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Reiche Politiker : Millionäre im Kongress in Washington

Amerikas reichster Abgeordneter: Darrell Issa Bild: Reuters

Reicher als der Durchschnitt waren die Mitglieder des amerikanischen Kongresses schon immer. Jetzt ist ein Rekord erreicht: Die Mehrzahl der Abgeordneten und Senatoren sind Vermögensmillionäre.

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          Zum ersten Mal in der Geschichte sind die meisten Mitglieder des Kongresses Millionäre. Zu diesem Ergebnis kommt das Center for Responsive Politics in einer Analyse der persönlichen Finanzdaten, die Kongressmitglieder offenlegen müssen. Mindestens 268 der 534 Kongressmitglieder hatten danach im Jahr 2012 ein Vermögen von 1 Millionen Dollar und mehr.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Der mittlere Wert der Vermögen betrug 1,009 Millionen Dollar, ein Plus von 4,4 Prozent. Die Unterschiede zwischen Demokraten und Republikanern sind dabei minimal. Abgeordnete hatten im Mittel ein Vermögen von 896.000 Dollar, Senatoren von 2,7 Millionen Dollar. Reichstes Kongressmitglied ist Darrell Issa, der republikanische Abgeordnete eines wichtigen Ausschusses, mit 424 Millionen Dollar. Er hat sein Geld im Geschäft mit Alarmanlagen für Autos gemacht. Das ärmste Mitglied des Kongresses ist der republikanische Abgeordnete David Valadao aus Kalifornien, der aufgrund von Krediten für die Milchfarm seiner Familie ein negatives Vermögen von 12,1 Millionen Dollar angab.

          Nach der Studie ist das Interesse der Abgeordneten und Senatoren an Anlagen in Aktien im Jahr 2012 wieder gestiegen, nachdem es in den Jahren zuvor zurückgegangen war. Konkret besonders beliebt waren General Electric, die Bank Wells Fargo und Microsoft.

          Lukratives Geschäft

          Die Analyse bestätigt die generelle Einsicht, dass die Abgeordneten und Senatoren zu den reicheren Mitgliedern der amerikanischen Gesellschaft gehören. Das Center for Responsive Politics führt das unter anderem darauf zurück, dass die Politiker viel Geld brauchten, um erfolgreiche Wahlkampagnen zu finanzieren. Andere Studien zeigten in den vergangenen Jahren, dass die Tätigkeit im Kongress sich oft finanziell sehr vorteilhaft für die Mitglieder auswirkt. Politiker auch der Regierung legen in den Vereinigten Staaten Jahr für Jahr recht umfangreich ihre Vermögens- und Einkommenslage offen, um mögliche Interessenkonflikte zu offenbaren.

          Am Donnerstag konnten die Kongressmitglieder an ihren Aktienanlagen nur bedingt Freude habe. Der Dow-Jones-Index gab 0,1 Prozent auf 16445 Punkte. Der S&P-500-Index war mit 1838 Punkten nahezu unverändert. Der Nasdaq-Index verlor 0,2 Prozent auf 4156 Punkte.

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