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Marktausblick : An Europas Börsen überwiegt die Vorsicht

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Bild: F.A.Z.

Die Sorge vor einem Zudrehen des Geldhahns durch die amerikanische Notenbank bremst weltweit die Börsen. Mit Spannung wartet man nun auf neue Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten.

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          Der Dax verliert 0,2 Prozent auf 8.276 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index gibt um 0,4 Prozent auf 1727 Zähler nach. Damit haben sich beide Indizes ein wenig von ihren Tiefstkursen unmittelbar zum Handelsbeginn erholt.

          Veröffentlicht werden ein Bericht über die Beschäftigungslage im Privatsektor, eine Umfrage unter Einkäufern sowie Auftragseingänge. Sollten die Ergebnisse eine robuste Konjunktur widerspiegeln, könnten Aktien paradoxerweise unter Druck geraten. Denn dann würde die Erwartung angeheizt, dass die amerikanische Notenbank die Märkte nicht mehr so spendabel wie bisher mit kurstreibender Liquidität versorgt.

          Andreas Klähn von der Bayerischen Landesbank rechnet dagegen mit eher schwachen Zahlen aus den Vereinigten Staaten. „Das könnte die Hoffnung auf eine Fortsetzung der Staatsanleihenkäufe der Fed stützen und letztlich auch Bundesanleihen beflügeln“, sagt der Rentenanalyst.

          Am Abend veröffentlicht die amerikanischen Notenbank den monatlichen Konjunkturausblick. Sollten sich in diesem auch Beige Book genannten Bericht Hinweise auf eine Drosselung der Wertpapierkäufe finden, könnten die Kurse an der Wall Street im späten Handel unter Druck geraten. Europas Börsen sind dann schon geschlossen und werden die Vorgaben aus den Vereinigten Staaten erst am Donnerstag nachvollziehen.

          An Europas Börsen müssen die großen Einzelhändler Kursverluste hinnehmen. Aktien von Carrefour verlieren nach einer Abstufung auf „Untergewichten“ durch die Bank HSBC 4 Prozent. Tesco-Aktien büßen nach einem schwachen Zwischenbericht 2,8 Prozent ein. Die Briten haben im ersten Quartal im Ausland 4,6 Prozent weniger abgesetzt. Auch die Kurse von Metro und Ahold geben nach.

          Leichte Erholung am Rentenmarkt

          Mit den Notierungen am deutschen Anleihemarkt geht es am Mittwochmorgen leicht nach oben. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 21 Basispunkte auf 143,57 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 3 Basispunkte auf 125,87 Prozent.

          Im Blick steht die Bekanntgabe des ADP-Arbeitsmarktberichts am Nachmittag. Bessere Zahlen dürften die Diskussion um eine baldige Drosselung der Wertpapierkäufe durch die amerikanische Notenbank noch verschärfen. Charttechnisch sind die Aussichten für den Bund eingetrübt.

          „Kurse unterhalb von 142,98 würden Potenzial bis 142,27 eröffnen“, sagt die Helaba. Mit dem am Donnerstag anstehenden Kontraktwechsel werde sich das technische Bild kaum ändern, denn die Roll-Differenz betrage diesmal nur vier Basispunkte. Die Handelsspanne wird am Mittwoch zwischen 142,50 und 143,80 gesehen.

          Euro wenig verändert

          Der Euro hat am Mittwochmorgen gegenüber dem Dollar etwas zugelegt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt bei 1,3082 Dollar gehandelt. Am Dienstag hatte der Euro minimal zugelegt. Weitere Impulse könnten Konjunkturdaten aus Deutschland bringen. Die endgültigen Daten zum Einkaufsmanagerindex für Mai stehen an. Daten für die Eurozone uns das Bruttoinlandsprodukts des Euroraums für das erste Quartal werden bekanntgegeben. Marktteilnehmer warten zudem auf die ADP-Daten zum Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten, um einen Hinweis zu erhalten, ob die amerikanischen Notenbank ihre Anleihekäufe bald beenden könnte.

          Der Schweizer Franken war kaum verändert zum Euro bei 1,2395 Franken. Der Yen hat zugelegt. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hatte zuvor den „dritten Pfeil” seiner Wachstumsstrategie erläutert, damit aber nicht überzeugt, sondern für deutliche Kursverluste am japanischen Aktienmarkt gesorgt. Abe hatte gesagt, gesetzlich festgelegte Erleichterungen für die Wirtschaft werde es noch monatelang nicht geben. Zum Euro stieg der Yen auf 130,52 Yen. Zum Dollar gewann die japanische Devise auf 99,82 Yen.

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