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Konnichiwa aus Tokio : Samsung bleibt auf Rekordjagd

Tokio mit dem Fuji Bild: AFP

Samsung erzielt weiter Rekordergebnisse, woran sich koreanische Anleger aber gewöhnt haben. Punkten kann das Unternehmen vor allem bei Chips.

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          Die Rekordserie des südkoreanischen Elektrokonzerns Samsung bei Umsatz und Gewinn geht weiter: Das Unternehmen hat mit blendenden Verkäufen von Smartphones und Computerchips auch im dritten Quartal seinen Nettogewinn erneut um 26 Prozent auf 8,24 Billionen Won (etwa 5,6 Milliarden Euro) gesteigert. Das ist soviel wie noch nie in der Geschichte des Unternehmens. Bereits in den vergangenen Quartalen hatte Samsung immer wieder neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn gemeldet.

          Chipgeschäft trägt zum Gewinn bei

          Carsten Germis
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Waren es bislang die Smartphones, die zu Samsungs Erfolgen führten, gewinnt jetzt auch das Chip-Geschäft an Bedeutung. Die Gewinnspannen im Smartphone-Geschäft sinken leicht, dafür haben sich die Margen im Geschäft mit Speicherchips im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt. Wie wichtig die Chipsparte für Samsung inzwischen ist, lässt sich auch am operativen Gewinn ablesen: Der Verkauf sogenannter Speicher- und Logikchips steuert inzwischen rund ein Fünftel zum gesamten Betriebsgewinn bei.

          Der Verkauf von Smartphones und Mobiltelefonen machte im dritten Quartal immer noch zwei Drittel des operativen Gewinns aus. Das Geschäft wächst jedoch langsamer, weil die Konkurrenz im Markt für hochwertigere Smartphones zunimmt – auch der japanische Wettbewerber Sony will in diesem Marktsegment künftig stärker aktiv sein - und die Preise sinken.

          Der südkoreanische Rivale LG Electronics hatte am Donnerstag, anders als Samsung, einen Nettogewinnrückgang um 34 Prozent im dritten Quartal gemeldet; der operative Verlust im Geschäft mit mobilen Geräten habe sich gegenüber dem Vorjahr wegen der harschen Konkurrenz am Markt drastisch ausgeweitet, teilte LG mit. „Obwohl wir damit rechnen, dass sich die Nachfrage im nächsten Quartal im Zuge der Hauptverkaufssaison erhöht, werden die anhaltenden makroökonomischen Probleme und der sich verschärfende Wettbewerb am Markt im vierten Quartal bestehen bleiben“, sagte Robert Yi, Chef der Investor-Relations-Abteilung bei Samsung, am Freitag in einer Stellungnahme zu den neuen Quartalszahlen.

          Höchster Gewinn in der Geschichte

          Nach Angaben von Samsung, dem Schwergewicht an der Börse in Seoul und nach Marktwert größten Konzern in Südkorea, hat sich der Nettogewinn im Herbstquartal im Vergleich zum Vorjahr von 6,56 Billionen Won (etwa 4,5 Milliarden Euro) auf 8,24 Billionen Won erhöht. Damit brach das Unternehmen seinen bisherigen Gewinnrekord aus dem zweiten Quartal in Höhe von 7,77 Billionen Won (etwa 5,3 Milliarden Euro).

          Der operative Gewinn stieg im dritten Quartal um 26 Prozent auf 10,16 Billionen Won (etwa 6,9 Milliarden Euro). Aber das Wachstumstempo hat sich im Vergleich zum Anstieg von 47,5 Prozent im Vorquartal fast halbiert. Analysten schätzen, dass Samsung im Berichtsquartal zwischen 85 Millionen und 89 Millionen Smartphones verkauft hat. Darunter fällt auch das neueste Vorzeigetelefon Galaxy S4. Die Experten rechnen jedoch damit, dass billigere Smartphones inzwischen einen größeren Anteil an den Verkäufen ausmachen, was die Margen weiter gedrückt haben dürfte. Die Preise sogenannter Premium-Telefone sinken, was Samsung auch noch im vierten Quartal zu schaffen machen dürfte. Samsung selbst macht zu seinen Verkaufszahlen keine Angaben.

          Börse zeigt sich unbeeindruckt

          Die Börse in Seoul konnte Schwergewicht Samsung trotz seiner guten Zahlen nicht beflügeln. Im Morgenhandel überwogen die Skepsis über die jüngsten amerikanischen Wirtschaftsdaten und Verluste der großen Schiffswerften und der Chemie. Samsung legte bis zum Mittag immerhin um 0,37 Prozent auf 269,01 Won zu.

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