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China : Klimawandel gefährdet Asiens Großprojekte

Eine Chemiefabrik in der nordchinesischen Stadt Tianjin Bild: dpa

Chinas führender Meteorologe schlägt Alarm. Zheng Guoguang warnt vor den Folgen des Klimawandels, vor allem für asiatische Großprojekte wie Staudämme und Eisenbahnverbindungen.

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          Der Klimawandel wird für Chinas Infrastrukturentwicklung und damit für diejenige ganz Asiens gefährlich. Dies scheint nun auch die Sicht der Parteiführung in Peking zu werden. Der führende Meteorologe Chinas warnt davor, dass die Risiken für Großprojekte durch die Erderwärmung stiegen. Zugleich erklärte er, die Erwärmung in China schreite schneller voran, als im Durchschnitt der Welt.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Zheng Guoguang, Chef der meteorologischen Verwaltung Chinas, äußerte sich gegenüber der Wochenzeitung Study Times, die von der Zentralen Parteischule der Kommunisten herausgegeben wird. „Angesichts der Erderwärmung haben sich die Risiken für unsere großen Ingenieurprojekte erhöht“, warnte der Fachmann. „Die globale Erwärmung beeinträchtigt die Sicherheit und Stabilität dieser großen Projekte, aber auch ihre Arbeit und ihre Wirtschaftlichkeit, den technologischen Standard und den Weg, den die Ingenieure wählen.“

          Als Beispiele für solche riesigen Projekte nannte Zheng den Drei-Schluchten-Damm mit seinen Kraftwerken und die Eisenbahn ins chinesisch besetzte Tibet. Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem ganz Asien Billionen von Dollar für technische Großprojekte wie Staudämme, Eisenbahnstrecken, Häfen oder Straßen sucht.

          Chinas wachsende Schuld

          An der Erderwärmung trägt China eine wachsende Schuld: So gehe die Erwärmung in China „eindeutig schneller voran“ als im Durchschnitt der Welt. Damit zielt Zheng auf die rasche Industrialisierung seines Landes. Allein das Verbrennen von Kohle steht für gut 60 Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes Chinas. „Das erste Jahrzehnt dieses Jahrhunderts war das wärmste in einhundert Jahren“, gab Zheng zu Protokoll. Er betrachtet den „Klimawandel als Stellhebel, der die wirtschaftliche Transformation unseres Landes vorantreibt“. Die Erwärmung zwinge die Regierung, Pläne für den Bau weiterer technisch möglicher Riesenprojekte in Frage zu stellen. Damit allerdings wird es schwieriger, den Menschen Lohn und Brot zu bieten.

          Peking hat angekündigt, das Land werde den Höhepunkt seiner Luftverschmutzung „um 2030“ erreichen. Zheng erklärte, es gebe eine enge Verbindung zwischen dem Klimawandel und Katastrophen wie Fluten, Taifunen, Dürren und Hitzewellen.

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