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Markteinblick : Deutsche Aktien etwas freundlicher

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag freundlich in eine Woche voller wichtiger Daten gestartet.

          3 Min.

          Am Montag steht der Dax nach den ersten Handelsminuten 0,1 Prozent höher bei 9449 Punkten. Der marktbreite F.A.Z.-Index gewinnt leicht auf 1988 Punkte hinzu. Die enttäuschenden Konjunkturdaten aus China für etwas Zurückhaltung.. Die chinesischen Dienstleister wuchsen zuletzt so langsam wie seit über zwei Jahren nicht mehr - der Einkaufsmanagerindex fiel im Dezember um 1,6 auf 50,9 Punkte. Damit blieben die Sorgen über die weitere wirtschaftliche Entwicklung Chinas bestehen, urteilten die Analysten der Essener Nationalbank.

          Lufthansa verlieren 0,7 Prozent, K+S rücken um 3 Prozent vor. Dialog Semiconductor fallen um knapp 5 Prozent. Händlern zufolge hat Morgan Stanley die Titel auf „Underweight“ von „Equal-Weight“ heruntergestuft.

          Ansonsten dürfte sich das Börsengeschehen nach dem ereignisarmen Jahresauftakt deutlich beleben. Weitere Kursgewinne halten Experten angesichts des starken Vorjahrs und insbesondere der Rally der vergangenen Wochen allerdings zunächst für eher unwahrscheinlich. Längerfristig überwiegt aber der Optimismus.

          Die meisten Investoren kehrten am Montag an ihre Arbeitsplätze zurück, um sich für den Start der amerikanischen Berichtssaison am Donnerstag und eine Reihe wichtiger Konjunkturdaten aus China und den Vereinigten Staaten zu positionieren. Zudem steht am Montag die Abstimmung im Senat über Janet Yellen als neuer Chefin der amerikanischen Notenbank Fed und das Protokoll der letzten Fed-Sitzung unter dem scheidenden Amtsinhaber Ben Bernanke am Mittwoch im Fokus.

          Dazu kommen am Donnerstag die Sitzungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England. Unternehmensseitig steht in Deutschland in der ersten vollen Handelswoche des Jahres nur wenig auf der Agenda: Am Mittwoch werden monatliche Pkw-Absatzzahlen veröffentlicht, tags darauf die Quartalszahlen der Südzucker-Tochter Cropenergies.

          Besondere Bedeutung kommt laut IG-Experte Weston dem für Freitag angekündigten amerikanischen Arbeitsmarktbericht für den Dezember zu. Schwache Daten dürften die Schwankungsfreude an den Märkten erhöhen, da allgemein damit gerechnet werde, dass die Fed ihre Anleihekäufe zur Stützung der Konjunktur im Jahresverlauf einstelle. Zusätzliche Risiken berge die aktuelle Selbstzufriedenheit am Markt, gab Weston zu bedenken. Diese zeige sich in Indikatoren wie dem Verhältnis von Kauf- zu Verkaufsoptionen auf Aktien (Put/Call Ratio), der Anlegerstimmung und dem Index VIX, der die erwartete Schwankungsbreite des amerikanischen Aktienindex S&P-500-Index misst.

          „Aktuell scheint zu viel Euphorie an den Märkten zu herrschen“, lautete die Einschätzung der DZ Bank. „Kurzfristig sind die Kurse den Unternehmensgewinnen weit vorweg gelaufen, so dass diese erst im Verlauf des Jahres wieder Anschluss finden dürften.“ Für Neuengagements und die Aufstockung bestehender Aktienpositionen empfehle sich daher taktisch das Warten auf Rücksetzer.

          Deutsche Anleihen starten mit leichten Gewinnen

          Deutsche Staatsanleihen sind am Montag fester in die neue Handelswoche gegangen. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 26 Basispunkte auf 139,35 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 16 Basispunkte auf 124,61 Prozent.

          Investoren werden zu Wochenbeginn neue Wirtschaftsdaten beäugen. Anleiheauktionen der Niederlande und Frankreichs dürften keine große Rolle spielen, schreiben die Beobachter von der Essener National-Bank in einer Tagesvorschau.

          Deutschland wird in der ersten vollständigen Woche des Jahres noch nicht am Markt aktiv. Nach Berechnungen von HSBC Trinkaus wird in der kommenden Woche das Volumen der Neuemissionen deutlich die Rück- und Kuponzahlungen übertreffen.

          Euro fällt auf tiefsten Stand seit einem Monat

          Der Trend des Euro zeigt weiter nach unten: Am Montag fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 1,3570 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Anfang Dezember. Belastet wird der Euro von der Erwartung, dass die amerikanische Notenbank ihre Geldpolitik im Jahresverlauf immer weniger expansiv ausgestalten wird. Die Aussicht auf eine geringere Dollarschwemme festigt die amerikanische Währung.

          Die deutlichen Kursrückgänge am japanischen Aktienmarkt haben Anleger unterdessen beim Yen zugreifen lassen. Der Dollar fiel in der Spitze auf 104,16 Yen, nachdem er am Donnerstag noch ein Fünf-Jahres-Hoch von 105,45 Yen erreicht hatte. Wenn die Börse in Tokio schwächelt, steuern Investoren gerne den sicheren Hafen Yen an. Der Nikkei-Index fiel am Montag zeitweise um 2,6 Prozent - Analysten begründeten den Kursrückgang mit Gewinnmitnahmen.

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