einkaufsmanager einen Stand von 51,4 Punkten. Das war mehr, als die meisten Analysten vorhergesagt hatten. Gute Werte verzeichnet auch das Barometer in Südkorea, hier stieg der Index von 50,2 auf 50,4. Ein Niveau oberhalb von 50 signalisiert beschleunigtes Wachstum.

          Wenn, wie ganz wörtlich im Falle der Weltraummission, eine gute Stimmung in der Luft liegt, dann profitieren auch die Aktienkurse. Das gilt nicht nur in Seoul, wo es um 0,2 Prozent aufwärts geht: Im Regionalindex MSCI Asia Pacific steigen weitaus mehr Titel als fallen, in Tokio klettert der Topix um 0,4 Prozent.

          In Japan schlägt sich positiv nieder, dass die Landeswährung Yen den schwächsten Wert gegenüber dem Dollar seit fast einem halben Jahr verzeichnet. Das macht japanische Waren auf den Weltmärkten billiger und hilft daher den Unternehmen der Exportnation.

          Auch für China sind die Analysten zuversichtlich. Zum einen helfe die Erholung in den wichtigen Ausfuhrmärkten Amerika und EU, heißt es. Zum anderen habe sich die Führung auf ihrer zurückliegenden Fachtagung zur Öffnung der Wirtschaft und der Finanzmärkte verpflichtet. Und zwar so deutlich und verbindlich wie seit den Neunzigerjahren nicht.

          „Wir erwarten, dass die demnächst bekannt werdenden Daten zeigen, dass die Wirtschaftsaktivitäten robust bleiben“, urteilt etwa Wang Tao, China-Ökonomin der UBS in Hongkong. All das zeigt: Den Silberstreif am Horizont in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt erkennt man offenbar auch auf der Erde – und nicht nur von der Mondrakete aus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Erstes Zeitungsinterview : AKK stellt sich vor ihre Soldaten: „Kein Generalverdacht“

          In ihrem ersten Zeitungsinterview als Verteidigungsministerin spricht Annegret Kramp-Karrenbauer über ihr Verhältnis zum Militär, über das Vermächtnis der Männer des 20. Juli und über den Lieblingspulli ihrer Teenagerzeit. Auch in kritischen Zeiten werde die Truppe ihr Vertrauen genießen.
          Freiherr von Boeselager sind humanitäre Missionen wichtiger als die prunkvollen Traditionen des Malteserordens. Deswegen ist er oft vor Ort, wie hier bei einem Schlafkrankheitspatienten im südsudanesischen Yei.

          FAZ Plus Artikel: Malteserorden : Der bescheidene Großkanzler

          Albrecht Freiherr von Boeselager führt den ehrwürdigen Malteserorden. Als Großkanzler bricht er mit der Tradition – damit der Orden besser helfen kann. Das macht ihm nicht nur Freunde.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.