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Japan : Industrieproduktion steigt, Verbraucherpreise fallen

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Bild: dpa/PICTURE-ALLIANCE

Die massive Geldspritze der Notenbank und die Wachstumspolitik der Regierung in Japan helfen der Konjunktur auf die Sprünge. Doch die Deflation geht weiter.

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          Die Industrieproduktion Japans stieg den fünften Monat in Folge. Im April erhöhte die Industrie der zweitgrößten Volkswirtschaft Asiens ihren Ausstoß um 1,7 Prozent, wie aus Daten des Wirtschaftsministeriums am Freitag hervorging. Analysten hatten lediglich mit 0,6 Prozent gerechnet. Der Anstieg ist auf eine Verbesserung bei den Exportgeschäften zurückzuführen. Für Mai rechnen die vom Ministerium befragten Unternehmen jedoch nur noch mit einer Stagnation der Industrieproduktion und für Juni sogar mit einem Rückgang um 1,4 Prozent.

          Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes zeigte im Mai auch weiter nach oben. Der von der Japan Materials Management Association zusammen mit Markit erhobene Indikator stieg saisonal bereinigt auf ein Niveau von 51,5 Einheiten von 51,1 im April. Ein Wert von über 50 Zählern signalisiert dabei eine Expansion in dem Sektor. Bei den Arbeitslosenzahlen gab es im April keine Änderung. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote Japans stagnierte bei 4,1 Prozent, wie das Innenministerium mitteilte. Experten hatten auch mit dieser Rate gerechnet.

          Ein großes Problem bleibt die Deflation in Japan: Die Verbraucherpreise gehen weiter nach unten. Im April gab es den sechsten Rückgang in Folge, wie Regierungsdaten zeigten. Demnach betrug das Minus in der Kernrate wie von Analysten erwartet 0,4 Prozent. In der Kernrate werden zwar Energiepreise berücksichtigt, nicht aber die stark schwankenden Preise für bestimmte Nahrungsmittel.

          Die Daten unterstreichen, dass es für die japanische Notenbank im Kampf gegen die Deflation sehr schwer sein wird, mit ihrer Geldpolitik die angestrebte Inflation von zwei Prozent zu erreichen. Dank der nach Ministerpräsident Shinzo Abe benannten ebenso aggressiven wie umstrittenen Wirtschaftspolitik wächst Japan derzeit so schnell wie kein anderes großes Industrieland. Geldschwemme und Konjunkturprogramme dürften den Aufschwung noch eine Weile befeuern. Experten zweifeln aber, dass der teuer erkaufte Boom nachhaltig sein wird.

          IWF glaubt an Erreichbarkeit des Inflationsziels

          Japan kann nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) die Deflationskrise bald hinter sich lassen. Sollte die zweitgrößte Volkswirtschaft Asiens Strukturreformen umsetzen, könne die japanische Notenbank (BOJ) ihr Inflationsziel von zwei Prozent kurz- bis mittelfristig erreichen, teilte der IWF am Freitag mit. In Japan waren die Verbraucherpreise im April im sechsten Monaten in Folge gesunken. Auch die Abschwächung der Landeswährung Yen sei nicht problematisch, sofern strukturelle und fiskalpolitische Reformen folgten und die Geldpolitik auf inländische Ziele ausgerichtet sei. Für 2013 rechnet der IWF für Japan mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent und für 2014 von 1,4 Prozent.

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