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Medienschau : Deutsche Bank stellt Vermögensverwaltung auf Prüfstand

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ Helfert

Die Commerzbank will die EBA-Kapitalanforderungen allein meistern, die Dexia-Rettungspläne sollen nicht realisierbar sein, die amerikanische Notenbank kündigt einen neuen Stresstest für Großbanken an und ist besorgt über die Risiken für die Wirtschaftserholung. Chinas Industrie schrumpft im November. Der IWF kündigt Liquiditätskredite zur Krisenvorbeugung an, Clariant drängt die Kleinaktionäre aus der Süd-Chemie und Merck &co. zahlen im Vioxx-Streit 950 Millionen Dollar.

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          Unternehmensnachrichten

          Commerzbank will EBA-Kapitalanforderungen allein schaffen

          Commerzbank-Chef Martin Blessing geht weiter davon aus, dass das Geldhaus die Kapitalanforderungen der EU-Bankenaufsicht EBA aus eigener Kraft schaffen kann. Die neuen Kapitalanforderungen der EU drohen für Commerzbank zu einer Mammutaufgabe zu werden. Deutschlands zweitgrößter Bank fehlen wahrscheinlich rund fünf statt der bisher erwarteten 2,9 Milliarden Euro Eigenkapital, um auf die geforderte Quote von neun Prozent zu kommen, wie mehrere mit den Zahlen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters zuvor gesagt hatten.

          „Ich bin nicht bereit, mich auf Vorrat zu rasieren“, sagte Commerzbank-Chef Blessing. Man müsse abwarten, welche Kapitalanforderungen die EBA am Ende tatsächlich stellen werde. Die Chance für Vertrauen am Markt zu sorgen, habe die EBA hinter sich gelassen. Um die Auflagen zu erfüllen, will Blessing früheren Angaben zufolge die Bilanzrisiken im kommenden halben Jahr drastisch herunterfahren - möglicherweise um bis zu 20 Prozent, wie Insider betonten. Ob das gelingt, bezweifeln Experten. (Reuters)

          Deutsche Bank stellt Vermögensverwaltung auf Prüfstand

          Die Deutsche Bank stellt eines ihres Kerngeschäftsfelder auf den Prüfstand. Für das weltweite Asset Management, also die Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger und das Fondsgeschäft, werde eine „strategische Überprüfung“ eingeleitet. „Die Bank steht selbstverständlich weiter zum Asset Management“, heißt es in der Mitteilung. Es kämen jedoch „alle strategischen Optionen“ in Betracht. Die Überprüfung erstrecke sich auf den gesamten Unternehmensbereich Asset Management weltweit mit Ausnahme des Geschäfts der Fondstochter DWS in Deutschland, Europa und Asien, welches „ein Kernbestandteil des Angebots der Deutschen Bank für private Kunden in diesen Märkten“ bleibe.

          Auch andere europäische Großbanken stellten zuletzt das amerikanische Geschäft infrage wegen des dort noch schwierigeren Umfelds und Steuerstreitigkeiten. Die Deutsche Bank weist darauf hin, sie nehme vor allem die „jüngsten regulatorischen Veränderungen“ und damit verbundene Kosten und Wachstumsaussichten unter die Lupe. (dpa-AFX)

          Dexia-Rettungspläne sollen nicht realisierbar sein

          Die Rettungspläne für die französisch-belgische Krisenbank Dexia sind laut einem Zeitungsbericht nicht realisierbar. Belgien könne seinen Teil der vereinbarten Finanzierung nicht stemmen und Frankreich müsse infolgedessen seinen Teil aufstocken, berichtet die belgische Zeitung „De Standaard“ am Dienstag ohne Angabe von Quellen auf ihrer Webseite.

          Belgien habe Frankreich gebeten, die Aufspaltung der Dexia neu zu verhandeln, so die Zeitung. Dabei sei eine größere Belastung für Frankreich ein „mögliches Ergebnis“.

          Die belgische Regierung hatte sich bereit erklärt, für 60,5 Prozent der Finanzausstattung der Dexia SA zu garantieren. Dafür müsste sie laut der Zeitung jedoch bis zu 54 Milliarden Euro im Anleihenmarkt aufnehmen. Dies kollidiere jedoch mit Belgiens eigenem Finanzierungsbedarf für Regierungsausgaben.

          Der Finanzminister des Landes, Didier Reynders, habe dementiert, dass die Anfang Oktober erzielte Vereinbarung zur Rettung der Bank in Frage gestellt sei. Frankreich habe zudem dementiert, wieder Verhandlungen über den Deal aufgenommen zu haben. Zwar reise Reynders am Mittwoch nach Paris, angeblich jedoch nur um über die Bewerbung von Lüttich für die Weltausstellung 2017 sprechen, so De Standaard. (Dow Jones)

          Clariant drängt Kleinaktionäre aus Süd Chemie

          Die letzte Hürde für die Komplettübernahme der Münchner Süd Chemie durch den Schweizer Chemiekonzern Clariant ist genommen. Eine außerordentliche Hauptversammlung der Süd Chemie AG in München beschloss am Dienstag den zwangsweisen Ausschluss der Kleinanleger gegen eine Abfindung, wie das Unternehmen mitteilte. Alle Aktien der Minderheitsaktionäre werden auf den Hauptaktionär Clariant übertragen - gegen eine Barabfindung von 125,26 Euro je Aktie (sogenanntes Squeeze Out). Clariant ist seit April Hauptaktionär der Süd Chemie und hielt zuletzt 98,64 Prozent der Aktien. (dpa)

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