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Marktbericht : Deutsche Aktien schließen knapp behauptet

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag die aufgelaufenen Kursgewinne am Ende nahezu verteidigt, nachdem er den Tag über Abgaben verzeichnete.

          Der deutsche Aktienindex Dax hat am Montag sieben Punkte niedriger bei 8.979 Punkten geschlossen. Der marktbreite F.A.Z.-Index verlor etwas stärker und fiel auf 1893 Zähler. Im Eröffnungshandel hatte der Dax mit 9.018 Punkten den höchsten Stand aller Zeiten markiert. Im Handel werden nun weitere Angriffe auf die Marke von 9000 Punkten erwartet.

          Während sich der Dax zum Wochenauftakt nur wenig bewegte, wurde der Handel in den Einzeltiteln von starken Umschichtungen geprägt. Die zuletzt favorisierten konjunkturabhängigen Aktien wie Automobiltitel und ihre Zulieferer wurden verkauft. Dagegen suchten Anleger nach so genannten defensiven oder konjunkturunabhängigen Aktien, so nach den Herstellern von Konsumgütern des täglichen Bedarfs, Pharmawerten, Versorgern und der Telekom.

          Thyssen-Krupp unter Druck

          Angeführt wurden die Gewinner von der Henkel-Aktie mit einem Plus von 2,2 Prozent auf 78,73 Euro. Die Papiere der Deutschen Telekom stiegen um 2,0 Prozent auf 11,58 Euro. Nach Informationen des Wall Street Journal Deutschland könnte die Telekom bereit sein, die Mehrheit an Scout 24 zu verkaufen, um so einen Käufer zu finden. In diesem Fall könne die Telekom mehr als eine Milliarde Euro einnehmen, so ein Händler.

          Auf der anderen Seite verloren Thyssen-Krupp 3,6 Prozent auf 18,31 Euro. Wie es heißt, fehlen dem Stahlkonzern Kaufinteressenten für sein Werk in Brasilien. Autoaktien litten unter einer Herunterstufung des Sektors auf „Neutral“ durch die Analysten von JP Morgan. Während die Titel von Daimler sowie BMW je 1,5 Prozent abgaben und VW 1,3 Prozent, fielen Continental-Aktien sogar um 2,8 Prozent zurück. Cancom gewannen mit einem günstigen Zwischenbericht zum laufenden Geschäftsjahr mehr als acht Prozent.

          Wall Street vor Apple-Zahlen und Fed-Sitzung unschlüssig

          An den amerikanischen Aktienmärkten kommt es zu Wochenbeginn zu kleineren Gewinnmitnahmen. Die Anleger wissen nicht so recht, was sie tun sollen. Von den Konjunkturdaten des Tages gingen keine eindeutigen Signale aus. Auf der Unternehmensseite steht der Höhepunkt des Tages, der Quartalsausweis von Apple, erst nach Börsenschluss in den Vereinigten Staaten zur Veröffentlichung an. Zudem beginnt am Dienstag die zweitägige Sitzung der amerikanischen Notenbank, die ebenfalls Überraschungspotenzial birgt. In einer solchen Gemengelage möchte niemand auf dem falschen Fuß erwischt werden. Also halten sich die Anleger zurück.

          Der Dow-Jones-Index gewinnt 0,1 Prozent auf 15.590 Punkte. Der S&P-500 klettert auf ein neues Allzeithoch von 1764 Punkten und liegt 0,2 Prozent im Plus. Der Nasdaq Composite notiert weitgehend unverändert.

          Die Aktien der Pharmahersteller Merck & Co und Bristol-Myers Squibb stehen im Fokus. Bei Merck & Co waren Umsatz und Gewinn im dritten Quartal zurückgegangen. Das drückt den Kurs um 2,5 Prozent. Dagegen legt der Kurs von Bristol-Myers Squibb um mehr als 6 Prozent zu. Das Unternehmen hat am Wochenende mitgeteilt, dass eine Phase-1-Studie des Lungenkrebsmedikaments Nivolumab vielversprechende Ergebnisse gezeigt habe. Unterstützung kommt auch von den Morgan-Stanley-Analysten, die Bristol-Myers auf „Overweight“ hochgestuft haben.

          Apple-Aktien zeigen sich vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen wenig verändert. Analysten erwarten laut Fact Set im Durchschnitt, dass das Unternehmen im vierten Geschäftsquartal ein um 9 Prozent niedrigeres Ergebnis je Aktie von 7,92 Dollar erzielt hat. Piper Jaffray hält die Viertquartalszahlen für weniger interessant. Bei der Vorstellung des iPhone 5S habe Apple schon das obere Ende seiner Umsatzprognose für das September-Quartal bekräftigt, heißt es. Viel interessanter seien mögliche Aussagen zum Dezember-Quartal.

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