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Der Edel-McDonald’s : Kultburger für die Wall Street

Shake Shack in Manhattan Bild: Reuters

Während McDonald’s mit Schwierigkeiten kämpft, stehen die Kunden bei Shake Shack Schlange. Jetzt will die Hamburgerkette an die Börse gehen.

          McDonald’s kämpft derzeit mit großen Schwierigkeiten. Die größte Hamburgerkette der Welt scheint den Geschmack der Verbraucher nicht mehr zu treffen. Die Umsätze schrumpfen, besonders schlecht läuft das Geschäft auf dem amerikanischen Heimatmarkt und in Deutschland.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Das muss freilich nicht heißen, dass die Menschen keine Lust mehr auf Hamburger haben. So dürfte McDonald’s-Chef Don Thompson in diesen Tagen neidisch werden, wenn er an einer Filiale von „Shake Shack“ vorbeigeht. Denn bei dem Wettbewerber, der vor allem für Hamburger und Milchshakes bekannt ist, herrscht regelmäßig Hochbetrieb, oft gibt es sogar Schlangen vor den Läden. „Shake Shack“-Burger sind Kult. Die Kette versteht sich als eine Art Anbieter von Edel-Fast-Food – und verkauft ihre Burger entsprechend teurer als McDonald’s.

          Der Zwerg tankt Kraft

          Jetzt plant die New Yorker Kette ihren Börsengang. Am Montag reichte das Unternehmen dazu die entsprechenden Unterlagen bei der Börsenaufsicht SEC ein. Shake Shack will mit den Erlösen aus dem Börsengang die weitere Expansion finanzieren. Im Moment ist das Filialnetz mit 63 Standorten noch sehr überschaubar, McDonald’s hat auf der ganzen Welt mehr als 35.000 Läden. 36 der Shake-Shack-Filialen sind in den Vereinigten Staaten, die restlichen Standorte sind vor allem in Länder des Nahen Ostens, zum Beispiel in den Vereinigten Arabischen Emiraten. In Deutschland gibt es noch keinen Shake Shack, aber die Kette kündigte in ihrem Börsenprospekt eine weitere internationale Expansion an. Auf dem amerikanischen Heimatmarkt sollen zehn neue Standorte im Jahr dazukommen.

          Die Geschichte von Shake Shack begann 2001 mit einem kleinen Hot-Dog-Wagen im New Yorker Madison Square Park. Es war ein Projekt von Danny Meyer, der sich vorher als Gründer von Nobelrestaurants wie „Gramercy Tavern“ oder „Eleven Madison Park“ einen Namen gemacht hatte. Der Wagen wurde aus dem Stand zu einem großen Erfolg, und drei Jahre später wurde daraus ein richtiger Verkaufsstand mit dem Namen „Shake Shack“, der bald für seine langen Schlangen berüchtigt war.

          Wachstumspotential

          Shake Shack wächst rasant. Nach Angaben aus dem Börsenprospekt stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 45 Prozent auf 82 Millionen Dollar. Anders als manch anderer Börsenaspirant ist Shake Shack profitabel und wies für 2013 einen Nettogewinn von 5,4 Millionen Dollar aus. Und die Kette sieht sich in guter Position, Fast-Food-Wettbewerbern Marktanteile abzunehmen. „Wir glauben, Verbraucher werden sich weiter zu Angeboten mit höherer Qualität bewegen.“

          In dem Prospekt versucht Shake Shack, seinen künftigen Investoren mit einem Hinweis auf die Größe des Marktes den Mund wässrig machen. Das Hamburgermarkt habe auf der ganzen Welt ein Volumen von 135 Milliarden Dollar, heißt es. Allein in den Vereinigten Staaten seien es 72 Milliarden Dollar – doppelt so viel wie der Pizzamarkt für sich beanspruchen könne.

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