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Medienschau : Deutlich mehr Kapitalpuffer bei Banken

  • Aktualisiert am

Großaktionär Aabar gibt letzte Daimler-Aktien ab

Der Staatsfonds Aabar aus Abu Dhabi beendet einem Magazinbericht zufolge sein Engagement bei Daimler. Die Rechte an den letzten gut drei Prozent der Anteile träten die Araber dieser Tage an die Deutsche Bank ab, berichtete „manager magazin Online“ am Mittwoch unter Berufung auf Konzernkreise. Reuters hatte im April von Insidern erfahren, dass Aabar Daimler den Rücken kehren wolle. Der Rückzug könne in kleinen Schritten erfolgen und über komplexe Aktien-Optionsgeschäfte abgewickelt werden.

Ein Daimler-Sprecher sagte, der Konzern habe seit Februar keinen neuen Informationsstand zu den Anteilen von Aabar. Damals hatte der Autobauer in seinem Geschäftsbericht geschrieben, dass der Investor insgesamt weiterhin 9,04 Prozent der Aktien halte. Einen Anteil von 3,07 Prozent besitze Aabar selbst, der Rest sei an andere Investoren verliehen. Aabar hatte mit seiner Daimler-Beteiligung im vergangenen Jahr Bewertungsverluste von 2,25 Milliarden Dollar verbucht. Der Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten war Anfang 2009 mitten in der Finanzkrise dem damals finanziell klammen Autobauer mit einer Kapitalspritze über fast 2 Milliarden Euro beigesprungen und hatte sich so zu günstigen Konditionen rund 9 Prozent des Kapitals gesichert. (Reuters)

Amerikanischer Chipausrüster Applied Materials streicht bis zu 1300 Stellen

Der mit einer Geschäftsflaute kämpfende amerikanische Chipausrüster Applied Materials will zwischen 900 und 1300 Stellen streichen. Das entspreche 6 bis 9 Prozent der gesamten Belegschaft, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Durch den Abbau könnten jährlich zwischen 140 und 190 Millionen Dollar eingespart werden, hieß es.

Applied bekommt die Kaufzurückhaltung konjunkturskeptischer Halbleiterhersteller zu spüren und macht sich nach einem Umsatz- und Gewinnrückgang auf noch härtere Zeiten gefasst. Der kalifornische Konzern schloss wegen der Entwicklung die Trennung von Randbereichen wie vom Geschäft mit der TV- und Solarindustrie nicht aus. (Reuters)
 


Wirtschaftsnachrichten

Bankenaufsicht: Deutlich mehr Kapitalpuffer bei Geldinstituten

Die europäischen Großbanken sind nach Einschätzung der Aufseher bei der verordneten Stärkung ihrer Bilanzen deutlich vorangekommen. Die Geldhäuser hätten ihre Kapitalpositionen erheblich verbessert, das Bankensystem sei insgesamt belastbarer geworden, teilte die EU-Bankenaufsicht EBA am Mittwoch mit. Den endgültigen Ergebnissen des sogenannten Stresstests zufolge sammelten die geprüften 71 Geldhäuser bis Juni 205 Milliarden Euro frisches Kapital ein. „Das ist ein wichtiger Schritt nach vorn, aber es ist noch einiges zu tun“, sagte der EBA-Chef Andrea Enria. Die zuvor als kritisch eingestuften 27 Institute hätten 116 Milliarden Euro eingesammelt. Vier Banken fielen indes durch: Monte dei Paschi aus Italien, NKBM aus Slowenien sowie aus Zypern die Bank of Cyprus und die Marfin Popular Bank.

Die Aufsicht teilte mit, sie wolle bei ihrer geforderten Kapitalquote von 9 Prozent der risikogewichteten Bilanzsumme bleiben. Einige Banken hatten eine niedrigere Quote gefordert und argumentiert, die Vorgaben erschwerten die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Haushalte. Die Bundesbank und die Bafin sagten, alle zwölf teilnehmenden deutschen Banken hätten das nötige Kapitalpolster erreicht: „Die Quote beträgt im Durchschnitt 10,7 Prozent, wodurch alle Institute zusammen die Mindestkapitalanforderungen der EBA um 15,5 Milliarden Euro übertreffen.“ Die fünf Geldhäuser, die im vergangenen Jahr noch einen Kapitalbedarf von fast 13 Milliarden Euro aufwiesen, hätten diesen gedeckt. Sie würden nun 9,6 Milliarden Euro mehr ausweisen als gefordert. Die beiden größten österreichischen Institute Raiffeisen Zentralbank und Erste Group schafften den Test ohne Probleme. Die RZB kam per Ende Juni auf eine harte Kernkapitalquote von 10 Prozent, die Erste auf 9,9 Prozent. Sie haben als einzige Institute aus Österreich an dem Test teilgenommen. (Reuters)

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