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Medienschau : China erholt sich, schlechte Stimmung in Japan

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ Helfert

EADS und BAE fordern ihre Großaktionäre zum Aktienverkauf auf, diese die Unternehmen zur Nachbesserung. Die Stimmung in Japans Industrie verschlechtert, in China bessert sie sich.

          3 Min.

          Unternehmensnachrichten

          EADS und BAE fordern von Großaktionären Verkauf der Aktien

          Die Spitzen von EADS und BAE Systems haben für die geplante Fusion ihrer Unternehmen einen Ausstieg der EADS-Großaktionäre wie Daimler und Frankreich verlangt. In einem Gastbeitrag der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagausgabe) schrieben Thomas Enders von EADS und Ian King von BAE einem Vorabbericht zufolge: „Wir schlagen vor, die Shareholder-Verträge aufzuheben, die derzeit Daimler, Lagardere und dem französischen Staat die gemeinsame Kontrolle über EADS ermöglichen.“ Es müssten gleichzeitig Vereinbarungen gefunden werden, um die Sicherheitsinteressen der Regierungen zu wahren. Bisher sollen das sogenannte Goldene Aktien sein.

          Allerdings haben sich Frankreich und Deutschland einem anderen Medienbericht zufolge auf eine gemeinsame Strategie geeinigt, die vorsieht, dass beide Regierungen jeweils neun Prozent an dem neuen Konzern halten. Dies berichtete das Magazin „Der Spiegel“ unter Berufung auf Spitzenbeamte. Eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Rösler wollte den Bericht am Wochenende weder dementieren noch bestätigen.

          Unterdessen fordert der wichtige französische EADS-Aktionär Lagardere eine Nachbesserung der Pläne. „Trotz des industriellen und strategischen Potentials, das ihm zugeschrieben wird, hat dieser Plan noch nicht gezeigt, dass er Wert für EADS schafft“, erklärte Lagardere am Montag. „Lagardere betrachtet die Fusionsbedingungen zwischen EADS und BAE derzeit als nicht zufriedenstellend.“ Das EADS-Management müsse daher den Interessen der Lagardere-Aktionäre besser Rechnung tragen. (Reuters)

          EU-Kommission nimmt Apple-Garantie unter die Lupe

          Apple droht wegen seiner Garantiepolitik jetzt auch Ärger mit der EU-Kommission. EU-Justizkommissarin Viviane Reding hat die Verbraucherschutzminister aller 27 EU-Staaten schriftlich über Versäumnisse des Unternehmens informiert. In dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur dpa in Brüssel vorliegt, schreibt Reding: „Es scheint, dass Apple-Verkäufer es versäumten, Verbrauchern klare, wahrhaftige und komplette Informationen zu geben über die Garantie, die ihnen nach EU-Recht zusteht.“ Ähnlich irreführende Informationen hätten sie auf Internetseiten gestellt.

          Bei Apple gibt es eine einjährige Garantie, die mit „Apple Care“ je nach Gerät auf zwei oder drei Jahre verlängert werden kann. Das EU-Recht verpflichtet Hersteller zu einem zweijährigen Gewährleistungsanspruch. Er gilt für alle Mängel, die schon zum Zeitpunkt des Verkaufs bestanden haben - auch wenn sie erst später bemerkt werden. Bei der freiwilligen Garantie geht es hingegen um Mängel, die nach der Übergabe an den Kunden auftreten.

          Unterdessen verzögert sich das geplante Internet-Musikradio von Apple wegen schwieriger Rechteverhandlungen mit dem Musikverlag Sony weiter. Dessen Chef Martin Bandier sagte der „New York Times“ vom Wochenende, er wolle eine bessere Vergütung erreichen. „Wir wollen den Dienst. Wir wollen nur fair bezahlt werden.“ Die Äußerungen des einflussreichen Musik-Managers sind zugleich die erste Bestätigung dafür, dass Apple überhaupt an einem solchen Streaming-Dienst arbeitet. (dpa-AFX)

          Alpha bevorzugte Bieterin für Agricole-Tochter Emporiki

          Die französische Bank Credit Agricole hat sich offenbar für die in Athen ansässige Alpha Bank als bevorzugte Bieterin für ihre angeschlagene griechische Tochter Emporiki entschieden. Credit Agricole wolle die abschließenden Gespräche mit Alpha Bank führen, verlautete am Sonntag aus Bankenkreisen. Auch die National Bank und Eurobank aus Griechenland hatten Gebote für Emporiki eingereicht. (Reuters)
           


          Wirtschaftsnachrichten

          Stimmung in Japans Industrie verschlechtert sich

          Die Stimmung unter den japanischen Industriemanagern hat sich weiter verschlechtert. Das teilte die japanische Zentralbank am Montag mit. Nach dem sogenannten Tankan-Bericht sank der Stimmungsindex der Großindustrie im Zeitraum zwischen Juli und September von minus einem Punkt im Vorquartal auf minus drei. Ein negativer Wert zeigt, dass die Pessimisten in der Mehrheit sind. Damit hat sich die Stimmung auf den Manageretagen von Großunternehmen wie Autokonzernen erstmals seit drei Quartalen wieder verschlechtert. Hintergrund ist die wirtschaftliche Abschwächung in Absatzmärkten wie China und die Krise in Europa.

          Auch für die nächsten Monate rechnen die von der Zentralbank befragten Industriekonzerne mit keiner Besserung der Lage. Unternehmen der nicht verarbeitenden Branchen erwarten dem Tankan zufolge sogar eine weitere Verschlechterung ihres Geschäftsumfelds. (dpa-AFX)

          Offizieller Einkaufsmanager-Index zeigt Erholung von Chinas Industrie

          Chinas Industrie hat sich einer offiziellen Umfrage zufolge im September erholt. Wie die nationale Statistikbehörde am Montag mitteilte, legte der amtliche Einkaufsmanagerindex (PMI) - wie von Analysten erwartet –auf 49,8 Punkte zu. Er liegt damit nur noch knapp unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Im August hatte das Barometer mit 49,2 Punkten den schwächsten Stand seit November 2011 markiert.

          Erste Hinweise zur chinesischen Industrie liefert vor dem offiziellen Einkaufsmanagerindex traditionell der Index der Großbank HSBC, der im September auf 47,9 (August: 47,6) Zähler stieg. Das HSBC-Barometer berücksichtigt allerdings vor allem mittelständische Firmen in privater Hand, die einen schlechteren Zugang zu Bankkrediten haben als die staatlichen Großunternehmen. Deren Geschäftstätigkeit bildet der offizielle Einkaufsmanagerindex der Regierung ab. (Reuters)

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          Topmeldungen

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