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Modekonzern : Gap bleibt auf Schrumpfkurs

Einst Ikone, heute unter ferner liefen: Die Modemarke Gap. Bild: AP

Nicht nur seine Stammkette macht dem Händler Sorgen. Auch Old Navy und Banana Republic haben zu kämpfen. Jetzt werden Filialen geschlossen.

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          Der Modehändler Gap kämpft schon seit einigen Jahren mit Schwierigkeiten. Der einstigen Kultmarke im amerikanischen Einzelhandel fällt es schwer, relevant zu bleiben. Im vergangenen Jahr zog das Unternehmen Konsequenzen und kündigte an, 175 Gap-Filialen in Nordamerika zu schließen. Das entspricht einem Viertel des gesamten Filialnetzes in der Region. Aber die Sorgen beschränken sich nicht auf die namensgebende Gap-Kette. Auch Old Navy und Banana Republic, die anderen beiden großen Modemarken des Konzerns, sind ins Straucheln geraten. Jetzt wird auch hier durchgegriffen. Bei der Vorlage seiner Quartalszahlen kündigte Gap an, insgesamt 75 Standorte von Old Navy und Banana Republic zu schließen. Der größte Teil davon entfällt auf die 53 Filialen von Old Navy in Japan. Aus diesem Markt soll sich Old Navy komplett zurückziehen. Die zur Schließung vorgesehenen Filialen von Banana Republic befinden sich ebenfalls überwiegend außerhalb Nordamerikas.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Quartalszahlen haben den Handlungsbedarf unterstrichen. Die Stammkette Gap musste auf bereinigter Verkaufsfläche, also in seit mindestens einem Jahr geöffneten Filialen, einen abermaligen Umsatzrückgang von 3 Prozent hinnehmen, nachdem es schon im Vorjahr ein Minus von 10 Prozent gegeben hatte. Bei der Billigmarke Old Navy fielen die bereinigten Umsätze um 6 Prozent, bei der im höherpreisigen Segment angesiedelten Schwesterkette Banana Republic sogar um 11 Prozent.

          Weiterhin kündigte Gap an, nicht mehr an seiner bisherigen Gewinnprognose für das laufende Jahr festzuhalten. Um die bisherigen Erwartungen von Analysten zu erfüllen, müsste sich das Umfeld im Modehandel verbessern, hieß es weiter. Kurz nach Vorlage der Zahlen stufte die Ratingagentur Standard & Poor’s die Bewertung für die Anleihen von Gap auf „Ramsch“ („Junk“) herab. Das hatte vor wenigen Tagen schon die Ratingagentur Fitch getan.

          Gap-Khakihosen am „Casual Friday“

          Gap ist eine Ikone in der amerikanischen Handelslandschaft. Die Kette wurde 1969 gegründet, als Don Fisher und seine Frau Doris ihren ersten „The Gap“-Laden in San Francisco eröffneten. Schon bald begann eine rasante Expansion, und nebenbei wurden die anderen Ketten Old Navy und Banana Republic etabliert. In den neunziger Jahren stand Gap für große Trends, zum Beispiel als sich von Kalifornien aus in vielen amerikanischen Unternehmen der „Casual Friday“ verbreitete. Formelle Anzüge wurden immer häufiger von zwangloser Bekleidung abgelöst, und die kam oft in Form von Gap-Khakihosen. Aber im vergangenen Jahrzehnt ging Gap das Gespür für den Geschmack der Verbraucher verloren, und die Marke stürzte von einer Krise in die nächste. Zwar schien sich das Geschäft vor wenigen Jahren etwas zu stabilisieren, aber in jüngster Zeit ging es wieder abwärts.

          Im vergangenen Jahr wechselte Gap seine Führung aus. Aber auch dem seither amtierenden Vorstandsvorsitzenden Art Peck ist bislang keine Wende gelungen. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Aktienkurs des Unternehmens mehr als die Hälfte an Wert verloren. Gap kann sich lediglich damit trösten, dass auch andere vormalige Kulthändler tief gefallen sind. Auch Abercrombie & Fitch kämpft seit Jahren mit Schwierigkeiten, und American Apparel hat erst kürzlich ein Insolvenzverfahren beendet.

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