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Markteinblick : Deutsche Aktien leichter

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Bild: F.A.Z.

Die deutschen Aktien tendieren am Dienstag leichter. Die Lösung des amerikanischen Etatstreits sei eingepreist gewesen, heißt es.

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          Die Kurse deutscher Aktien fallen am Donnerstag trotz des abgewendeten Budgetkollaps in den Vereinigten Staaten per saldo. Die Anleger hatten bereits am Mittwoch auf eine Einigung gesetzt und dem Dax zu einem Rekordschlussstand von 8846 Punkten verholfen. Am Morgen gibt der Index um 0,2 Prozent auf 8.828 Punkte nach. Der marktbreite F.A.Z.-Index gibt 0,1 Prozent auf 1862 Punkte nach.

          Der amerikanische Kongress hatte sich nach wochenlangem Streit darauf geeinigt, das Schuldenlimit der Vereinigten Staaten vorübergehend bis zum 7. Februar heraufzusetzen. Außerdem soll die Regierung, die seit mehr als zwei Wochen ohne verabschiedeten Haushalt arbeitet, bis zum 15. Januar übergangsweise finanziert werden.

          Die Reaktion der Anleger auf die Einigung in den Vereinigten Staaten war laut Marktanalyst Craig Erlam vom britischen Broker Alpari recht verhalten ausgefallen - gemessen an dem Umstand, wie nah die Vereinigten Staaten daran waren, die globalen Finanzmärkte und die Weltwirtschaft in die Knie zu zwingen. Allerdings hätten die Investoren nie wirklich geglaubt, dass die Vereinigten Staaten zahlungsunfähig werden. Dies könnte erklären, warum sich in den letzten Wochen sowohl die Gewinne als auch die Verluste an den Aktienmärkten in engen Grenzen gehalten hätten.

          Kursgewinne am Rentenmarkt

          Deutsche Staatsanleihen setzen am Donnerstag ihre Erholung vom Vortag fort. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 51 Basispunkte auf 139,42 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 23 Basispunkte auf 124,09 Prozent. Nach der Einigung im amerikanischen Haushaltsstreit sind nach Ansicht der Experten von HSBC Trinkaus die Abwärtsrisiken noch nicht gebannt. Am Primärmarkt will Spanien drei- und fünfjährige Papiere im Volumen von bis zu 2,5 Milliarden Dollar unterbringen. Fünfjährige spanische Anleihen rentierten zuletzt mit 3,10 Prozent einen Basispunkt  niedriger. Neue französische Emissionen haben Laufzeiten von 2016 bis 2040. Zehnjährige französische Renten rentierten zuletzt bei 2,39 Prozent vier Basispunkte tiefer.

          Am Markt für amerikanische Staatsanleihen sind die Kurse gestiegen. Zehnjährige Schatzanweisungen rentierten zuletzt bei 2,63 Prozent drei Basispunkte niedriger. Nach Einschätzung der Vermögensverwalter Blackrock und Pacific Investment Management wird die amerikanische Notenbank die geplante Verringerung ihrer Anleihekäufe als Folge des Streits um die amerikanischen Schuldenobergrenze weiter hinausschieben, was die Kurse der Schatzanweisungen stützen dürfte.

          Euro legt zu

          Der Eurokurs ist nach der Einigung im amerikanischen Haushaltsstreit leicht gestiegen. Im asiatischen Handel kletterte die Gemeinschaftswährung am Donnerstagmorgen auf 1,3560 Dollar, nachdem sie am Vorabend kurzzeitig unter die Marke von 1,35 gerutscht war. In Europa notiert sie derzeit bei 1,3552 Dollar. Die amerikanische Währung konnte damit nicht von der Einigung in Washington profitieren. Auch im Handel mit anderen wichtigen Währungen wie dem Yen und dem britischen Pfund verlor der Greenback etwas an Boden. Unmittelbar nach der Einigung hatte der Dollar zum Yen aber noch zulegen können.

          Trotz der Freude über den Kompromiss in Washington haben viele Anleger bereits die künftige Entwicklung im Blick, erklärte Devisenexperte Desmond Chua von CMC Markets die Marktreaktion. „Der Kompromiss bringt nur wenig Zeit, bevor es abermals zu einem Debakel kommen kann.“ Insgesamt habe der Devisenmarkt die Lösung im Haushaltsstreit „unbeindruckt aufgenommen“, kommentierte Experte Lutz Karpowitz von der Commerzbank. Der Devisenmarkt sei einmal mehr in der Annahme bestätigt worden, dass beim Thema Haushaltsstreit in den Vereinigten Staaten immer eine Lösung in letzter Minute gefunden wird.

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