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„Project Hope“ : 700 Mekka-Pilger im A380

Malaysia Airlines entwickelt ein ganz besonderes Projekt. Bild: dpa

Malaysia Airlines will den Riesen-Airbus für Flüge zum zentralen Wallfahrtsort des Islams umbauen und daraus ein Geschäft machen.

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          Malaysia Airlines entwickelt ein ganz besonderes Projekt: Unter dem treffenden Namen „Project Hope“ will sie muslimischen Pilgern ihre Großraumflugzeuge vom Typ Airbus A-380 für preiswerte Flüge nach Mekka anbieten. „Malaysia Airlines hofft auf eine Kombination ausländischer und heimischer Investoren um eine neue Charterfluggesellschaft mit all ihren sechs A-380 zu führen“, berichten die Analysten vom Capa Centre for Aviation in Sydney.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Der neue Vorstandsvorsitzende Peter Bellew lässt die Maschinen gemeinsam mit dem europäischen Anbieter Airbus für die Pilger umrüsten: Die Maschinen sollen dann mit entweder 650 Economy-Sitzen und einer kleinen Business-Class oder ausschließlich mit 700 Economy-Class-Sitzen fliegen. Erstmals wird das Flugzeug, das die Hoffnungen von Hersteller Airbus nicht erfüllt, so eng bestuhlt werden. Derzeit fliegen die Großraumflugzeuge hohe Verluste ein. Die von ihnen geflogene Strecke zwischen der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur und London soll nach der Ausgliederung in die Charterfluggesellschaft von sechs kleineren A-350 übernommen werden.

          Die staatliche Fluggesellschaft stand 2014 nach dem Verlust von zwei ihrer Maschinen – einem Abschuss über der Ukraine (MH17) und einem Verschwinden, das bis heute nicht geklärt wurde (MH340) - und krassen Managementfehlern massiv unter Druck. Der deutsche Luftfahrtmanager Christoph Müller sollte als Vorstandsvorsitzender den Niedergang aufhalten und die Fluggesellschaft zu restrukturieren. Er hatte einen Vertrag bis 2018, stöhnte aber schon zu Beginn über die enge Verflechtung von Politik und Wirtschaft in dem muslimischen Land. Mit seinem radikalen Umbau und dem starken Abbau von Arbeitsplätzen bei Malaysia Airlines hatte er sich viele Feinde gemacht, fand als Sanierer in der Branche aber Bewunderer.

          Mit Bellew ist nun ein irischer Manager am Steuerknüppel, der mit Ryanair Erfahrung im Billigsegment sammeln konnte. Er holte als Chefverkäufer (Chief Commercial Officer) den früheren Lufthansa-Manager Arved von zur Mühlen, der zuletzt für Qatar Airways tätig war. Müller seinerseits ist aus Gründen, über die weiter spekuliert wird, zu Lufthansa-Konkurrent Emirates Airline gewechselt.

          Malaysia Airlines ist unter ihm wieder so weit erstarkt, dass sie im kommenden Jahr 25 neue Maschinen entweder vom Typ Airbus A330neo oder Boeing 787 kaufen will. Stark ausgebaut werden soll das Geschäft mit China.

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