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Marktbericht : Gute Konjunkturdaten beflügeln den Dax

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der überraschende Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex’ sorgte am Dienstag am deutschen Aktienmarkt für steigende Kurse.

          Gute Konjunkturdaten aus Deutschland und den Vereinigten Staaten haben den Dax am Dienstag beflügelt. Der Leitindex machte seine Vortagesverluste wieder wett und kletterte um 3,11 Prozent auf 5847 Punkte. Auf Jahressicht jedoch bedeutete dies immer noch ein Minus von mehr als 15 Prozent. Der M-Dax stieg zum Handelsschluss um 2,90 Prozent auf 8737 Punkte und der Tec-Dax gewann 2,47 Prozent auf 676 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index kletterte um 2,92 Prozent auf 1306 Punkte.

          Angetrieben wurde der Dax unter anderem von dem unerwartet guten Ifo-Geschäftsklimaindex für Dezember. Der Ifo-Index ist von 106,6 Punkten im Vormonat auf 107,2 Punkte in diesem Monat gestiegen. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 106,1 Punkte gerechnet. Markus Huber, Händler bei ETX Capital, hob hervor, dass es sich um den zweiten Ifo-Anstieg in Folge handele und nicht nur die aktuelle Lage der Unternehmen relativ gut gesehen werde, sondern auch die Zukunftserwartungen weniger düster als prognostiziert ausgefallen sei. HSBC-Analyst Thomas Amend sieht angesichts der aktuellen Ifo-Daten die Gefahr einer ausufernden Rezession in Deutschland erst einmal gebannt. Zum Handelsstart hatte noch die erneute Weigerung von EZB-Präsident Mario Draghi, den Ankauf von Staatsanleihen auszudehnen, den Markt belastet.

          Wall Street startet mit kräftigen Gewinnen

          Die Wall Street ist am Dienstag mit kräftigen Gewinnen in den Handel gestartet. Geringere Zinsen für spanische Anleihen sowie positive Nachrichten durch den Ifo-Index aus Deutschland sorgten für eine gute Stimmung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte in den ersten Minuten um 2 Prozent auf 12.000 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 2,1 Prozent auf 1230 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,2 Prozent auf 2578 Stellen.

          Noch am Vortag hatte die Warnung der Europäischen Zentralbank vor Risiken in der Finanzbranche die Händler verschreckt. Nun sorgten die hohe Nachfrage und der Rückgang bei den Renditen bei der Ausgabe spanischer Anleihen für Zuversicht. Auch der überraschende Anstieg des Ifo-Index’ förderte diesen Trend. Ebenfalls positiv zu Buche schlugen Daten vom US-Immobilienmarkt. Im November wurden unerwartet viele Wohnhäuser gebaut. Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte der geplatzte Megadeal zwischen Deutscher Telekom und AT&T.

          Autobauer gefragt

          Dass sich die Stimmung in der Wirtschaft im Dezember erneut aufgehellt hat, sei nicht erwartet worden und habe positiv überrascht, sagte ein Händler. „Aber die Vergangenheit zeigt, dass es auch in einer wirtschaftlichen Abschwungphase immer wieder zu Ausschlägen des Ifo nach oben kommt“.

          Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank sagte: „Spätestens mit der Bekanntgabe der Ifo-Zahlen, die sich auch stark auf die deutsche Vorzeigebranche Auto und -zulieferer stützt, ist offensichtlich klar, dass man sich nicht nur in Schwarzmalerei üben muss. Im Gegenteil, Deutschland ist konjunkturell offensichtlich gerade in den Schwellenländern gut aufgestellt.“

          Entsprechend positiv reagierten die Aktien der Autobauer BMW und Daimler. BMW stiegen um 4,29 Prozent auf 52,22 Euro und Daimler gewannen 5,89 Prozent auf 33,19 Euro. Daimler profitierten zudem von einem Pressebericht, wonach sich Konzernchef Dieter Zetsche um einen Einstieg des chinesischen Staatsfonds CIC mit bis zu zehn Prozent bei den Stuttgartern bemüht. Zudem verweisen Händler auf den chinesischen Autohersteller Brilliance, der sich positiv zum Luxusmarkt in China geäußert habe.

          Telekom-Aktie im Fokus

          Zu den größten Verlierern gehörten die Aktien der Deutschen Telekom mit einem Minus von 0,64 Prozent auf 8,84 Euro, nachdem der Verkauf von T-Mobile USA an AT&T gescheitert war. Die Aktienkurse von Fresenius Medical Care (FMC) und der Muttergesellschaft Fresenius gaben zwischenzeitlich um 2,3 bzw. 0,6 Prozent nach. Im späteren Handelsverlauf stiegen die Aktien in einem allgemein positiven Marktumfeld um 0,61 bzw. 2,01 Prozent. Der Dialyse-Anbieter FMC hat seine Umsatz- und Ergebniserwartung für 2011 verringert.

          Der Aktienkurs von Süss Microtec fiel nach einer Auftragswarnung mit einem Verlust von 11,7 Prozent auf 6,02 Euro. Im vierten Quartal werde der Auftragseingang aufgrund des zurückhaltenden Bestellverhaltens hinter den Erwartungen zurückbleiben und voraussichtlich 20 bis 25 Millionen Euro betragen, teilte der Chip-Zulieferer mit.

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