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Markteinblick : Dow und S&P 500 schließen abermals auf Rekordhoch

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Am amerikanischen Aktienmarkt ging es am Freitag den siebten Handelstag in Folge aufwärts. Dabei erreichten der Standard & Poor’s 500 Index und der Dow- Jones-Index wie schon am Vortag abermals Höchststände.

          In Amerika haben der Dow Jones Industrial und der breite S&P-500-Index am Freitag erneut auf Rekordhoch geschlossen. Allerdings begrenzten kräftige Verluste der Boeing-Aktie die Gewinne des amerikanischen Leitindex deutlich. Er legte nur minimal zu, während die anderen wichtigen amerikanischen Indizes etwas fester aus dem Handel gingen. Ein Feuerausbruch in einem leeren „Dreamliner“ auf dem Flughafen London Heathrow hatte das Papier des Flugzeugbauers auf Talfahrt geschickt. Der Nasdaq-100-Index ging auf dem höchsten Stand seit dem Jahr 2000 in das Wochenende.

          Der Dow legte um 0,02 Prozent auf 15 464,30 Punkte zu und gewann damit im Wochenverlauf rund 2,2 Prozent. Der S&P 500 stieg am Freitag um 0,31 Prozent auf 1680,19 Punkte und ist damit nur noch 7 Punkte von seinem Rekordhoch vom 22. Mai entfernt. Der Nasdaq 100 rückte um 0,64 Prozent auf 3079,07 Punkte vor.

          Der Fokus lag an diesem Tag auf Unternehmensmeldungen: Neben Boeing galt das Interesse vor allem den Quartalszahlen von JPMorgan und der Gewinnwarnung des Paketdienstes UPS. Konjunkturdaten fanden dagegen nur wenig Beachtung. Das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima hatte sich zum zweiten Mal in Folge eingetrübt, während Analysten eine Aufhellung erwartet hatten. Die Erzeugerpreise waren stärker als erwartet gestiegen.

          Die Boeing-Papiere stürzten im Dow zeitweise knapp unter die Marke von 99 Dollar und gingen schließlich mit einem Abschlag von 4,69 Prozent auf 101,87 Dollar als schwächster Dow-Wert ins Wochenende. Eine 787-Maschine der Ethiopian Airlines hatte Feuer gefangen, woraufhin der britische Flughafen zunächst geschlossen wurde. Mitte Januar hatten Flugaufseher nach einem Feuer und einem Schmorbrand bei den Batterien von zwei „Dreamlinern“ ein weltweites Startverbot verhängt. Zwischenzeitlich hat Boeing die Konstruktion überarbeitet.

          Die Großbank JP Morgan überraschte mit einem besser als erwartet ausgefallenen Überschuss im zweiten Quartal. Die Titel, die zeitweise unter den gefragtesten im Leitindex zu finden waren, gaben am Ende um 0,31 Prozent nach. Favorit dagegen war das Papier der Bank of America mit plus 2,00 Prozent. Diese Großbank legt in der kommenden Woche ihren Geschäftsbericht vor. Die auf Privatkunden spezialisierte Bank Wells Fargo hatte im abgelaufenen Jahresviertel von der anhaltenden Erholung auf dem US-Häusermarkt profitiert. Das sorgte für einen Kursgewinn von 1,77 Prozent.

          Die UPS-Papiere büßten im S&P-100-Index 5,83 Prozent auf 86,12 Dollar ein, nachdem das Paketdienst-Unternehmen sein Ziel für den Jahresgewinn gesenkt hatte und über die schwächelnde amerikanische Industrie sowie über Kunden klagte, die lieber zu günstigeren Versandarten griffen. Die Anteilsscheine von Konkurrent FedEx wurden in Mitleidenschaft gezogen und verloren 2,02 Prozent.

          Der Euro erholte sich im amerikanischen Handel wieder etwas und notierte zum New Yorker Börsenschluss bei 1,3065 Dollar. Zeitweise hatte das Euro-Krisenland Portugal für Verkaufsdruck bei der Gemeinschaftswährung gesorgt und sie knapp unter 1,30 Dollar gedrückt. Am Markt für amerikanische Staatsanleihen sanken richtungweisende zehnjährige Anleihen um 3/32 Punkte auf 92 24/32 Punkte und rentierten mit 2,59 Prozent.

          Dax mit größtem Wochenplus des Jahres

          Der Dax hat mit einem Aufschlag von 5,21 Prozent das größte Wochenplus des Jahres verzeichnet. Noch deutlicher hatte er auf Wochensicht zuletzt im Dezember 2011 zugelegt. An seinem fünften Gewinntag in Folge kletterte der deutsche Leitindex am Freitag um 0,66 Prozent auf 8212,77 Punkte und profitierte damit von der jüngsten Rekordjagd an der Wall Street.

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