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New York : Broadway in Feierlaune

König der Musicals: „The Lion King“ zieht immer noch die meisten Besucher an. Bild: AFP

Vor der Verleihung der Tony Awards melden die New Yorker Theater Rekordzahlen. Vor allem Touristen bescheren ihnen gute Geschäfte. Der größte Kassenschlager ist ein Musical, das bereits seit 18 Jahren läuft.

          Am kommenden Sonntag findet die Verleihung der Tony Awards statt. Es sind die Oscars der Theaterszene am New Yorker Broadway. Für die Produzenten der dortigen Musicals und Theaterstücke ist es der Höhepunkt des Jahres. Diesmal haben sie Anlass zur Feierlaune, denn sie blicken auf eine Rekordsaison zurück. Noch nie kamen so viele Besucher in Broadway-Theater wie in den vergangenen zwölf Monaten, und noch nie waren die Umsätze so hoch.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Broadway League, eine Organisation von Produzenten und Theaterbetreibern, meldete für die am 24. Mai zu Ende gegangene Spielzeit einen Umsatz von 1,4 Milliarden Dollar und damit rund 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Umsatzsprung lag nicht nur an höheren Preisen, denn auch die Zahl der Besucher stieg um 7 Prozent auf 13,1 Millionen. Stolz meldete die Organisation, dass Broadway-Theater mehr Besucher gehabt hätten als die zehn professionellen Sport-Teams in der New Yorker Region.

          Stings Musical floppte

          Aber solchem Jubel zum Trotz hat bei weitem nicht jeder am Broadway Grund, die Sektkorken knallen zu lassen. Das Theatergeschäft ist alles andere als einfach. Etwa drei Viertel aller Produktionen spielen ihre Kosten nie ein und schließen mit Verlust. Auch in der abgelaufenen Saison gab es einige spektakuläre Flops, zum Beispiel das vom Rockmusiker Sting komponierte Musical „The Last Ship“, das weder bei den Kritikern noch beim Publikum ankam und schon nach wenigen Monaten wieder dichtmachte.

          Dass die Kassen am Broadway klingeln, hat viel mit den Dauerbrennern zu tun, die schon seit vielen Jahren laufen. Der mit Abstand größte Geldbringer ist das Disney-Musical „König der Löwen“, das schon 1997 seine Premiere feierte. Dieser Klassiker spielte in den vergangenen zwölf Monaten 102 Millionen Dollar ein, so viel wie noch keine Produktion jemals zuvor. Ein anderer Publikumsmagnet war das Musical „Wicked – Die Hexen von Oz“ (92 Millionen Dollar), eine ebenfalls schon mehr als zehn Jahre alte Produktion. Dahinter kam das 2011 eröffnete Musical „The Book of Mormon“ (84 Millionen Dollar). Alle drei Stücke sind regelmäßig fast oder vollständig ausverkauft.

          70 Prozent der Besucher sind Touristen

          Neben den Dauerbrennern wie „König der Löwen“ kurbeln auch Produktionen mit bekannten Hollywood- oder Fernsehstars das Geschäft an. Im Moment lässt zum Beispiel das Schauspiel „The Audience“ die Kassen klingeln, in dem Helen Mirren die britische Königin Elizabeth II. verkörpert. Auch bekannte Stoffe kommen gut an: Zu den erfolgreichsten neuen Produktionen der vergangenen Spielzeit gehörte die Bühnenversion des Bestsellers „The Curious Incident of the Dog in the Night-Time“ (im Deutschen: „Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone“)

          Den Broadway-Theatern kommt derzeit zugute, dass der Tourismus in New York floriert. Das ist wichtig, denn rund 70 Prozent aller Theaterbesucher sind Touristen. Im vergangenen Jahr kamen 56,4 Millionen Besucher nach New York.

          Sich ein Musical oder ein Schauspiel am Broadway anzusehen, ist kein billiges Vergnügen. Der durchschnittliche Preis für ein Ticket lag in der vergangenen Spielzeit bei 104 Dollar. Für die besonders gefragten Shows werden aber zum Teil noch deutlich höhere Plätze verlangt, vor allem auf den besten Sitzen. Der durchschnittliche Preis eines Tickets für „The Book of Mormon“ lag zuletzt bei 186 Dollar. Die teuersten Plätze kosteten sogar 477 Dollar.

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