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Marktbericht : Konjunkturdaten sorgen für Kauflaune

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Bild: F.A.Z.

Nach guten Konjunkturdaten aus Europa tendieren die deutschen Aktien freundlich. Die Stimmung der spanischen, italienischen, französischen und deutschen Einkaufsmanager ist besser als erwartet.

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          Auch in der Eurozone insgesamt hellte sich das Bild überraschend auf. Marktanalyst Gregor Kuhn von IG Markets begründete die Gewinne am Markt zudem mit dem besser als erwartet ausgefallenen Stresstest für den spanischen Bankensektor. Ein weiterer Händler meinte mit Blick auf den für den Anleihemarkt richtungweisenden Bund-Future, dass der im September offenbar gewordene Wechsel hin zu einer mehr risikoorientierten Anlagepolitik am Aktienmarkt wohl Substanz habe. Börsianer bezweifeln aber, dass sich die gute Stimmung an den Märkten hält.

          Banken profitieren von spanischen Stress-Tests

          Der Dax kletterte um 1,2 Prozent auf 7304 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index verbucht ein Plus von gleichfalls 1,2 Prozent auf 1560 Punkte. Finanzwerte zählen zu den Favoriten. Deutsche Bank und Commerzbank gewinnen 2 bzw. 1,7 Prozent. Analyst Stefan Bongardt von Independent Research verweist darauf, dass beide Finanzhäuser noch relativ stark in Spanien engagiert seien. Angesichts der Stresstest-Resultate sei das Risiko für beide Geldhäuser sowie auf dem Interbankenmarkt gesunken.

          Daneben dürften auch Medienberichte über weitere Zahlungen an Griechenland positiv gewirkt haben, heißt es von Händlern. Demzufolge soll der griechische Staat die nächsten Hilfsgelder selbst bei Verstößen gegen die Sparauflagen erhalten. Hintergrund sei die Angst vor den Folgen einer Staatspleite Griechenlands mit anschließendem Euro-Austritt.

          Der Aktienkurs von SAP klettert um 2 Prozent auf 56,23 Euro. Der Software-Riese hat grünes Licht aller Wettbewerbshüter für die Übernahme des Cloud-Anbieters Ariba erhalten. Außerdem äußerte sich Barclays-Analyst Raimo Lenschow positiv über den Wert nach der jüngsten Anwenderkonferenz. Die Datenbanksoftware Hana sei ein einwandfreies neues Produkt des Softwarekonzerns, so der Experte.

          Baywa sehr fest

          Baywa verteuern sich um 2,2 Prozent. Analyst Heinz Müller von der DZ Bank bewertet die jüngsten Zukäufe des Agrarhändlers in einer aktuellen Studie positiv. Evotec legen nach Bekanntwerden einer Kooperation mit Bayer um 6,3 Prozent zu. Im Rahmen der Allianz zur Bekämpfung der Gebärmuttererkrankung Endometriose erhält das Biotech-Unternehmen von den Leverkusenern eine Vorauszahlung in Höhe von 12 Millionen Euro.

          Solarworld fallen um 1,5 Prozent. Börsianer begründen dies mit der Drohung von Bosch, sich aus dem Solarsektor zurückzuziehen. „Selbst ein langfristig orientiertes Unternehmen wie Bosch kann nicht auf Dauer ein Zukunftsgeschäft wie die Fotovoltaik subventionieren - langfristig heißt nicht ewig“, sagte Aufsichtsratschef Franz Fehrenbach der „Financial Times Deutschland“. Unabhängig vom Preisverfall in der Branche sieht Fehrenbach die politische Unentschlossenheit als Hindernis. Bosch war erst 2008 in die Solarbranche eingestiegen.

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