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Medienschau : Deutsche Bank ignorierte Hinweise zu kriminellen Machenschaften

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ Helfert

Hochtief soll die Elbphilharmonie bis 2016 fertigbauen, Holcim verschärft den Sparkurs. Die Rezession in Zypern wird länger und tiefer ausfallen, Amerika verschärft die Regeln für Auslandsbanken.

          4 Min.

          Unternehmensnachrichten

          Deutsche Bank ignorierte Hinweise zu kriminellen Machenschaften

          Die Deutsche Bank ist nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag) von der britischen Steuerbehörde HMRC frühzeitig vor kriminellen Machenschaften im Handel mit Verschmutzungsrechten gewarnt worden. Das Geldinstitut habe es anschließend aber versäumt, intern durchzugreifen und derartige Geschäfte in den eigenen Reihen zu unterbinden. Das gehe aus den Akten der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hervor, die gegen 25 Beschäftigte der Bank wegen Steuerbetrug, Geldwäsche und Vertuschung von Straftaten ermittelt. Das Institut war vergangene Woche von 500 Beamten durchsucht worden.

          Bereits im Herbst 2009 habe die HMRC führende Vertreter der Deutschen Bank in London darauf hingewiesen, dass große Teile des Emissionshandels „mit Betrugskriminalität behaftet seien“. (dpa-AFX)

          Hochtief soll Elbphilharmonie bis 2016 fertigbauen

          Die Stadt Hamburg will die Elbphilharmonie nun doch mit Hochtief zu Ende bauen. Der Baukonzern habe der Stadt ein Angebot gemacht, das Gebäude für 198 Millionen Euro Mehrkosten fertigzustellen, Gleichzeitig verzichte Hochtief auf sämtliche Nachforderungen und übernehme das alleinige Risiko für die noch ausstehenden Arbeiten. Insgesamt werde das Jahrhundertbauwerk nun einen „Pauschalfestpreis“ von 575 Millionen Euro kosten und 2016 „schlüsselfertig“ übergeben werden. Die Eröffnung verschiebt sich nochmals auf Frühjahr 2017. Ursprünglich sollte das Konzerthaus den Steuerzahler einmal 77 Millionen Euro kosten und 2010 fertig sein.

          Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes betonte, Hochtief werde „viele Millionen Euro aufwenden, umfassende Garantien abgeben und viel mehr Verantwortung übernehmen, um die Elbphilharmonie so schnell und so gut wie möglich zu realisieren“. (dpa-AFX)

          Holcim verschärft Sparkurs

          Der Schweizer Zementkonzern Holcim verschärft angesichts der Bauflaute seinen Sparkurs. In Europa werde der Konzern die Produktionskapazitäten zurückfahren und die Kosten damit jährlich um 120 Millionen Franken senken, teilte die weltweite Nummer zwei der Branche am Montag mit. Wegen des Schritts müsse Holcim 410 Millionen Franken abschreiben, zudem fielen Restrukturierungskosten von rund 100 Millionen Franken an. Die Belastungen sollen im vierten Quartal 2012 verbucht werden. (Reuters)

          Morphosys gibt Forschungs- und Diagnostik-Sparte ABD Serotec ab

          Das Biotechnologieunternehmen Morphosys will sich künftig auf die Entwicklung von Antikörpern für die Therapie konzentrieren. Das Segment für Forschungs- und diagnostische Antikörper, ABD Serotec, verkauft sie für rund 53 Millionen Euro in bar an die kalifornische Bio-Rad Laboratories. Der Gesamtbetrag beinhalte den Kaufpreis, eine Entschädigung für die Barmittelreserven von Serotec in Höhe von rund 5 Millionen Euro und eine Lizenzzahlung für den Einsatz der Hucal-Technologie im Markt für Forschungsreagenzien und Diagnostik. Morphosys könne ihre finanziellen Ressourcen nun zielgerichtet auf den für sie entscheidenden Werttreiber lenken, sagte Finanzvorstand Jens Holstein. (dpa-AFX)

          Intercell und Vivalis fusionieren

          Der österreichische Impfstoffhersteller Intercell und die französische Vivalis schließen sich zu einem Biotechunternehmen namens Valneva zusammen. Beide Konzerne teilten am Sonntagabend mit, die Aufsichtsräte hätten dem Schritt zugestimmt. Durch die Verschmelzung erhielten Intercell-Aktionäre 13 neue Vivalis-Stammaktien und 13 neue Vorzugsaktien für 40 Intercell-Anteilsscheine. Das entspreche einem Aufschlag von 31,7 Prozent auf den durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen drei Monate.

          Der Impfstoffhersteller Intercell steckt wegen schleppender Verkäufe in den roten Zahlen. Im dritten Quartal verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 7,5 nach 7,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr hatten die Wiener unter dem Strich einen Verlust zwischen 20 und 24 Millionen Euro prognostiziert. (Reuters)

          Wirtschaftsnachrichten

          Arbeitgeber-Chef Hundt rechnet für 2013 nicht mit Rezession

          Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dieter Hundt, rechnet für das kommende Jahr mit einer weiter wachsenden Wirtschaft und steigenden Löhnen. „Ich bin überzeugt, dass wir in Deutschland keine Rezession erleben werden“, sagte Hundt der Rheinischen Post. Die gute Lohnentwicklung der Jahre 2011 und 2012 werde sich im kommenden Jahr fortsetzen, sagte Hundt. Hundt regte außerdem an, im Fall einer sich abschwächenden wirtschaftlichen Entwicklung kurzfristig die Kurzarbeiter-Regelung wieder in Kraft zu setzen und auf die Zeitarbeitsbranche auszuweiten. (Dow Jones)

          Rezession in Zypern länger und tiefer

          Die Rezession in Zypern fällt länger und tiefer aus als bisher angenommen. Dies berichtete am späten Freitagabend die griechische Nachrichtenagentur AMNA unter Berufung auf die Bank von Zypern. Die Zentralbank rechnet demnach für 2013 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 3,5 Prozent für 2014 mit einem weiteren Minus von 1,4 Prozent. Im Juni hatte die Bank noch 0,4 Prozent Wachstum für 2013 prognostiziert. Als Hauptursache werde der zu erwartende Einbruch bei der Binnennachfrage genannt. Auch die Arbeitslosigkeit soll auf neue Rekordhöhen steigen: 2013 rechne die Bank von Zypern mit 13,7 Prozent und 2014 mit 14,2 Prozent Beschäftigungslosen. (dpa-AFX)

          Strengere amerikanische Regeln für Auslandsbanken

          Mehr als vier Jahre nach der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman kommen die Finanzmarktreformen in kleinen Schritten weiter voran. Die amerikanische Notenbank Fed will mit strengeren Kapitalvorschriften für ausländische Banken ernstmachen. Und die global geltenden neuen und strengeren Eigenkapitalregeln für Banken (“Basel III“) sollen - trotz der Verzögerungen unter anderem in den Vereinigten Staaten - bis Ende 2013 in allen wichtigen Ländern startklar sein. Dies berichtete Schwedens Notenbankchef Stefan Ingves in seiner Rolle als Vorsitzender des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht ebenfalls am Freitagabend.

          Die neuen amerikanischen Regeln sollen für gut zwei Dutzend Institute mit einer weltweiten Bilanzsumme von jeweils mehr als 50 Milliarden Dollar gelten. Diese müssten sich dann auch in den Vereinigten Staaten Stresstests für den Fall einer schweren Wirtschaftskrise unterziehen. Die Regeln könnten im Juli 2015 in Kraft treten. (dpa-AFX)

          Weitere Themen

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