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Marktbericht : Und am Ende gewinnt die Unsicherheit

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der deutsche Aktienmarkt ist etwas schwächer in das Wochenende gegangen. Schwache Konjunkturdaten aus Europa belasteten. Ebenso die Debatte um eine Drosselung der Geldflut der Notenbanken, welche die rekordverwöhnten Aktienmärkte wohl auch in der ersten Juni-Handelswoche ausbremsen könnte.

          Gute Daten aus Amerika konnten dem Dax am Nachmittag keinen nachhaltigen Auftrieb geben. Der Leitindex beendete den Tag mit einem Abschlag von 0,61 Prozent bei 8.348,84 Punkten. Damit verbuchte der Leitindex ein Wochenplus von 0,53 Prozent. Auf Monatssicht legte er um 5,5 Prozent zu. 

          Zwischenzeitlich war der Dax unter 8.300 Punkte gefallen, bei seinem Erholungsversuch scheiterte er an der Marke von 8.400 Zählern und gab dann wieder kräftig auf seinen Schlussstand nach. Händler verwiesen auf automatisierte Handelssysteme, die sich an zentralen Marken der Aktienindizes orientieren. Für den M-Dax ging es derweil am Freitag um 0,30 Prozent auf 14.093,59 Punkte abwärts. Der Tec-Dax sank um 0,43 Prozent auf 964,92 Punkte.

          Zwei Faktoren

          Die Erholung im Handelsverlauf führten Händler auf zwei Faktoren zurück: Zum einen seien die Verluste am Vormittag „fundamental nicht nachvollziehbar“ gewesen. Zum anderen seien am Nachmittag veröffentlichte Wirtschaftsdaten besser ausgefallen als erwartet. Am Vormittag standen noch überraschend rückläufige deutsche Einzelhandelsumsätze und eine rekordhohe Arbeitslosenquote in der Eurozone im Fokus.

          Am Nachmittag hellten amerikanische Daten das Bild am Aktienmarkt zeitweise auf: Die Stimmung der Einkaufsmanager in der Region Chicago erholte sich im Mai vom Rückschlag im Vormonat und hellte sich überraschend stark auf. Das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima verbesserte sich im Mai ebenfalls stärker als zuvor gemeldet und erreichte den höchsten Wert seit fast sechs Jahren.

          Im Dax legten die Aktien der Deutschen Börse gegen den Trend 2,1 Prozent zu, nachdem Medien über eine Verwässerung der Finanztransaktionssteuer berichtet hatten. Automobilaktien profitierten von einer Studie vom Vortag, in der zahlreiche Automobilaktien zum Kauf empfohlen worden waren. Nachdem am Vortag in Frankfurt feiertagsbedingt wenig gehandelt worden war, hätten einige Investoren nachgezogen, hieß es. Die Aktien von Daimler und BMW gewannen 1,5 bzw. 0,7 Prozent.

          Änderungen in den globalen MSCI-Indizes bewegten die betroffenen Aktien. Die Titel von Telefonica Deutschland legt 1,5 Prozent zu, da sie gleich in zwei MSCI-Indizes aufgenommen wird. Fuchs Petrolub kommt in den MSCI Germany Index und gewann 2,5Prozent. Die Salzgitter-Aktie fällt aus dem MSCI Germany und verlor 5,2 Prozent. Die Änderungen wurden zum Handelsende wirksam.

          Wochenausblick: Amerikas Arbeitsmarktdaten im Fokus

          Die Debatte um eine Drosselung der Geldflut der Notenbanken wird die rekordverwöhnten Aktienmärkte in der ersten Juniwoche wohl ausbremsen. Ob der Chef der US-Währungshüter, Ben Bernanke, die Anleihenkäufe möglicherweise einschränkt, hängt vor allem von der Entwicklung am Arbeitsmarkt ab. Dementsprechend warten die Anleger wie die Kaninchen vor der Schlange auf frische Daten. „Diese Woche wird sich der Dax voraussichtlich seitwärts bewegen, denn vor den Jobdaten wird sich kein Anleger groß positionieren wollen“, meint Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB.

          Auch Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner zufolge geben die am Freitag anstehenden amerikanischen Arbeitsmarktdaten den weiteren Kurs vor. „Je stärker die Zahlen ausfallen, desto schneller wird sich die Fed zu einem Kurswechsel durchringen.“ In den Vormonaten März und April hatte der Stellenzuwachs mit 150.000 noch leicht enttäuscht.

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