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Beliebtes Betriebssystem : Microsoft verstößt Windows XP

Windows XP Bild: dpa

Das mehr als ein Jahrzehnt alte Betriebssystem war nicht totzukriegen, also hilft der Softwarekonzern nach: Von nun an gibt es keine Sicherheits-Updates mehr. Wer an XP festhält, setzt sich Risiken aus.

          Die Technologiebranche ist bekanntlich sehr schnelllebig. Und doch gibt es auch hier Produkte, die sich viele Jahre lang auf dem Markt halten und kaum totzukriegen sind. Das Betriebssystem Windows XP von Microsoft ist so ein Fall. Der Softwarekonzern brachte das Programm schon 2001 heraus.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Seither kamen zwar einige weitere Windows-Generationen auf den Markt, aber XP hat sich gehalten. Nach Erhebungen von Net Market Share war Windows XP zuletzt auf der ganzen Welt noch auf fast 28 Prozent aller Personalcomputer installiert. Damit bleibt XP das zweitpopulärste Windows-Produkt – hinter der 2009 herausgekommenen Generation Windows 7 und deutlich vor den jüngsten Versionen Windows 8 und Windows 8.1.

          Keine Sicherheits-Updates mehr

          Microsoft wäre es freilich viel lieber, die Kunden würden auf die neuesten Windows-Varianten umsteigen, und deshalb hilft der Konzern jetzt nach. Von Dienstag an verweigert der Konzern Windows XP die weitere Unterstützung mit Sicherheits-Updates. Rechner mit dem Betriebssystem werden zwar weiter funktionieren, aber sie werden nun anfälliger für Angriffe von Viren und anderer Schadsoftware.

          Microsoft appelliert daher an XP-Kunden, auf neuere Windows-Versionen umzusteigen und lockt mit entsprechenden Angeboten. So wird Besitzern von XP-Geräten ein Rabatt von 100 Euro versprochen, wenn sie sich bestimmte Modelle des Microsoft-Tabletcomputers Surface kaufen. In Amerika gilt die Rabattaktion neben dem Surface auch für ausgewählte Laptops anderer Hersteller.

          Die Langlebigkeit von Windows XP war nicht von Anfang an vorauszusehen. Das Programm geriet in den ersten Jahren immer wieder wegen Sicherheitslücken in die Schlagzeilen. Aber Microsoft hatte lange keine überzeugende Alternative. Der XP-Nachfolger Windows Vista verzögerte sich erst um mehrere Jahre und stieß dann bei der Einführung 2007 auf vernichtende Resonanz. Erst mit Windows 7 gelang Microsoft wieder eine Neuauflage, die gut ankam und von vielen Nutzern als Anlass genommen wurde, von früheren Versionen umzusteigen.

          Enttäuschung: Windows 8

          Weniger begeistert waren dagegen wieder die Reaktionen auf den Nachfolger Windows 8, der sich äußerlich und in der Funktionsweise radikal von allen früheren Varianten unterscheidet. Microsoft hat mittlerweile eine überarbeitete Version Windows 8.1 nachgeliefert und Elemente vorheriger Windows-Generationen zurückgebracht.

          Windows gehört zu den wichtigsten und profitabelsten Produkten von Microsoft, aber der Konzern sieht sich in dem Geschäft gewaltigen Herausforderungen gegenüber. Denn die Domäne von Windows ist der klassische Personalcomputer, also Laptops oder Desktop-Rechner. Aber mobile Geräte wie Tabletcomputer und Smartphones laufen PCs mehr und mehr den Rang ab, und in diesen Wachstumssegmenten ist Microsoft bisher schwach aufgestellt. Der seit Februar amtierende Microsoft-Vorstandsvorsitzende Satya Nadella hat in den vergangenen Wochen eine ganze Reihe von Schritten angekündigt, um die Position seines Konzerns auf mobilen Geräten zu stärken. So kündigte er an, die Bürosoftware Office für das iPad von Apple verfügbar zu machen, außerdem gibt Microsoft Windows künftig an Hersteller von Smartphones und Tablets kostenlos ab.

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