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Forbes-Liste : Jeder fünfte Milliardär ist Chinese

Hat Grund zur Freude: Hutchison-Whampoa-Chef und reichster Mann Chinas Li Ka-shing Bild: Reuters

Der reichste Chinese kommt aus Hongkong, die meisten aus der Immobilienbranche: die Zahl der aus China stammenden Milliardäre steigt in atemberaubender Geschwindigkeit.

          Der 86 Jahre alte Immobilienmogul Li Ka-shing ist der reichste Chinese: geschätzt 33 Milliarden Dollar beträgt laut einer neuen Reichenliste des amerikanischen Magazins „Forbes“ das Vermögen des ehemaligen mittellosen Einwanderers nach Hongkong aus der festlandchinesischen Provinz Guangdong im Süden Chinas, der mit 19 Jahren seine erste Exportfirma für Plastikblumen gründete und heute auf Hongkongs „Peak“-Hügel ein einer luxuriösen Festung lebt – jüngst hatte es ein Einbrecher geschafft, die erste von mehreren Mauern zu überwinden. Nach knapp zwei Minuten wurde er von der Privatarmee des Milliardärs Li gestellt.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Die Hongkonger Immobilien, die Li Ka-shings Vermögen neben seinen anderen Geschäftsfeldern wie Telekommunikation vermehren, sind weniger repräsentativ: in der von Wohnungsnot geplagten Stadt bietet der Milliardär 25 Quadratmeter große „Schuhkartons“ für umgerechnet knapp 1 Million Euro an. Immobilienkrise hin oder her: in den begehrten Großstadtlagen der Volksrepublik Chinas ist mit Immobilien immer noch am meisten Geld zu verdienen. 370 Chinesen mit einem Nettovermögen von mindestens 1 Milliarde Dollar zählt das Magazin Forbes – 80 der Milliardäre davon machen ihre Geschäfte mit dem Verkauf von Wohnungen und Häusern. Auf Platz zwei der Milliardärsbranchen liegt der Einzelhandel, es folgt die Pharmabranche sowie das Finanzgeschäft.

          Tencent, Baidu, Alibaba

          Vor einem Jahr stellten die aus China stammenden Superreichen 18 Prozent der Milliardäre in der Welt, dieses Jahr sind es schon 20 Prozent. Ihr Vermögen ist in den vergangenen drei Jahren um 20 Prozent gewachsen – profitiert haben vor allem Geschäftsleute aus Festlandchina, deren Unternehmungen vom immer noch mit über 7 Prozent starken Wirtschaftswachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt profitiert haben – und vom Börsenboom, der die Kurse am Schanghaier Aktienmarkt in den vergangenen zwölf Monaten verdoppelt hat. Allein unter den Top Ten der chinesischen Milliardäre stammt die Hälfte aus Festlandchina. Die andere Hälfte stammt aus Hongkong.

          Unter den zehn reichsten Chinesen haben drei ihre Milliarden im Internet gemacht: Pony Ma vom Internetgiganten Tencent, Robin Li vom Suchmaschinenbetreiber Baidu – und Alibaba-Gründer Jack Ma, der sich Ende vergangenen Jahres nach dem Börsengang des größten Ecommerce-Kaufhauses der Welt ebenfalls schon mal mit dem Titel „Reichster Chinese“ schmücken durfte. Dann jedoch fiel der Alibaba-Kurs nach einer Reihe von schlechten Nachrichten. Jetzt liegt Jack Ma auf der Liste der reichsten Chinesen an Platz vier.

          Bis die Chinesen die Spitze der reichsten Menschen der Welt insgesamt übernehmen, wird es allerdings noch etwas dauern. Microsoft-Gründer Bill Gates ist laut der Forbes-Liste mit knapp 80 Milliarden Dollar Nettovermögen immer noch zweieinhalb Mal so reich wie der reichste Chinese Li Ka-shing. Und mit 59 Jahren ist er auch noch 27 Jahre jünger. Zweitreichster Mensch auf der Welt ist übrigens der Mexikaner Carlos Slim Helu mit einem Vermögen von 77 Milliarden Dollar. Auf Platz drei kommt Warren Buffet mit 73 Milliarden Dollar.

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