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Janus Capital : Bill Gross wird zum Milliarden-Dollar-Mann

  • -Aktualisiert am

Bill Grosa ist als Investor weiterhin gefragt Bild: Reuters

Der neue Fonds des Starinvestors hat im November starke Zuflüsse verbucht. Das Vertrauen der Anleger kommt langsam zurück.

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          Bill Gross übt auf Anleger weiter große Anziehungskraft aus. Das Tempo der Mittelzuflüsse in den von Gross verwalteten Rentenfonds seines neuen Arbeitgebers Janus Capital hat im November deutlich zugenommen. Investoren erwarben Fondsanteile für 770 Millionen Dollar. Damit ist das insgesamt verwaltete Vermögen des Janus Global Unconstrained Bond Fund nach Angaben des Informationsdienstes Morningstar von nur 12 Millionen Dollar Ende September auf jetzt 1,2 Milliarden Dollar angeschwollen.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Der Fonds ist seit kurzem auch in Deutschland für Privatanleger erhältlich. „Wir machen aufregende Sachen hier bei Janus Capital und freuen uns, dass das von Kunden und Anlageberatern registriert wird“, sagte ein Sprecher der in Denver beheimateten kleinen Fondsgesellschaft, die Gross ein Büro im kalifornischen Newport Beach eingerichtet hat. Das Büro liegt nicht weit entfernt von Gross‘ früherer Wirkungsstätte Pimco. Gross hatte die Rentenfondsgesellschaft vor mehr als vierzig Jahren mitgegründet und wegen seiner lange Zeit überdurchschnittlichen Renditen zu einem gigantischen Vermögensverwalter gemacht. Allein der von Gross fast drei Jahrzehnte lang verwaltete Pimco Total Return war in seinen besten Zeiten fast 300 Milliarden Dollar schwer. Gross gilt als der beste Rentenfondsmanager des vergangenen Jahrzehnts und wurde vom  Wirtschaftsmagazin Fortune einst zum „König der Anleihen“ gekrönt.

          Nachdem Gross wegen interner Querelen und Kritik an seinem Führungsstil Ende September zu Janus gewechselt war hatten Anleger in Scharen Gelder aus dem Total Return abgezogen. Zuletzt hatten sich die Abflüsse allerdings etwas verringert. Anleger zogen im November 9,5 Milliarden Dollar aus dem Fonds ab, nach 23,5 Milliarden im September und 27,5 Milliarden im Oktober. Der Pimco Total Return ist mit einem verwalteteten Vermögen von knapp 163 Milliarden Dollar aber weiter der größte Rentenfonds der Welt. Anleger hatten schon vor Gross‘ Abgang kontinuierlich Gelder abgezogen, weil sich der Fonds zuletzt schlechter entwickelt hatte als viele Konkurrenten.

          Kunden von Pimco, einer Tochtergesellschaft des Münchner Versicherers Allianz, schichteten aber bei weitem nicht alle Gelder in Janus-Fonds um. Die größten Nutznießer des Gerangels an der Spitze von Pimco waren etabliertere Konkurrenten von Gross wie der Vermögensverwalter Metropolitan West Asset Management in Los Angeles, der vor fast zwanzig Jahren von drei ehemaligen Pimco-Mitarbeitern gegründet worden war.
          Dem Vorstandschef von Janus, Richard Weil, ist mit der Anwerbung von Gross dennoch ein Coup gelungen. Gross bringt Janus an der Wall Street wieder ins Gespräch.

          Davor hatte sich kaum jemand mehr für Janus interessiert, die während der Hausse der Technologieaktien Anfang des vergangenen Jahrzehnts bekannt wurde, seitdem aber vor allem mit Führungswechseln und Krisen Schlagzeilen machte. Weil, der mit Gross früherer Sekretärin verheiratet ist, war im Februar 2010 selbst von Pimco zu Janus gekommen, um die noch immer stark auf Aktienfonds konzentrierte Gesellschaft unabhängiger von diesem schwankungsanfälligen Geschäft zu machen. Der Aktienkurs von Janus ist in Erwartung starker Geldzuflüsse zuletzt stark gestiegen. Auch die Fondsgesellschaft Soros Fund Management, die das Vermögen des berühmten Investors mehren soll, hat Gross jüngst 500 Millionen Dollar zur Anlage überwiesen.

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