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Medienschau : Commerzbank: Es brennt an allen Ecken

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ Helfert

Die teilverstaatlichte Commerzbank kommt nicht in Gang. Die nun vorgelegte ausführliche Bilanz des Frankfurter Instituts zeigt: Operativ hat sich das Ergebnis in nahezu allen Sparten halbiert. Dagegen hat der französische Luxusgüterkonzern PPR die Schwäche der deutschen Sportartikel-Tochter Puma durch gute Geschäfte seiner Modelabels ausgeglichen. 2012 wuchs der Umsatz auf vergleichbarer Basis um rund zehn Prozent auf knapp 9,74 Milliarden Euro. Derweil senkte Procter & Gamble seine erst Ende Januar angehobene Gewinn-Prognose für das laufende Quartal und Geschäftsjahr.

          Unternehmensnachrichte:

          Bei der Commerzbank brennt es an allen Ecken und Enden

          Die teilverstaatlichte Commerzbank kommt nicht in Gang. Die nun vorgelegte ausführliche Bilanz des Frankfurter Instituts zeigt: Operativ hat sich das Ergebnis in nahezu allen Sparten halbiert. Nur im Mittelstandsgeschäft läuft es noch rund. Vorstandschef Martin Blessing zieht die Konsequenzen aus dem schwachen Ergebnis und verzichtet auf seine Boni für 2012. Er nimmt damit der Kritik den Wind aus den Segeln, dass er seine Gehalt erhöht und gleichzeitig die Bank vor einem massiven Stellenabbau steht. Umbaukosten und Steuer-Abschreibungen haben den Gewinn der Commerzbank im vergangenen Jahr einbrechen lassen. Für 2013 ist keine Besserung in Sicht. Das Institut rechnet auch im laufenden Jahr mit großen Belastungen. Allein für den Abbau von bis zu 6.000 Stellen erwartet das Institut im ersten Quartal Kosten in Höhe von einer halben Milliarde Euro. Gleichzeitig sieht die Commerzbank Druck auf die Erträge und eine leicht steigende Risikovorsorge. Konkretere Angaben zum Ausblick traut sich die Bank
          nicht zu.

          Wegen außerordentlicher Belastungen von fast einer Milliarde Euro waren 2012 nur sechs Millionen Euro Gewinn übrig geblieben - im Vergleich zu 638 Millionen Euro im Vorjahr. Trotz des Gewinneinbruchs kann der Steuerzahler erstmals seit der Dresdner-Übernahme mit einer Zinszahlung für das geliehene Kapital rechnen, da die Bank auch nach HGB einen Gewinn erzielt.  Der nur kleine Jahresgewinn ist das Resultat eines schwachen Schlussquartals. Die Commerzbank hatte bereits Anfang Februar mitgeteilt, im vierten Quartal mit rund 720 Millionen Euro überraschend tief in die Verlustzone geraten zu sein. Millionenabschreibungen auf die ukrainische Tochter Bank Forum, die die Commerzbank mit einem Verlust verkauft hatte, sowie Verlustvorträge verhagelten der Bank den Jahresschluss.

          Das Institut kann nicht mehr davon ausgehen, die gemachten Verluste mit zukünftigen Gewinnen zu verrechnen. Aus einem einfachen Grund: Es fällt viel weniger Gewinn ab als ursprünglich geplant, da die Commerzbank viele Geschäftsfelder nicht mehr betreibt. Die Einnahmen der ukrainischen Tochter etwa fallen ebenso weg wie die aus der Schiffsfinanzierung, das die Commerzbank eingestellt hat. Auch das Geschäft mit der Staatsfinanzierung wickelt die Bank ab. Entsprechend stieg die Risikovorsorge auf knapp 1,7 Milliarden Euro im Vergleich zu 1,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Auch 2013 wird die Risikovorsorge weiter steigen, wenn auch nur leicht. Zudem wirft auch das laufende Geschäft nicht mehr so viel ab wie erhofft. Selbst das traditionell gut laufende Geschäft mit dem Mittelstand wird sich wegen der Konjunkturabschwächung voraussichtlich verlangsamen. Die Retailbank wird im Zuge des Umbaus
          2013 voraussichtlich rote Zahlen schreiben. Nun läuft die Genesungskur der Commerzbank unter dem Motto: Abspecken, wo es nur geht.

          Die Bank befindet sich seit der Übernahme der Dresdner Bank in einer Schieflage. Sie musste teilverstaatlicht werden und tausende Stellen streichen. Auch die langfristig gemachten Prognosen konnte Vorstandschef Martin Blessing nicht erfüllen. Blessing versucht nun durch die Schließung von Filialen, die sich nicht mehr rechnen, das Ruder umzudrehen. Seine Strategie lautet: Mehr Online, weniger Präsenz. Damit reagiert er auf die Technisierung der Welt, in der auch Bankkunden lieber Online Geschäfte abwickeln als in eine Filiale zu gehen. Auch andere Institute kämpfen mit gesunkenen Einnahmen. Europaweit bauen daher sowohl Privat- als auch Investmentbanken Stellen ab und versuchen, die Kosten zu senken.

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