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Nǐ Hǎo aus Peking: Christian Geinitz : Mit Tupper-Partys zum Aufschwung

  • Aktualisiert am

Morgengymnastik in Peking Bild: AFP

Indonesien hat Deutschland von Platz 1 verdrängt: wenn es um den Kauf von Tupperware geht. Die Plastikschüsseln und die Verkaufspartys sind für die Leute dort ideal.  

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          Das Statistikamt in Südkorea meldet: Die Wirtschaft ist im Vergleich zum Vorquartal um 0,9 Prozent gewachsen. Das war mehr als erwartet und der höchste Zuwachs seit zwei Jahren. Der Aktienindex zeigt etwas nach oben. Was sind solche Werte schon gegen den Anstieg in der Realwirtschaft, der sehr realen Wirtschaft? Von der Agentur Dow Jones erfahren wir, dass Indonesien zum größten Markt für Tupperware herangewachsen ist. In nur zehn Jahren hat sich die Zahl der Kunden um 8400 Prozent auf 170.000 erhöht.

          Die größte Wirtschaft Südostasiens hat damit Deutschland von Platz eins verdrängt! Typisch Asien: Erst hängen uns die Chinesen als Export- und Reiseweltmeister ab, jetzt die Indonesier als Käufer von Plastiktöpfchen.

          Deutschland von Platz 1 verdrängt

          Dafür gibt es mehrere Erklärungen. Zum einen, klar, ist das Land das bevölkerungsreichste der Welt nach China, Indien und den Vereinigten Staaten. Das BIP wächst im Schnitt um 6 Prozent. Zum zweiten braucht das Unternehmen, das über „Tupper-Partys“ verkauft, in diesem Staat aus 17.000 Inseln mit minderwertiger Infrastruktur keine aufwendige Logistik und keine Einzelhändler.

          Zum dritten halten sich die Indonesier für besonders kontaktfreudig, was Tupper-Feiern erleichtert. Und schließlich, viertens, kann der Konzern mit kleinen Finanzanreizen viel Verkaufsenergie freisetzen. So verdienen die Hausfrauen-Vertreter schnell mehr als den Landesdurchschnitt von 3500 Dollar im Jahr.

          Reise nach Mekka dank Tupperware

          Dow Jones schildert das Beispiel der besonders erfolgreichen Tupper-Gastgeberin Sofia Agnani aus West-Java. Sie verkauft so viele Brotdosen, Trinkflaschen und Frischhaltebüchsen, dass die ganze Familie davon profitiert: die Kinder können zur Schule gehen, der Mann nach Mekka reisen, sie selbst hat sich mehrere Diamant-Ringe geleistet.

          Im wahrsten Wortsinn dürfte gelten: Die Party ist noch lange nicht zu Ende für Tupper in Indonesien. Schon jetzt stammen 66 Prozent der Umsätze aus aufstrebenden Volkswirtschaften wie dieser. Analysten erwarten, dass es 80 Prozent werden. Fast 2,6 Milliarden Dollar hat der Konzern 2012 im Asien-Pazifik-Raum erlöst, ein Drittel des Gesamtumsatzes.

          Und das ist noch gar nichts: Können Sie sich vorstellen, was passiert, wenn Tupper demnächst Reisschüsseln aus Plastik in China anbietet?!

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