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Mehr Freiheit für Lange : Im Japan-Taxi zu den Olympischen Spielen

Toyotas neues Japan-Taxi Bild: Patrick Welter

Japan übt sich vor den Olympischen Spielen 2020 in Gastfreundschaft und renoviert die Taxi-Flotte. Das geräumige und umweltfreundliche Japan-Taxi von Toyota erobert das Stadtbild.

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          Zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Tokio wandelt sich in Japan das Straßenbild. Wo bisher altertümlich-eckig aussehende und oft bunt lackierte Taxen die Straßen in Shibuya oder Shinjuku beleben, sieht man in den vergangenen Wochen zunehmend dunkle, hochgewachsene Wagen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Sie erinnern an das klassische London-Taxi, in dem der Gentleman den Bowler nicht abnehmen musste. Doch der sehr hohe Kopfraum dient in Japan nicht dem Kopfschmuck, sondern soll die neuen Taxen besonders senioren- und behindertenfreundlich machen.

          Das neue Taxi-Modell kommt vom heimischen Auto-Marktführer Toyota Motor und trägt den leicht anmaßenden Namen „JPN Taxi“ oder Japan-Taxi. Seit Oktober verkauft Toyota das Modell, das in Sichtweite des Bergs Fuji gebaut wird, und plant mit einem Absatz von 1000 Stück im Monat.

          Toyota stellt das tiefdunkle Indigo der Farbgebung heraus, das Koiai genannt wird und das in Japan eine lange Tradition habe. Auch die Logos für die Olympischen Spiele 2020 sind im dunklen Indigo gehalten. Vom Vorgängermodell, der in Japan allgegenwärtigen Crown-Serie, verkaufte Toyota in allen Varianten rund 527.000 Stück. Die Crown-Serie wurde 22 Jahre lang gebaut und strahlt auch heute noch den besonderen Charme der Neunziger Jahre aus.

          Der Platz für den Kunden geht dem Fahrer verloren

          Vor einigen Tagen am Bahnhof in Kyoto öffnete sich die große Schiebetür an der dem Bürgersteig zugewandten Seite des Japan-Taxis leise. Eine sehr große Öffnung erlaubt auch dem lang gewachsenen Ausländer den Einstieg ohne Verneigung oder Verrenkungen.

          Sehr große Fenster ermöglichen einen schönen Blick nach außen. Der gewaltige Kopfraum vermittelt ein Gefühl der Weite, die am billig wirkenden Plastik in den Türverkleidungen ihr Ende findet. Heimeliges Vertrauen schafft, dass Kopfstützen und Sitzlehnen wie in Japan üblich mit weißen Stoffbezügen überdeckt sind.

          Der geräumige Platz für die Kunden geht dem Fahrer verloren. Kawashima Kasufumi schimpft über den geringen Beinraum, den die Toyota-Ingenieure dem Fahrer ließen. Das sei so eng wie in seinem früheren Crown Comfort. Doch ansonsten ist der Taxifahrer voll des Lobes über das neue Fahrzeug, das er seit November fährt.

          Besonders preist er den günstigen Verbrauch des Autos, das mit einem Flüssiggas-Hybrid-System angetrieben wird. Das sei viel besser als das Konkurrenzmodell von Nissan, das einen sehr schlechten Kraftstoffverbrauch habe, sagt Kasufumi.

          Nach seinen Worten teilen sich Toyota mit dem neuen „Japan-Taxi“ und Nissan mit dem „NV200“ den Markt für neue Taxen etwa hälftig auf. Noch hat das Japan-Taxi von Toyota sich scheinbar nicht als Standard durchgesetzt.

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