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Neue Piktogramme : Japan internationalisiert seine Zeichen

Bild: Reuters

Das Land im fernen Osten erlebt einen Touristenandrang sondergleichen. Damit es bis zu den Olympischen Spielen 2020 noch mehr werden, passt Japan nun die Piktogramme im öffentlichen Raum an.

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          Japans Tourismus ist im Aufschwung. In den ersten sechs Monaten des Jahres kamen 13,75 Millionen Reisende nach Japan, 17,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und ein Rekordwert seit Beginn der Aufzeichnungen. Für Japan ist das wirtschaftlich ein Segen. Allein im zweiten Quartal ließen die Touristen 1,8 Billionen Yen (13,8 Milliarden Euro) im Land, 13 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das Ziel von 20 Millionen Touristen im Jahr hat Japan schon fünf Jahr vor Plan erreicht und das neue Ziel sind nun 40 Millionen Touristen bis zum Olympiajahr 2020.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die Regierung will es den Fremdlingen dabei noch einfacher machen als zuvor. Stoppschilder an Kreuzungen werden seit kurzem auch mit englischer Beschriftung aufgestellt und zur Lenkung der Touristenströme werden nun auch die Piktogramme vermehrt internationalisiert. Ein Ausschuss des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (Meti) hat gerade die Einführung von 15 neuen Piktogrammen beschlossen, die zum Beispiel auf Wifi-Netzwerke, Ladestationen für Handys oder Fahrradmietstationen hinweisen.

          Um die Touristen in Japan nicht zu sehr zu verwirren, werden zugleich in den kommenden zwei Jahren sieben Piktogramme an internationale Standards angepasst. Das Zeichen für Parkplätze zeigt künftig nicht nur ein P, sondern internationalen Normen folgend ein P und ein Auto. Koffer am Flughafen gibt es künftig nicht mehr unter dem schlichten Zeichen Koffer. International ist vorgegeben, dass das Piktogramm einen Mann zeigt, der einen Koffer vom Laufband hochhebt.

          Ärger hatte es schon vorab gegeben, weil die Regierung sich auch an einem traditionellen Piktogramm für heiße Quellen, die beliebten Onsen-Bäder, zu schaffen machen wollte. Japan weist die Bäder bislang mit einem Kreis aus, aus dem drei gewellte Linien aufsteigenden heißen Dampf anzeigen. Nach der internationalen Norm aber werden Onsen-Bäder mit einem Kreis angezeigt, in dem drei Personen baden.

          Umfragen der Regierung zeigten, dass Japaner das traditionelle Symbol und ausländische Touristen das internationale Piktogramm besser verstanden. Das traditionelle Symbol erinnerte manche Touristen an eine Tasse Kaffee, während manche Japaner beim Anblick des neuen Piktogramms dachten, es würden Menschen in einer Nudelsuppe gegart. Onsen-Besitzer und Kurorte klagten zudem über die Kosten für den Austausch der Schilder. Der Kompromiss sieht nun vor, dass für heiße Quellen künftig beide Piktogramme verwendet werden dürfen.

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