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Konjunktur : Amerikanische Wirtschaft wächst mit moderatem Tempo

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Amerikas Wirtschaft wächst weiter moderat Bild: dpa

Nestle steigert den Quartalsumsatz weniger stark als erwartet, Syngenta bleibt stark. Paypal treibt Ebay weiter an und Brasilien erhöht erstmals seit fast zwei Jahren die Zinsen.

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          Die amerikanische Wirtschaft ist nach Einschätzung der Notenbank (Fed) zuletzt mit einem „moderaten“ Tempo gewachsen. „Die meisten Distrikte hätten eine Belebung im Verarbeitenden Gewerbe beobachtet“, heißt es im am Mittwoch vorgelegten Konjunkturbericht (Beige Book) der amerikanischen Notenbank. Die Erhebung bezieht sich auf den Zeitraum von Ende Februar bis Anfang April.
          In den meisten Distrikten zeigten sich die Unternehmen zuversichtlich, dass sich die Erholung mit dem aktuellen Tempo fortsetzt oder sich noch beschleunigt. Für Verunsicherung sorge jedoch die Finanzpolitik und die Gesundheitsreform.

          Besonders deutlich sei die Erholung zuletzt beim Häuserbau und im Automobilsektor ausgefallen. In mehreren Distrikten der amerikanischen Notenbank seien jedoch Schwächen in der Rüstungsindustrie beobachtet worden. Die Konsumausgaben seien moderat gewachsen. Belastet würden diese jedoch durch höhere Benzinpreise, höhere Lohnsteuern und das Winterwetter.

          „Merkliche“ Verbesserungen gab es laut Beige Book jedoch am Immobilienmarkt. Die Häuserpreise seien in den meisten Regionen des Landes gestiegen. Ansonsten habe es hingegen kaum Preisdruck gegeben. Die Lage am Arbeitsmarkt sei unverändert geblieben oder habe sich etwas verbessert. Der Lohndruck sei insgesamt unter Kontrolle.

          Nestle steigert Quartalsumsatz weniger stark als erwartet

          Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestle muss nach dem ersten Quartal noch zulegen, um das für dieses Jahr angepeilte Wachstum zu erreichen. Der Weltmarktführer erzielte im Zeitraum Januar bis März 21,94 Milliarden (18,1 Milliarden Euro) Umsatz. Das sind zwar 5,4 Prozent mehr als vor einem Jahr, aber weniger als Analysten erwartet hatten. Sie hatten im Schnitt mit 22,58 Milliarden Franken gerechnet. Das organische Wachstum, das Wechselkurs- und Akquisitionseffekte ausschließt, betrug 4,3 Prozent, teilte Nestle am Donnerstag mit. Im ganzen Jahr strebt der Hersteller von Nespresso-Kaffee, Kitkat-Schokoriegeln und Maggi-Suppen weiterhin ein organisches Wachstum von fünf bis sechs Prozent an und will die operative Gewinnmarge steigern.

          Syngenta steigert Quartalsumsatz um sechs Prozent

          Dank der ungebremsten Nachfrage nach Nahrungsmitteln hat der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta den Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 4,57 Milliarden Dollar gesteigert. Analysten im Schnitt mit 4,56 Milliarden gerechnet. Der Konkurrent von Bayer und von Monsanto bekräftigte seine mittelfristige Umsatzprognose. Syngenta hatte im vergangenen September seine mittelfristigen Umsatzziele angehoben und peilt bis zum Ende des Jahrzehnts für die acht wichtigsten Nutzpflanzen nun eine Umsatzverdoppelung auf 25 Milliarden Dollar an.

          Akzo Nobel leidet unter schwacher Nachfrage in Europa

          Der niederländische Chemiekonzern Akzo Nobel hat auch im ersten Quartal weiter die Folgen der Eurokrise zu spüren bekommen. Der Umsatz ging um sieben Prozent auf 3,465 Milliarden Euro zurück. Die Nachfrage in Europa sei schwach gewesen. Zudem hat sich der Konzern im vergangenen Jahr von Geschäftsteilen getrennt, was sich auf den Umsatz auswirkte. Operativ ging der Gewinn um acht Prozent zurück. Mit den Zahlen verfehlten die Niederländer die Umsatzerwartungen, operativ schnitten sie etwas besser ab. Unter dem Strich blieben 89 Millionen Euro Gewinn übrig nach 84 Millionen im Vorjahr. Der Zuwachs erklärt sich durch einen geringeren Verlust bei den zum Verkauf stehenden Geschäftssparten. Die Niederländer stemmen sich schon länger mit Kostensenkungen und Restrukturierungen gegen den Abwärtstrend.

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