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Marktbericht : Intel und Danone bremsen deutsche Aktien

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die schwachen Prognosen von Intel und Danone haben die Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt gedrosselt. Das Thema Spanien ließ die Anleger vor Beginn des EU-Gipfels ebenfalls nicht los.

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          Nach seinem Plus von 1,6 Prozent am Dienstag gewann der Dax am Mittwoch bei niedrigen Umsätzen 0,3 Prozent auf 7395 Punkte. „Der gestrige Anstieg wird jetzt verarbeitet und viele Anleger holen vermutlich erst einmal Luft, bevor sie den Markt weiter nach oben treiben wollen“, sagte ein Händler. Der marktbreite FAZ-Index gewann 0,3 Prozent auf 1583 Punkte. Der MDax stieg um 0,7 Prozent auf 11.556 Zähler.

          Für etwas Erleichterung sorgte Händlern zufolge, dass die Ratingagentur Moody’s vorerst darauf verzichtet, die Bonität des Königreichs weiter herabzustufen. Unabhängig davon hieß es aus deutschen Regierungskreisen, dass man Spanien nicht dazu dränge, einen Hilfsantrag an den europäischen Rettungsfonds ESM zu stellen.

          Sollte es so weit kommen, gälten strikt die Regeln für die gemeinsame Unterstützung. Dann werde ein Reformprogramm zwischen der Regierung in Madrid und der EU ausgehandelt. Investoren setzen seit Wochen darauf, dass Spanien bald einen Hilfsantrag stellt und damit auch das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) aktiviert wird. In Madrid baute der Leitindex seine Vortagesgewinne aus und schloss 2,4 Prozent fester.

          Thyssen und Hochtief gefragt

          Deutlich nach unten ging es an der Pariser Börse dagegen für Danone. Anleger zeigten sich von Bilanz und Ausblick des weltgrößten Joghurt-Herstellers enttäuscht. Danone hat im dritten Quartal einen Umsatzeinbruch in seinen wichtigen Märkten Spanien und Italien verzeichnet.

          „Wir hatten eine gedämpfte Bilanz erwartet, aber was wir bekommen haben, ist enttäuschend“, schrieb Analyst Andrew Wood von Sanford C. Bernstein. Er geht davon aus, dass Analysten ihre Erwartungen an das Geschäftsjahr 2012 nun herunterschrauben. Und auch für 2013 gibt er sich skeptisch. „Es stellt sich immer klarer heraus, dass Danone ernsthafte strukturelle Probleme mit seinem Milchgeschäft in Europa hat. Das in Ordnung zu bringen, könnte länger dauern als bislang gedacht.“ Die Aktie schloss drei Prozent niedriger bei 47,32 Euro.

          Stahltitel gingen indes europaweit auf Erholungskurs. Arcelor-Mittal -Aktien verteuerten sich um fünf Prozent. Thyssen-Krupp verzeichneten ein Plus von 2,5 Prozent. Salzgitter und Klöckner & Co verteuerten sich um 5,5 beziehungsweise 5 Prozent. „Es gibt wieder etwas positive Vorgaben von den Märkten aus den Vereinigten Staaten und China, und da die Stahlwerte anderen Titeln hinterherhinken, profitieren sie am meisten davon“, sagte ein Händler. Auch Bauwerte waren gefragt: Heidelbergcement stiegen um 2,1 Prozent, Hochtief um 5,7 Prozent.

          Enttäuschende Zahlen von Intel und IBM belasten amerikanische Börsen

          Belastet von enttäuschenden Quartalszahlen der Börsenschwergewichte Intel und IBM tendiert die Wall Street am Mittwoch uneinheitlich. Bilanz und Ausblick der Technologieriesen versetzten den Hoffnungen der Anleger auf eine Konjunkturerholung einen Dämpfer. Für etwas Erleichterung sorgte dagegen die Bank of America. Das Institut konnte den befürchteten Verlust vermeiden und sich knapp in der Gewinnzone halten. Auch positive Daten vom seit langem kriselnden Immobilienmarkt in den Vereinigten Staaten lieferten Unterstützung.

          Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verliert leicht  auf 13.545 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 dagegen legt um 0,4 Prozent auf 1460 Zählerzu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöht sich um 0,25 Prozent auf 3109 Punkte.

          „IBM and Intel waren schwach“, sagt Scott Schermerhorn von Granite Investment Advisors. „Aber es ist nicht überraschend, dass solche global tätigen Unternehmen von dem Konjunkturabschwung in Europa und in den Schwellenländern getroffen werden.“ Der Chipriese Intel enttäuschte mit einem Gewinn- und Umsatzrückgang sowie einem ernüchternden Ausblick. Eine baldige Erholung des PC-Geschäfts ist nicht in Sicht. Die Aktie gibt rund drei Prozent nach.

          Bank of America bleibt in schwarzen Zahlen

          IBM brockten Verzögerungen bei Großaufträgen vor der Präsidentenwahl einen Umsatzrückgang von 5 Prozent auf 24,7 Milliarden Dollar ein. Der Kurs der IBM-Aktie rutscht knapp fünf Prozent ab.

          Die Aktien der Bank of America gewinnen 0,85 Prozent, nachdem das Institut für das dritte Quartal einen Nettogewinn von 340 Millionen Dollar auswies und den von Analysten erwarteten Verlust vermied. Das Geldhaus konnte damit ebenso wie zuvor die Rivalen Citigroup und Goldman Sachs die Expertenprognosen übertreffen, nachdem Branchenprimus JPMorgan und Wells Fargo enttäuscht hatten. „Die Bilanzsaison ist mit einiger Skepsis gestartet, doch insgesamt kann man zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen sein“, sagte Schermerhorn. „Die Dinge scheinen sich für die Banken zu bessern.“

          Um 4,6 Prozent zulegen können die Titel des Eigenheimbauers Toll Brothers. Dieser profitiert von ermutigenden Daten vom Immobilienmarkt. Die Zahl der Baubeginne von Wohnungen stieg im September um überraschende kräftige 15 Prozent auf eine Jahresrate von 872.000. Dies war der höchste Anstieg seit Sommer 2008. Die Zahl der Baugenehmigungen kletterte um 11,6 Prozent auf eine Jahresrate von 894.000, den höchsten Wert seit ebenfalls rund vier Jahren.

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