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Reiche in Asien : In China gibt’s jede Woche einen neuen Milliardär

In den kommenden fünf bis zehn Jahren könnte Asien mehr „Selfmade“-Milliardäre hervorbringen als die Vereinigten Staaten, meinen die Autoren der UBS-Studie. Bild: AFP

Börsenhausse und Internetboom steigern den Wohlstand von Chinas Reichen wie nirgendwo sonst auf der Welt. In Asien gibt es in diesem Jahr sogar zum ersten Mal mehr „Selfmade“-Milliardäre als in Europa.

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          Schon in diesem Jahr könnte China zum größten Absatzmarkt des Sportwagenherstellers Porsche werden. Derzeit werden in den Vereinigten Staaten die meisten Porsche verkauft – allerdings zu weit günstigeren Preisen als in China. Dort kann ein Porsche schnell mal das Doppelte und Dreifache als anderswo auf der Welt kosten. Trotzdem stehen die noblen Einkaufsmeilen von Peking und Schanghai voll mit den Edelkarossen aus Deutschland. Und das ist auch kein Wunder angesichts dieser neuen Zahlen: in China gibt es 1 Million Reiche mit einem Vermögen von über 10 Millionen Yuan (1,5 Millionen Euro), wie das Institut China Private Wealth berichtet. Und die Superreichen mehren sich ebenfalls kräftig: jede Woche gibt es in China einen neuen Milliardär (in Dollar gerechnet), haben die Bank UBS und Pricewaterhouse Coopers ausgerechnet.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Laut dem Bericht, der die Vermögen von 1300 Milliardären weltweit unter die Lupe genommen hat, gibt es in Asien in diesem Jahr zum ersten Mal mehr Dollar-Milliardäre, die ihr Vermögen selbst erwirtschaftet haben und nicht geerbt, als in Europa. In den zwei Dekaden wischen 1995 und 2014 wurde laut dem Bericht auf der Welt von 917 solcher „Selfmade“-Milliardäre ein Vermögen von 3,6 Billionen Dollar geschaffen – am meisten von Amerikanern, die 47 Prozent des Anteils stellen, doch auf Platz zwei folgt eben schon Asien mit einem Anteil an dieser Vermögensbildung von über einem Drittel. Und in den kommenden fünf bis zehn Jahren werde Asien hinsichtlich der Schaffung neuen individuellen Reichtums die Vereinigten Staaten abhängen, sind sich die UBS-Banker sicher.

          Aktienmarkt und Internetunternehmen

          Warum ist das so? Weil trotz eines Wirtschaftssystems, das in China noch weit von freier Marktwirtschaft entfernt ist, nirgendwo sonst der Kapitalismus so große Chancen bereithält wie in Asien: ein Fünftel der dortigen Selfmade-Milliardäre, die im Schnitt umgerechnet 3,2 Milliarden Dollar Vermögen haben, hat dies mit Konsumgütern verdient, 13 Prozent (mit einem Durchschnittsvermögen von 2,7 Milliarden Dollar) mit Immobilien.

          Speziell in China hat zum einen die sagenhafte Hausse am Aktienmarkt die neuen Milliardäre hervorgebracht: bis zum gestrigen Absturz der Kurse an der Schanghaier Börse um mehr als 6 Prozent ist der dortige Marktindex Shanghai Composite binnen Jahresfrist um zwischenzeitlich fast 150 Prozent gewachsen. Zum anderen sorgt Chinas boomender Internetmarkt für neue Superreiche wie etwa Alibaba-Gründer Jack Ma.

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